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NFL: Der PULS 24 "Mock Draft"

28. Apr. 2022 · Lesedauer 25 min

Wenige Stunden vor dem tatsächlichen NFL Draft, wagt PULS 24 eine Prognose welche Teams welche Spieler an welcher Position auswählen. Im Mock Draft verraten wir außerdem, an welcher Stelle Bernhard Raimann gezogen wird.

#1 Jacksonville Jaguars - EDGE Aidan Hutchinson (Michigan) 

In den letzten Wochen häuften sich hier die Gerüchte rund um Edge Rusher Travon Walker von Georgia. Doch dieser benötigt in seiner Entwicklung noch etwas Feinschliff. Die Jaguars entscheiden sich vorerst für die sicherere Variante, Aidan Hutchinson. Hutchinson war im abgelaufenen Jahr der klar beste Spieler auf seiner Position und wird mit Sicherheit frühzeitig in der NFL Leistung bringen können.  

#2 Detroit Lions - EDGE Travon Walker (Georgia)

Kein Spieler hat in diesem Draft so einen Hype erfahren wie Travon Walker. Seine Performance beim Combine war unfassbar gut, was zu einer erheblichen Steigerung seines Draftstocks beigetragen hat. Er verfügt im Grunde über sämtliche physischen Fähigkeiten, um einer der besten Spieler auf seiner Position zu sein, dennoch muss er noch sehr viel lernen. Sollten die Lions Walker auswählen, spekulieren sie auf sein Potenzial und gehen infolgedessen ein gewisses Boom-or-bust Risiko ein.

3# Houston Texans - Cornerback Derek Stingley (LSU)

Für viele wäre dieser Pick an dieser Stelle sehr überraschend! Die Texans sind eine Wildcard und folglich ist ihnen auch alles zuzutrauen. Gerüchten zufolge haben sich die Texans jedenfalls so intensiv wie kein anderes Team mit Derek Stingley beschäftigt.

Aber wieso sollen sich die Texans genau auf der Cornerback Position verstärken, auf der sie nominell nicht unterbesetzt sind, wie in etwa auf vielen anderen Positionen? Dass liegt vor allem an Derek Stingleys enormen Potenzial. Bereits 2019 spielte er eine unfassbar starke Saison und zeigte was in ihm steckt. In den beiden nachfolgenden Saisonen hatte er jedoch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, wodurch es ihm nicht möglich war, sein volles Potenzial abzurufen. Draft-Experten sind sich jedoch sicher: Sollte Stingley an seine im Jahr 2019 unter Beweis gestellten Leistungen anknüpfen und sich überdies, punktuell, auch noch weiterentwickeln, dann würde er wohl über die nächste Dekade hinweg, zu den allerbesten Cornerbacks der NFL zählen.

4# New York Jets - Cornerback Ahmad ,,Sauce’’ Gardner (Cincinnati)

Der nächste Cornerback! Die Jets sind wohl selbst überrascht, dass Derek Stingley nicht mehr verfügbar ist und dass überdies die Möglichkeit auf Edge Rusher Kayvon Thobodeaux bestünde. In diesem Fall entscheiden sich die Jets jedoch für den essentielleren Need und verstärken die Cornerback-Position.

,,Sauce‘‘ Gardner ist auf dieser Position für viele Draft-Experten die Nummer 1. Er verfügt über unglaubliche physische Grundvoraussetzungen und ist für die NFL bereit. Sein Potenzial ist zwar nicht mit jenem von Derek Stingley vergleichbar, er ist jedoch de facto der sicherere Pick. Gardner könnte sich aufgrund seines Talentes zu einem der besten Cornerbacks in der NFL entwickeln.

5# New York Giants - EDGE Kayvon Thibodeaux (Oregon)

Die Giants wären über dieses Szenarios vermutlich begeistert! Dass Thobedeaux derart tief fällt ist zwar nicht sicher, aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Die Giants würden jedenfalls einen ausgesprochen talentierten Spieler bekommen, der sie mit sofortiger Wirkung deutlich verstärkt. Kayvon Thibodeaux zählte für viele Experten - vor der abgelaufenen Saison - als Favorit für den 1. Overall Pick. Er verfügt über die physischen Grundvoraussetzungen, einer der besten Spieler auf dem nächsten Level zu werden. Allerdings müsste er im Hinblick auf Pass Rush Moves noch zulegen, zumal er sich während der College-Karriere, allzu häufig auf seine Athletik verlassen hatte. Thibodeaux muss überdies noch einige Scouts eines Besseren belehren, die nach wie vor an seinem tatsächlichem Willen und Einsatz zweifeln.

Nationaltrainer Max Sommer im Interview zum Draft

6# Carolina Panthers - Quarterback Malik Willis (Liberty)

Und hier ist er, der erste Quarterback! Die Panthers werden wohl alles unternehmen, um zurückzutraden und infolgedessen etwas mehr Draft Kapital zu erlangen. Nicht zuletzt deshalb, da sie zwischen diesem Pick und Runde 4, über keinen weiteren Pick verfügen.  

Owner David Tepper und Head Coach befinden sich auf der Suche nach einem neuen Starting Quarterback und finden diesen in Malik Willis. Willis ist zwar noch am Beginn seiner Entwicklung, seine Fähigkeiten, wie Athletik plus sein starker Arm resultieren jedoch in einem für die Panthers äußerst attraktiven Kandidaten. Ungeachtet dessen haben die Panthers auch noch Sam Darnold auf dem Roster, weswegen Willis nicht von Tag 1 an starten müsste.

7# New York Giants - Offensive Tackle Evan Neal (Alabama)

Die Giants können ihr Glück insofern kaum fassen, dass tatsächlich noch alle Offensive Tackles auf dem Board aufscheinen. Sie entscheiden sich für Evan Neal von Alabama. Neal befindet sich bereits auf einem technisch hohen Niveau und wird demnach in der NFL sofort spielen können. Trotz Größe (2,04 Meter) und Gewicht (152 Kg) bewegt er sich unfassbar gut. Neal kann überdies nicht nur als Tackle, sondern auch als Guard spielen.

+++ TRADE! Die Steelers traden mit den Falcons und erhalten dafür Pick #8! Die Steelers schicken ihrerseits Pick #20 und #52 aus dem diesjährigen Draft sowie ihren 1.-Runden-Pick aus dem 2023er-Draft nach Atlanta. Im Gegenzug erhalten die Steelers Pick #8 + #74!

#8 Pittsburgh Steelers - Quarterback Kenny Pickett (Pittsburgh)

Die Steelers befinden sich nach wie vor auf der Suche nach einem langfristigen Nachfolger für Big Ben. Sie traden dafür aggressiv nach oben, um den Zuschlag für Kenny Pickett zu erhalten. Die Ursache für dieses aggressive Vorgehen ist darauf zurückzuführen, dass die Seattle Seahakws über Pick 9 verfügen und ebenso dringend einen neuen Quarterback benötigen.

Kenny Pickett ist jener Quarterback in diesem Draft, der sich am schnellsten in der NFL zurechtfinden wird. Sein Potenzial ist andererseits nicht mit jenem von Malik Willis (Pick #6) vergleichbar. Pickett absolvierte seine College Karriere an der University of Pittsburgh und ist demzufolge mit der Stadt und deren Umfeld sehr vertraut. Verbunden mit einer starken Defense sind dies optimale Voraussetzungen, die für Steelers - und Pickett - zu einem positiven Ausgang führen könnten.  

#9 Seattle Seahawks - EDGE Jermaine Johnson (Florida State)

Die Seattle Seahakws befinden sich zwar auf der Suche nach einem Nachfolger von QB Russell Wilson, entscheiden sich jedoch vorerst für Edge Rusher Jermaine Johnson. Ob die Seahawks einen Quarterback dennoch auswählen oder nicht bleibt abzuwarten.

Jermaine Johnson wird zu einer Aufwertung des schwachen Pass Rushs der Seahawks definitiv beitragen. Seit Jahren gelingt es den Seahawks nicht, konstant Druck auf den gegnerischen Quarterback auszuüben und das soll sich jetzt ändern. Laut Medienberichten sind jedoch nicht nur die Seahawks von Johnsons Qualität überzeugt. Viele NFL Teams stellen ihn sogar über Kayvon Thobodeaux, der in diesem Szenario zuvor von den Giants ausgewählt wurde. Die Seahawks müssen etliche Needs beseitigen. Mit dem talentierten Edge Rusher Jermaine Johnson könnte jedenfalls eine wichtige Lücke geschlossen werden.

#10 New York Jets - Wide Receiver Jameson Williams (Alabama)

Dass sich die New York Jets noch auf der Suche nach einem Wide Receiver befinden ist hinlänglich bekannt. In den letzten Wochen waren sie immer wieder in Trade Gespräche involviert, wobei sie unter anderem Tyreek Hill und Deebo Samuel in den Big Apple lotsen wollten. In diesem Zusammenhang verfügen sie über die Möglichkeit, den Receiver ihrer Wahl auszuwählen, also entscheiden sie sich für Jameson Williams.

Jameson Williams zeichnet sich vor allem aufgrund seines unglaublichen Speeds aus. Defenses müssen sich entsprechend vorbereiten und etwas tiefer gegen ihn verteidigen, um den langen Pass zu verhindern. Dies eröffnet wiederum Möglichkeiten im Kurzpassspiel für den Rest der Offense.

Da sich Jameson Williams im Jänner dieses Jahres einen Kreuzbandriss zuzog, wird er zu Saisonbeginn noch nicht ganz fit sein. Die Jets entscheiden sich aber dennoch aufgrund der langfristigen Perspektive für ihn.  

PULS 24-Experte Pasha Asiladab im Interview zum Draft

#11 Washington Commanders - Left Tackle Ikem Ekwonu (NC State)

Die Commanders sind erstaunt, dass Ekwonu zu diesem Zeitpunkt noch verfügbar ist. Ekwonu ist in diesem Fall der ,,best Player available‘‘ (der beste verfügbare Spieler). Ekwonu hat im College größtenteils als Left Tackle gespielt, kann aber auch auf der Guard Position eingesetzt werden, was den Commanders (kurzfristig) zugutekommen würde. Langfristig würden er jedoch auf der Left Tackle Position eingesetzt werden, zumal der momentane Spieler auf dieser Position, Charles Leno, aufgrund seiner 30 Jahre, nicht mehr zu den Jüngsten zählt.

Ideale Umstände für ,,Ickey‘‘ Ekwonu, der jedoch in punkto Technik noch einiges zu lernen hat. Sein Potenzial ist jedenfalls aufgrund seiner physischen Fähigkeiten extrem hoch. Sollte es ihm gelingen, seine technischen Skills zu verbessern, könnte er bald zu den besten Spielern auf seiner Position zählen.

+++ TRADE! Die Saints traden mit den Vikings und erhalten dafür Pick #12! Die Saints schicken ihrerseits Pick #12, #49 und #161 nach Minnesota! Im Gegenzug senden Vikings Pick #11 und #77 nach New Orleans!    

#12 New Orleans Saints – Offensive Tackle Charles Cross (Mississippi State)

Viele erwarten jetzt vermutlich, dass die Saints für einen Quarterback hoch traden werden. Doch dem ist nicht so! Denn die Saints haben, während der Offseason, einen der wohl besten Tackle der Liga, Terron Amstead, aus finanziellen Gründen ziehen lassen. Dass Charles Cross zu diesem Zeitpunkt noch verfügbar ist stellt einen großen Glücksfall dar.

Charles Cross ist der beste Pass Blocker in der diesjährigen Klasse und ausgestattet mit enormen technischen Fähigkeiten. Im Hinblick auf seine physischen Möglichkeiten ist er hingegen nicht auf dem Level von Ikem Ekwonu oder Evan Neal. Dennoch sehen ihn einige Experten als den besten Offensive Tackle im Draft.

#13 Houston Texans - Wide Receiver Garrett Wilson (Ohio State)

Nachdem die Texans mit ihrem ersten Pick die Defense verstärkt haben, entscheiden sie sich hier für einen Wide Receiver. Sie wählen Garrett Wilson und versuchen damit, für den jungen Quarterback Davis Mills ein Möglichst gutes Umfeld zu schaffen.

Wilsons Fähigkeiten werden sich mit jenen von Brandin Cooks perfekt ergänzen und positiv auf die Offense auswirken. Cooks zählt als Deep Threat der Offense und Wilson zeichnet sich vor allem durch gutes Route Running aus. Er ist überdies sehr explosiv nach dem Catch und kann dadurch effektiv im Kurzpassspiel eingesetzt werden. Gegen physisch stark agierende Cornerbacks gerät Wilson noch häufig in Problemsituationen. Dagegen muss er es in der Zukunft schaffen, Lösungen zu finden.

#14 Baltimore Ravens - Defensive Tackle Jordan Davis (Georgia)

Mit diesem Pick holen sich die Ravens einen Spieler, der gegnerische Offenses vor Probleme stellen wird. Jordan Davis ist die Definition einer menschlichen Maschine! Er ist zwei Meter groß und wiegt über 154 Kilogramm! Trotz dieser Werte ist er unglaublich agil. Beim Combine lief er die 40 Yards in 4.78 Sekunden. Mahomes benötigte im Vergleich dazu 4.80 Sekunden und Josh Allen lief die gleich Distanz in 4.76 Sekunden.

Davis bindet im Laufspiel immer mindestens zwei Spieler an sich, da es für einen einzelnen Gegenspieler so gut wie unmöglich ist, Davis zu blocken. Selbst zwei Offensive Linemen sind in den seltensten Fällen imstande, Davis aus einer Lücke zu schieben. Offenses müssen daher andere Wege finden, um sich mit dem Ball von Davis fernzuhalten, sodass er nicht in der Lage ist, das Play zu zerstören. Trotz seiner Präsenz gegen den Run ist Jordan Davis im Pass Rush kaum ein Faktor, weswegen er vermutlich ausschließlich bei Laufsituationen auf dem Feld stehen wird.    

#15 Philadelphia Eagles - Safety Kyle Hamilton (Notre Dame)

Das Traumszenario geht für die Philadelphia Eagles in Erfüllung. Die Eagles befinden sich noch auf der Suche nach einem Starting Safety und haben in diesem Szenario die Chance, den Besten in diesem Draft auszuwählen. Gerüchten zufolge befanden sie sich bereits in Vorverhandlungen mit dem erfahrenen Superstar Safety, Tyrann Mathieu, wobei sie noch den Draft abwarten wollten, um gegebenenfalls alternative Optionen abzuwägen. Und tatsächlich ist das Wunschszenario wahrgeworden, da Kyle Hamilton zum erhofften Zeitpunkt noch verfügbar ist.   

Kyle Hamilton gilt für viele Draft Experten als Generationstalent und einer der besten Spieler im Draft. Er ist großgewachsen, hat lange Arme und ist gefühlt überall auf dem Feld zu finden. Er ist ein guter Tackler und immer wieder für die eine oder andere Interception gut. Einer der Gründe, weshalb Kyle Hamilton zu diesem Zeitpunkt noch verfügbar sein könnte, ist darauf zurückzuführen, dass die Safety Position, im Vergleich zu anderen Positionen, weniger bedeutsam ist. Außerdem lief er während seinem Pro Day die 40 Yards in lediglich 4.59 Sekunden. Das ist deutlich schwächer als man von ihm erwarten durfte und könnte ihn infolgedessen auch die ein oder andere Position im Draft kosten.

#16 Minnesota Vikings – Cornerback Trent McDuffie (Washington)

Aufgrund des Trades mit den New Orleans Saints konnten sich die Vikings zusätzliches Draftkapital sichern. Jener Spieler, den man an 12. Stelle bereits im Auge hatte, ist nach wie vor verfügbar. Es handelt sich um Cornerback Trent McDuffie.

McDuffie ist ein flexibler Cornerback, der sowohl in der Man- als auch in der Zone Coverage brilliert. Der 1,80 große Cornerback glänzt vor allem durch einen starken Antritt mit dem es ihm immer wieder gelingt Lücken zu Receivern zu schließen. Seine geringe Körpergröße kompensiert er aufgrund seines kraftvollen Spielstils. Dennoch könnte ihm seine Körpergröße, in der NFL, in manchen Situationen zum Verhängnis werden. 

#17 Los Angeles Chargers - Offensive Tackle Trevor Penning (Northern Iowa)

Die Los Angeles Chargers haben kaum Schwachpunkte in ihrem Team, mit Ausnahme der Right Tackle Position. Mit Trevor Penning erhalten die Chargers ein physisches Monster, der seine defensiven Gegenspieler am College, nach Belieben, dominiert hat. Dennoch befindet Penning, technisch betrachtet, noch nicht ganz auf NFL-Niveau. Vor allem im Pass Blocking muss er sich noch erheblich steigern. Penning spielte überdies, während seiner Collegezeit, gegen sehr schwache Gegner, wodurch er kaum gefordert wurde. Er muss daher beweisen, dass er seine College-Leistungen auf das nächsthöhere Level anheben kann.

Draft Day: Aus Wien in die NFL

+++TRADE! Die Chiefs traden mit den Philadelphia Eagles und erhalten dafür Pick #18! Die Chiefs schicken ihrerseits Pick #29 und #50 nach Philadelphia. Im Gegenzug senden die Eagles Pick #18 und #124 nach Kansas.

#18 Kansas City Chiefs - Wide Receiver Chris Olave (Ohio State)

Die Kansas City Chiefs verfügen durch den Trade von Tyreek Hill über jede Menge Draftpicks. Um einen Nachfolger für Hill zu bekommen nehmen sie ihren Zweitrunden-Pick in die Hand um hochzutraden. Sie entscheiden sich für Chris Olave von der Ohio State University.

Bei Chris Olave handelt es sich um einen enorm schneller Spieler, der für viele Experten der beste Route Runner in dieser Draftklasse ist. Im Hinblick auf seine Physis könnte er allerdings auf Probleme stoßen. Überdies ist er nach dem Catch nicht annähernd so explosiv wie es Tyreek Hill war. Olave erreichte während seiner Karriere, bei 176 Catches, lediglich zehn gebrochene Tackles. Dennoch ist die Kombination aus Speed und Route Running für viele Teams sehr spannend.

#19 New Orleans Saints - Quarterback Desmond Ridder (Cincinnati)

Der nächste Quarterback! Die Saints wurden auf der Suche nach einem langfristigen Nachfolger für Drew Brees mit Desmond Ridder fündig. So lautet zumindest der Plan. Ob sich Ridder wirklich zu einem Franchise Quarterback entwickelt wird bleibt abzuwarten.

Das große Fragzeichen steht hinter Desmond Ridders inkonstanter Passgenauigkeit. Er verfehlt weit offene Receiver viel zu häufig. Doch Ridder ist auch ein harter Arbeiter, der überdies über hervorragende Leaderqualitäten in der Kabine verfügen soll. Außerdem befindet sich Ridder mental auf einem weit höheren Niveau, im Vergleich zu den anderen Quarterbacks in dieser Klasse. Er liest Defenses effizient und verarbeitet Informationen während dem Spiel sehr schnell. Für den Fall, dass er auch seine unbeständige Passgenauigkeit in den Griff bekommt, sollte einer erfolgreichen NFL-Karriere nichts im Wege stehen.

#20 Atlanta Falcons - Wide Receiver Drake London (USC)

Die Atlanta Falcons befinden sich im Rebuild und haben an allen Ecken und Enden Verbesserungsbedarf. Der Trade mit den Pittsburgh Steelers ist demnach absolut sinnvoll, da die Falcons dadurch wertvolles Draftkapital für die nächsten Jahre erhalten.

Die Falcons wählen in diesem Szenario Wide Receiver Drake London, an dem sie bisherigen Gerüchten zufolge stark interessiert sind. Wer auch immer ab dem nächsten Jahr die vakante Quarterback Position besetzen möge, die Falcons benötigen unter allen Umständen, idealerweise gleich mehrere, Wide Receiver. Drake London gilt mit seinen 1,93 Meter als sehr großer Receiver. Dementsprechend gelingt es ihm Cornerbacks vor allem bei Jump Balls zu dominieren. London zählt jedoch nicht zu den schnellsten und agilsten Receivern.

+++ TRADE! Die Bucs traden mit den Patriots und erhalten dafür Pick #27. Die Buccaneers schicken ihrerseits Pick #27 und #91 nach New England. Im Gegenzug schicken die Patriots Pick #21 nach Tampa!

#21 Tampa Bay Buccaneers - Guard Zion Johnson (Boston College)

Die Buccaneers traden mit den Patriots, um die Lücke auf der Guard Position konkret in Angriff zu nehmen. Nachdem Alex Cappa nach Cincinnati wechselte und Ali Marpet zurückgetreten ist müssen sich die Bucs auf dieser Position zwingend verstärken. Sie wählen Zion Johnson, der für die meisten NFL Experten als bester Guard im Draft gilt.

Ein eher unspektakulärer Uptrade für Fans, wobei Zion Johnson kaum Schwächen hat, was wiederum den Buccaneers umgehend zugutekommen wird.

#22 Green Bay Packers - Offensive Tackle Tyler Smith (Tulsa)

Viele Fans erwarten hier wohl einen Wide Receiver. Die Packers entscheiden sich in diesem Szenario aber für die Offensive Line. Tyler Smith könnte in Green Bay sowohl auf der Guard- als auch auf der Tackle Position eingesetzt werden, je nachdem, welche Rolle für Elgton Jenkins vorgesehen ist.    

Smith gilt als dominanter Run Blocker, der sich jedoch im Pass Blocking noch erheblich verbessern sollte. Die Packers ziehen in der Regel vor, möglichst junge Spieler zu draften. Smith passt aufgrund seiner 21 Jahre sehr gut in dieses Schema. Die Coaches in Green Bay haben in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie Offensive Lineman gut weiterentwickeln können.

#23 Arizona Cardinals – Defensive Tackle Devonte Wyatt (Georgia)

Die Defense der Arizona Cardinals hatte in den vergangenen Jahren immer wieder große Probleme, wenn es darum ging, das Laufspiel gegnerischer Offenses zu stoppen. Mit Devonte Wyatt wählen sie in diesem Szenario einen physischen Freak, der vor allem gegen den Lauf, frühzeitig einen positiven Einfluss haben wird. Aufgrund seiner physischen Fähigkeiten und Agilität ist er für gegnerische Offensive Linemen schwer in den Griff zu bekommen.

Aber Wyatt agiert nicht nur gegen den Lauf sehr effektiv, sondern auch im Pass Rush. Ungeachtet seiner physischen Fähigkeiten muss er noch an seinen Pass Rush Moves arbeiten. Am College dominierte er seine Gegenspieler häufig aufgrund seiner Athletik, was jedoch in der NFL nicht mehr möglich sein wird.

#24 Dallas Cowboys - EDGE Arnold Ebiketie (Penn State)

Nachdem Randy Gregory das Team verlassen hat, müssen die Cowboys die Edge Rusher Position in Angriff nehmen. In diesem Szenario entscheiden sich Jerry Jones und Co. für Arnold Ebiketie aus Penn State. Bereits im letzten Jahr schlugen die Cowboys bei der University auf Pennsylvania zu, als sie Linebacker Micah Parsons wählten.

Ebiketie hat in seiner Karriere erst eine erfolgreiche Saison absolviert. Doch in dieser hat er sich bestmöglich für die NFL präsentiert. Als Pass Rusher gilt er in seiner Entwicklung schon als sehr weit fortgeschritten. Er verfügt in seinem Repertoire über viele Rush Moves, was bei College Spielern eher untypisch ist. Viele Spieler die direkt aus dem College kommen sind in dieser Hinsicht noch nicht so weit entwickelt wie es bei Ebiketie der Fall ist.  

#25 Buffalo Bills - Cornerback Andrew Booth Jr. (Clemson)

Das Team der Bills ist im Grunde bereits sehr stark besetzt, mit Ausnahme der Cornerback Position, denn Levi Wallace hat das Team in dieser Offseason verlassen. Die Bills füllen diese Lücke mit dem talentierten Spieler Andrew Booth Jr.

Booth verfügt über eine ideale Größe, lange Arme und eine enorme Agilität. Überdies hat er einen guten Antritt, was ihm entgegenkommt, um Wurffenster schnell zu schließen und allenfalls Interceptions zu fangen. Experten betrachten allerdings seinen Speed als kritisch, der im Verhältnis zu seinem Antritt geringer ausgeprägt ist. Des Weiteren fehlt Booth noch die nötige Erfahrung, da er lediglich die letzte College Saison als Vollzeit-Starter spielte.

#26 Tennessee Titans - Wide Receiver Jahan Dotson (Penn State)

Die Titans sind noch auf der Suche nach einem Wide Receiver und werden in Jahan Dotson fündig. Sein Spielstil ergänzt sich gut mit Nummer eins Receiver AJ Brown. Brown ist ein physisch starker Receiver und Dotson ist eher klein und sehr agil. Johan Dotson zeichnet sich vor allem durch seine starken Hände aus.

Man hat das Gefühl, dass er in der Lage alles zu fangen, was in seine Richtung geworfen wird. Während seiner College-Karriere zeigte er bereits mehrere akrobatische "one-handed Catches". Gegen physisch starke Cornerbacks, hat Dotson allerdings Probleme. Mehr Muskelmasse aufzubauen wäre für ihn definitiv vorteilhaft.

27# New England Patriots - Linebacker Devin Lloyd (Utah)

Die New England Patriots haben Handlungsbedarf auf der Linebacker Position und schließen diese Lücke mit der Verpflichtung von Devin Lloyd. Die Patriots sind jedoch unberechenbar. Ihnen ist alles zuzutrauen. Devin Lloyd hat die Fähigkeit auf mehreren Linebacker Positionen zu spielen. Er agiert sehr aggressiv, wobei ihm vor allem seine physischen Fähigkeiten, wie Speed und Größe, zusätzlich entgegenkommen. Zu seinen Mankos zählen wiederum die vielen verpassten Tackles. Außerdem erkennt er das Blocking Schema gegnerischen Offenses oftmals nicht schnell genug.

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#28 Green Bay Packers - Christian Watson (North Dakota State)

Einen Superstar wie Devonta Adams zu ersetzen ist quasi kaum realistisch. Die Packers entscheiden sich in diesem Szenario für einen anderen Spielertyp. Christian Watson ist ein großer Receiver der über enormen Speed verfügt. Vom Spielertyp ist er mit dem ehemaligen Packer, Marquez Valdez Scantling, vergleichbar. Watson hat seine Gegner am College dominiert.

An den meisten Cornerbacks ist er aufgrund seines Tempos mit Leichtigkeit vorbeigelaufen und war dadurch weit offen und häufig anspielbar. Jetzt muss er allerdings unter Beweis stellen, dass er gegen stärkere Gegner ähnlich auftreten kann. Über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt er jedenfalls. Im Hinblick auf seine Route Running Fähigkeiten muss er jedoch erheblich zulegen. 

#29 Philadelphia Eagles - Wide Receiver Treylon Burks (Arkansas)

In den vergangenen zwei Jahren entschieden sich die Philadelphia Eagles jeweils in der ersten Runde für einen Wide Receiver. Dennoch besteht auf dieser Position offenbar erneut Bedarf, da die Eagles mit ihrem First Round Pick aus dem 2020er NFL Draft, Jalen Reager, nicht wirklich zufrieden sein dürften. Es ist daher davon auszugehen, dass die Eagles auch in diesem Jahr, die Receiver Position anvisieren werden. Ein Fragezeichen steht lediglich hinter dem genauen Zeitpunkt. In diesem Szenario entscheiden sich GM Howie Rosemann und Head Coach Nick Sirianni für Treylon Burks von Arkansas.

Burks ist ein großer, physisch starker Receiver. Draft-Experten vergleichen ihn häufig mit AJ Brown oder Deebo Samuel. Zu seiner großen Stärke zählen die Yards nach dem Catch. Dort ist er aufgrund seine Geschwindigkeit und Physis kaum zu halten. Verbesserungsbedarf besteht im Hinblick auf sein Route Running. Zudem sollte er die Angewohnheit ablegen, immer wieder "one-handed Catches" zu versuchen. 

#30 Kansas City Chiefs - Cornerback Kyler Gordon (Washington)

Die Chiefs entscheiden sich mit diesem Pick, eine ihrer große Schwachstelle im Team zu verstärken, nämlich ihre Defense. Nachdem Cornerback Charvarius Ward das Team in dieser Offseason verlassen hatte, füllen die Chiefs diese Lücke mit dem talentierten Kyler Gordon.

Gordon gilt als sehr vielseitiger Spieler, der in der Defense von Washington bereits mehrere Rollen ausgeführt hat. Er ist ein starker Athlet, mit adäquater Größe und daher optimal für die Cornerback-Position geeignet. Zudem verfügt er über einen guten Antritt, wodurch es ihm häufig und vor allem auch rasch gelingt, Passfenster zu schließen. Seine Technik gilt als ausbaufähig. Zudem sollte er erlernen, Plays früher zu erkennen. Des Weiteren verpasst er immer wieder Tackles nach dem Catch, wodurch große Raumgewinne entstehen.

+++ TRADE! Die Atlanta Falcons traden mit den Cincinnati Bengals und erhalten dafür Pick #31. Die Falcons schicken ihrerseits Pick #43, #74 und 151# nach Cincinnati. Im Gegenzug schicken die Bengals Pick #31 nach Atlanta.

#31 Atlanta Falcons - Quarterback Matt Corral (Ole Miss)

Die Atlanta Falcons traden nach oben, um ihren zukünftigen Franchise Quarterback wählen zu können! Und dieser ist Matt Corral von Ole Miss! General Manager Terry Fontenot hat bereits Dienstagabend in einem Statement anklingen lassen, dass man in diesem Draft auf der Quarterback-Position aktiv werden würde. Das offene Fragezeichen stand jedoch hinter dem Zeitpunkt und präferierten Spieler auf dieser so wichtigen Position.

Matt Corral trifft bei den Falcons zurzeit auf kein optimales sportliches Umfeld. Die Falcons befinden sich bekanntermaßen inmitten eines Rebuilds mit etlichen Lücken auf fast allen Positionen. Corral könnte erst im zweiten Jahr starten und zuvor vom derzeitigen Quarterback Marcus Mariota lernen. Angesichts der Tatsache, dass Matt Corral vor allem spielerisch noch Aufholbedarf hat, wäre dieses Vorgehen durchaus nachvollziehbar.  

#32 Detriot Lions - Linebacker Quay Walker (Georgia)

Dan Campbell und Co. haben ihren frühen Erstrunden-Pick bereits in die Defense investiert. In diesem Szenario verfolgen sie den gleichen Ansatz, indem sie sich für den explosiven Linebacker der Georgia Bulldogs, Quay Walker, entscheiden.

Quay Walker ist ein guter Athlet, der Plays früh liest und dementsprechend reagiert. Hinzu kommen sein unbändiger Einsatz und Wille, Plays niemals aufzugeben. In der Pass Coverage ist Walker etwas limitiert. Er ist aufgrund seiner steifen Hüfte in seiner Agilität eingeschränkt. Außerdem ist er häufig übermotiviert und überläuft dadurch das Play, wodurch sich wiederum Lücken öffnen, die er in erster Linie füllen müsste. 

Der Mock Draft von PULS 24-Experte Chris Calaycay 

Der Mock Draft von PULS 24-Experte Chris Calaycay. 

Der Mock Draft von PULS 24-Kommentator Walter Reiterer 

01. JAX: Aidan Hutchinson, Michigan, Senior DL/LB (EDGE)     
02. DET: Kayvon Thibodeaux, Oregon, Sophomore DL/LB (EDGE)     
03. HOU: Travon Walker, Georgia, Junior DL
04. NYJ: Evan Neal, Alabama Junior OL
05. NYG: Ikem Ekwonu, NC State, Sophomore OL
06. CAR: Kenny Pickett, Pittsburgh, Senior QB
07. NYG: Ahmad Gardner, Cincinnati, Junior CB  
08. ATL: Drake London, USC, Junior WR
09. SEA: Derek Stingley Jr., LSU, Junior CB   
10. NYJ: Garrett Wilson, Ohio State, Junior WR
11. WC: Kyle Hamilton. Notre Dame, Junior Safety
12. MIN: Jermaine Johnson II, Florida State, Senior DL/LB (EDGE)          
13. HOU: Jordan Davis, Georgia, Senior DL 
14. BAL: Trevor Penning, Northern Iowa, Junior OL
15. PHI: Chris Olave, Ohio State, Senior WR      
16. NO:  Tyler Linderbaum, Iowa, Junior OL
17. LAC: Jameson Williams Alabama, Junior WR
18. PHI: Devonte Wyatt, Georgia, Senior DL      
19. NO: Treylon Burks, Arkansas, Junior WR      
20. PIT: Malik Willis Liberty, Junior QB    
21. NE: Daxton Hill, Michigan, Junior Safety  
22. GB: Jahan Dotson, Penn State, Senior WR        
23. ARZ: Charles Cross, Mississippi State, Sophomore OL      
24. DAL: George Karlaftis, Purdue, Junior DL/LB (EDGE)  
25. BUF: Trent McDuffie, Washington, Sophomore CB      
26. TEN: Devin Lloyd, Utah, Junior LB
27. TB: Zion Johnson, Boston College, Senior OL   
28. GB: Bernhard Raimann Central Michigan, Junior OL   
29. KC: Boye Mafe, Minnesota, Senior DL   
30. KC: Christian Watson, North Dakota State, Senior WR
31. CIN: Andrew Booth Jr., Clemson, Junior CB   
32. DET: Desmond Ridder, Cincinnati, Senior QB       

Wohin zieht es Bernhard Raimann? 

 #42 Indianapolis Colts

Wir alle hoffen darauf, dass Bernhard Raimann so früh wie möglich gedraftet wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Raimann bereits in Runde eins von einem Team ausgewählt wird gilt als realistisch, wobei wir in diesem Szenario nicht davon ausgehen. Das Alter ist für viele NFL Teams von entscheidender Bedeutung, wobei Raimann, aufgrund seiner 24 Jahre, bereits zu den älteren Spielern in dieser Klasse zählt. Seine kurzen Arme führen zudem zu einer gewissen Skepsis bei einigen Teams. Am Ende ist es auch unerheblich, zu welchem Zeitpunkt der Burgenländer gedraftet wird, denn beweisen muss er sich dennoch.

Die Colts sind für Bernhard Raimann der perfekte Landing Spot. Die Colts haben durch den Abgang von Eric Fisher ein großes Need auf der Left Tackle Position. Raimann hätte somit keinen direkten Konkurrenten, was zu der Schlussfolgerung führt, dass er im nächsten Jahr als Left Tackle der Colts starten wird.

Außerdem hätte er den Luxus weiterhin auf seiner Stammposition (Left Tackle) spielen zu können. Bei vielen anderen Teams müsste er hingegen entweder auf die Guard oder Right Tackle Position switchen. In Indianapolis wäre dieses Szenario auszuschließen. Auch diese Gegebenheit käme Raimann erheblich zugute, denn ein Positionswechsel innerhalb der Offensive Line ist nicht zu unterschätzen.

Hier verraten wir sechs weitere realistische Landing Spots für Bernahrd Raimann. 

Und hier verraten die PULS 24-Experten, bei welchem Team sie den Österreicher am liebsten sehen würden. 

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Quelle: Redaktion / Lukas Pesendorfer