NFL: Die Key Facts zu den Conference-Finals

29. Jan. 2022 · Lesedauer 10 min

Können die jungen, hungrigen Cincinnati Bengals rund um "Rising Star" Joe Burrow den AFC-Dominator, Kansas City Chiefs, fordern? Gelingt Jimmy Garoppolo eine Leistungssteigerung, um mit seinen San Francisco 49ers die Los Angeles Rams zu überraschen? Worauf es in den NFL Championship Games ankommen wird.

Aus 32 wird vier: Die NFL Saison 2021 biegt in die Zielgerade ein. Nur noch vier Teams kämpfen um die Super Bowl. Die Cincinnati Bengals, die Kansas City Chiefs, die Los Angeles Rams und die San Francisco 49ers sind die verbleibenden Anwärter auf die begehrte Vince Lombardi Trophy.

In den Conference-Finals entscheidet sich in der Nacht von Sonntag auf Montag wer ins Endspiel einzieht. Der AFC-Dominator, Kansas City Chiefs, peilt die dritte Super Bowl Teilnahme in Folge an. Patrick Mahomes und Co. bekommen es zuvor jedoch mit den Cincinnati Bengals zu tun. Das junge, aufstrebende Team rund um Quarterback Joe Burrow (25), Receiver Ja´Marr Chase (21) und Running Back Joe Mixon (25) steht zum ersten Mal seit 1988 in einem Conference-Endspiel. 

In der NFC träumen die Los Angeles Rams von der Super Bowl vor heimischer Kulisse. Zuerst müssen Matthew Stafford und sein Team im SoFi-Stadium jedoch die San Francisco 49ers aus dem Weg räumen. Übrigens: Zum ersten Mal seit 2010 gehen die Championship Games der NFL ohne einen der beiden Superstars Tom Brady oder Aaron Rodgers über die Bühne.

PULS 24 überträgt am Sonntag, ab 20:40 Uhr live und verrät, worauf es in den Duellen ankommen wird.

AFC: Kansas City Chiefs (#2) vs. Cincinnati Bengals (#4)

Die Ausgangslage

Der Zweite der AFC-Regular Season fordert den Vierten: Für die Kansas City Chiefs wird die Teilnahme an den Conference Finals mittlerweile fast schon zur Routine. Zum vierten Mal in Folge steht man im Endspiel der AFC, zweimal gelang in der Folge der Einzug in die Super Bowl, einmal (2020) sicherten sich die Chiefs die Vince Lombardi Trophy.

Ganz anders die Vorzeichen bei den Bengals: Nach Jahren der chronischen Erfolgslosigkeit, sorgt Cincinnati heuer mit einem jungen, dynamischen Team für Furore. Erste Playoff-Teilnahme seit 2015, erster Playoff-Sieg seit 1990, erstes Conference-Finale seit 1988: Burrow und Co. versetzen die Fans in Ekstase und lassen sie vom ganz großen Coup träumen.

Chase: "Die Konstanz ist der größte Unterschied"

Der direkte Vergleich

Einmal hat es das Duell der beiden Mannschaften in der heurigen Spielzeit bereits gegeben. Und jenes Spiel aus Woche 17 der Regular Season hat Lust auf mehr gemacht: Im Paul Brown Stadium zu Cincinnati lieferten sich die beiden Teams ein Offensiv-Spektakel, das mit einem 34:31-Sieg für die Bengals endete. Kicker Evan McPherson sorgte mit einem Field mit auslaufender Uhr für den Sieg. Joe Burrow lieferte mit vier Touchdown-Pässen und 446 Passing Yards eine sensationelle Vorstellung ab.

Highlights Week 17: Bengals vs. Chiefs

Der Weg ins Conference-Final

Apropos Burrow und McPherson: Diese beiden Akteure glänzten auch beim Sieg in der Divisional Round gegen die Tenneesee Titans zuletzt. Während der Quarterback – trotz neun Sacks, die er einstecken musste – einige Zauber-Pässe auspackte, verwerte Rookie McPherson all seine vier Field Goal-Versuche und wurde wenige Sekunden vor Schluss erneut zum Helden, als er aus 52 Yards zum 19:16-Sieg traf. Vor dem durchaus überraschenden Erfolg über die an Nummer eins gesetzten Titans, schalteten die Bengals die Las Vegas Raiders mit einem 26:19-Erfolg in der Wildcard-Runde aus.

Die Regular Season beendete die Franchise aus Ohio mit zehn Siegen bzw. sieben Niederlagen auf Platz eins der AFC South Division. So richtig in Schwung kamen die Bengals, die lange Zeit sogar um die Playoff-Teilnahme zittern mussten, erst gegen Ende der Saison: Fünf der letzten sechs Spiele (inkl. Playoffs) konnte man gewinnen. Die einzige Niederlage setzte es im unbedeutenden Regular Season Abschlussspiel gegen die Cleveland Browns.

Die Kansas City Chiefs kommen ebenfalls mit Fortdauer der Saison immer besser in Schuss. Nach vier Niederlagen in den ersten sieben Saisonspielen sah sich Patrick Mahomes erstmals mit einer negativen Bilanz in seiner NFL-Karriere konfrontiert. Ein 8-1 Run, der nur von der Niederlage gegen die Bengals unterbrochen wurde, sorgte schließlich dafür, dass Kansas dennoch souverän in die Playoffs einzog. 

In der Wildcard-Runde beendete das Team von Chefcoach Andy Reid humorlos die NFL-Karriere von Ben Roethlisberger mit einem klaren 36:10-Sieg über die Pittsburgh Steelers. In der Divisional Round zwang man die Buffalo Bills in einem epischen Spiel nach Overtime mit 42:36 in die Knie. Die Partie wurde von vielen Experten als bestes Spiel der Saison bezeichnet.

Darauf wird es ankommen: Sind die Bengals reif für den ganz großen Coup? 

Bei Cincinnati stellen sich wohl zwei entscheidende Fragen: Können Burrow, Chase, Mixon und McPherson ihre Klasse auch im größten Spiel ihrer bisherigen Karriere unter Beweis stellen? Die Jung-Stars der Franchise begeistern die Liga und werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch für Schlagzeilen sorgen. Doch keiner der Vier ist älter als 25, keiner hat je in einem Conference-Finale gespielt. Für McPherson und Chase ist es gar die erste Saison in der besten Football-Liga der Welt. Vieles steht auf dem Spiel, der Druck ist immens.

Die zweite Frage wird sein, ob die Offensive Line der Bengals sich steigern kann. Joe Burrow galt bereits in der Regular Season als der Quarterback, der die meisten Sacks einstecken musste. Gegen die Titans wurde er unglaubliche neunmal zu Boden gebracht. Es bedarf wohl einer ordentlichen Steigerung, um den Paroli bieten zu können.

Joe Burrow: Vom Jugendspieler zum NFL-Quarterback

Bei Mahomes und Co. ist nämlich so gut wie alles wieder auf Schiene. Der Quarterback brilliert mit Traumpässen. Seine Stärke bei eigenen Läufen ist ein zusätzlicher Faktor. Wide Receiver Tyreek Hill und Tight End Travis Kelce sind nun auch endgültig in der Saison angekommen. In der Endphase gegen die Bills stellten die beiden Top-Stars ihre Klasse einmal mehr unter Beweis.

Wenn es ein Fragezeichen gibt, ist das die Defensive. In 10 von 19 Spielen kassierte Kansas heuer mehr als 25 Punkte, speziell zu Saisonbeginn strauchelte man ordentlich. Auch das Laufspiel ist im Vergleich zum Passspiel in der Offensive nicht ganz so sattelfest.

Die fünf unwahrscheinlichsten Touchdowns von Patrick Mahomes

Die Prognose

Die Bengals machen Spaß, sind eine junge, erfrischende Truppe von der man – sofern die Mannschaft beisammen gehalten wird – in Zukunft noch viel hören wird. Eine weitere Überraschung ist nicht auzuschließen. Aufgrund der Erfahrung der Klasse und der überzeugenden Auftritte – speziell im letzten Playoff-Spiel gegen die Bills – gehen die Chiefs aber als Favorit in das Spiel. Zudem ist der Heimvorteil im Arrowhead, dem lautesten Stadion der Liga, ein nicht zu unterschätzender Faktor.

NFC: Los Angeles Rams (#3) vs. San Francisco 49ers (#6)

Die Ausgangslage

Keine Packers, keine Bucs, keine Cowboys: Die Los Angeles Rams empfangen die San Francisco 49ers im NFC-Conference-Final. Eine Konstellation mit der nicht allzu viele Experten vor dem Play-off-Start gerechnet hätten.

Zumindest die Los Angeles Rams musste man aber durchaus am Zettel haben. Die Kalifornier machten früh in der Saison klar, worin die Reise gehen soll. Mit der Verpflichtung von Quarterback Matthew Stafford setzte man das erste Ausrufezeichen, während der Regular Season rüstete General Manager Les Snead den Kader mit Linebacker Von Miller und Receiver Odell Beckham Jr. nach. Die Rams sind All-In und streben den zweiten Super Bowl Titel nach 1999 an.

Deutlich überraschender kommt da schon die Teilnahme der San Francisco 49ers am Conference-Final. Den fünffachen Super Bowl Champion hatte kaum jemand auf der Rechnung. Die 49ers sind nun hungrig nach mehr und streben ihren ersten Titel seit 1994 an.

Der direkte Vergleich

Bereits zweimal gab es in dieser Saison das Duell der beiden Mannschaften, zweimal mit dem besseren Ende für San Francisco. Erstmals trafen die Division-Nachbarn (NFC West) in Week 10 aufeinander. Vor heimischen Publikum sicherten sich die 49ers einen souveränen 31:10-Sieg.

Das zweite Duell wird wohl als eines der denkwürdigsten der NFL Saison 2021 in Erinnerung bleiben. Am letzten Spieltag der Regular Season ging es für die Rams lediglich noch um den Divison-Titel, die Play-off-Teilnahme hatte man bereits in der Tasche. Im Gegensatz zu den 49ers, die zwingend einen Sieg benötigten, um sich für die Post Season zu qualifizieren. Los Angeles führte zur Pause souverän mit 17:4 und alles deutet daraufhin, dass die Saison von Jimmy Garoppolo und Co. an diesem Tag zu Ende gehen sollte, ehe die Aufholjagd begann. Die 49ers erzwingen eine Overtime und ziehen schließlich durch ein Field Goal von Robbie Gould als Sechster in die Playoffs ein.

Highlights Week 18: Rams vs. 49ers

Der Weg ins Conference-Final

Dabei sah es lange Zeit alles andere als rosig aus für San Francisco. Nach acht Spieltagen stand man bei einer 3-5-Bilanz, ehe einige überraschende Siege (u.a. gegen die Rams oder die Bengals) den 49ers besagtes Endspiel bescherten.

Auch in den Playoffs hatte das Team aus San Francisco niemand so richtig auf der Rechnung. In der Wilcard-Runde eliminierte man Erzrivale Dallas Cowboys mit 23:17. In der Divisional Round gelang – aufgrund einer starken Defensiv-Leistung – mit einem 13:10-Sieg gegen die Green Bay Packers der ganz große Coup.

Die Rams hingegen zeigten bereits während der Regular Season, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Mit 12 Siegen und fünf Niederlagen qualifizierte man sich souverän für die Play-offs und luchste den Arizona Cardinals gegen Ende der Saison sogar noch den sicher geglaubten Divison-Titel ab.

Jene Cardinals markierten dann auch den Anfang des Playoff-Runs, der Los Angeles in die Super Bowl führen könnte. Beim 34:11-Sieg dominierten Matthew Stafford und Co. nach Belieben. Deutlich enger wurde es dann in der Divisional Round. Im Auswärtsspiel bei Tom Bradys Tampa Bay Buccaneers lag L.A. bereits mit 27:3 in Front, ehe die Bucs zur Aufholjagd ansetzten und kurz vor Ende ausglichen. Ein "Big Play" von Matthew Stafford und Cooper Kupp und ein anschließendes Field Goal von Kicker Matt Gay sicherte den Rams doch noch den Sieg und den Einzug ins Conference-Final.

Darauf wird es ankommen: Kann Garoppolo sich steigern? 

Ähnlich wie bei den Chiefs sind bei den Los Angeles Rams momentan kaum Schwächen zu erkennen. Quarterback Matthew Stafford entpuppt sich in seiner ersten Saison in Kalifornien als eine Top-Verstärkung und stellte gegen die Cardinals bzw. gegen die Bucs unter Beweis, dass er auch unter Druck funktioniert.

Stafford über Super Bowl: "Dafür spielen wir dieses Spiel"

Cooper Kupp ist mit Abstand der beste Receiver der Saison. Odell Beckham Jr. kommt zum richtigen Zeitpunkt immer besser in Fahrt. Die Defensive um Star-Linebacker Von Miller ist ebenfalls stabil und Matt Gay zählt zu den verlässlichsten Kickern der Liga.

Um gegen solch eine Mannschaft die nächste Überraschung zu gelingen, muss aus 49ers-Sicht bei Jimmy Garoppolo eine deutliche Steigerung her. Der Quarterback leistete sich in zwei Playoff-Spielen zwei Interceptions und warf noch keinen Touchdown. Passing Yards und Completion-Rate lassen ebenfalls zu wünschen übrig. Schwer vorstellbar, dass eine solche Leistung erneut durch die starke Defensive und die Special Teams kompensiert werden kann.

Die Prognose

Die Rams haben alle Trümpfe in der Hand und die "Heim-Super-Bowl" vor Augen. Die 49ers sind mit Abstand die größte Überraschung unter den letzten Vier. Los Angeles geht als klarer Favorit in das Spiel und alles andere als ein Rams-Sieg wäre beinahe eine Sensation. Dass San Francisco eine solche liefern kann, haben sie heuer jedoch schon mehrfach bewiesen – nicht zuletzt gegen die L.A. Rams.

Ein Sieg fehlt zur Super Bowl  

Es ist also alles angerichtet für einen spannenden Football-Abend. Die Saison biegt in die Zielgerade ein. Hochspannung und Dramatik ist am NFL MATCHDAY live auf PULS 4 & PULS 24 garantiert. Moderator Phillip Hajszan, Walter Reiterer, Michael Eschlböck, Pasha Asiladab, Chris Calaycay und  Referee-Experte Bojan Savicevic sind heiß und bereit für diese zwei entscheidenden Spiele. Die bewährte PULS 4/PULS 24 NFL-Crew wird nach Sandro Platzgummer letzte Woche vom nächsten österreichischen NFL-Export, Arizona Cardinals Tight End Bernhard Seikovits, verstärkt. Der 24-jährige Wiener wird als Stargast im Studio sein und von spannenden Erlebnissen aus der NFL berichten. PULS 24 und PULS 4 übertragen ab 20:40 Uhr live.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion