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NFL Draft 2022: Die "Needs" der AFC-Teams

22. Apr. 2022 · Lesedauer 10 min

Der NFL Draft 2022 steht vor der Tür. PULS 24 überträgt Runde eins und zwei am Freitag, den 29. April, ab 1:55 Uhr live und analysiert im Vorhinein, welches AFC-Team auf welcher Position dringend Verstärkung benötigt.

Die Offseason 2022 wird von vielen Experten bereits jetzt als die Verrückteste aller Zeiten in der National Football League bezeichnet. In der AFC wäre da unter anderem der Blockbuster-Trade um Star-Receiver Tyreek Hill, der die Kansas City Chiefs verlässt, um sich den Miami Dolphins anzuschließen. Oder auch die zahlreichen spektakulären Wechseln auf der Quarterback-Position, wie Deshaun Watson (zu den Cleveland Browns), Matt Ryan (Indianpolis Colts) oder Russell Wilson (Denver Broncos). Und dann wäre da auch noch der Trade um Davante Adams, der von Green Bay nach Las Vegas übersiedelt und sich den Raiders anschließt. 

Trotz dieser Dynamik, welche die Offseason bereits angenommen hat, steht das große Highlight noch bevor. Der NFL Draft 2022 findet am 28. und 29. April (amerikanischer Zeit) in Las Vegas statt. Dabei dürfen die 16 AFC- und die 16 NFC-Teams wieder aus den besten Nachwuchsspielern vom College auswählen. PULS 24 analysiert vorab, wo die 16 AFC-Teams Bedarf haben und sich dringend verstärken sollten. 

Baltimore Ravens 

Nach einer enttäuschenden von Verletzungen geprägten Saison wollen die Ravens wieder zurück in die Spur. Das essenziellste Need befindet sich wohl auf der Edge Rusher Position - also jener Spieler, der versucht mit möglichst viel Tempo von außen an der Offensive Line vorbeizukommen und den Quarterback unter Druck zu setzen. Kurzzeitig wurde vermeldet, dass man sich mit Za’Darius Smith auf einen Vertrag geeinigt hätte, der Deal platzte jedoch schlussendlich. Überdies ist von einer Verstärkung auch auf der Cornerback Position auszugehen. Genauso in der Offensive Line, um den zuletzt verletzten Quarterback Lamar Jackson bestmöglich zu schützen. 

Buffalo Bills 

Die Bills waren in der letzten Saison nicht weit vom Titel entfernt und haben sich bereits mit namhaften Spielern wie zum Beispiel Von Miller verstärkt. Dennoch existiert wie bei allen anderen Teams noch Bedarf, den es zu adressieren gilt. Auf der Cornerback Position ist durch den Abgang von Levi Wallace eine Lücke entstanden, die es nachzubesetzen gilt. Aber auch im Hinblick auf die Offensive könnte noch der eine oder andere Wide Receiver und Running Back verpflichtet bzw. gedraftet werden. Zwei wichtige Receiver, Emmanuel Sanders und Cole Beasly, haben die Bills in dieser Offseason verlassen.

Cincinnati Bengals 

Das große wiederkehrende Thema der vergangenen Saison bei den Cincinnati Bengals war die löchrige Offensive Line. Diese wurde bereits in der Free Agency adressiert und durch die Verpflichtungen von Alex Cappa (Tampa Bay Buccaneers), Ted Karras (New England Patriots) und La’el Collins (Dallas Cowboys) entsprechend verstärkt. Einen weiteren Guard könnten die Bengals ebenfalls gut gebrauchen. Bernhard Raimann gilt für viele NFL-Experten als möglicher Kandidat. Überdies besteht auf der Cornerback und Tight End Position noch Bedarf.   

Cleveland Browns 

Im Brennpunkt der Browns während der Offseason stand die Quarterback Position rund um Baker Mayfield. In einem Blockbuster Trade gelang es, Deshaun Watson für sich zu gewinnen. Nach der Entlassung von Jarvis Landry steht die Besetzung der Wide Receiver Position im Fokus. Außerdem sollten sich die Browns auf der Center Position verstärken, nachdem JC Tretter völlig überraschend entlassen wurde. Aber auch auf der defensiven Seite des Balles gilt es noch einige Lücken zu schließen. Auf der Defensive Tackle Position sind sie zudem unzureichend besetzt. Auch auf der Defensive End Position fehlt ein guter Pass Rusher gegenüber von Myles Garrett.

Denver Broncos 

Bei den Broncos lautet das Moto nach dem Trade von Russell Wilson ganz klar: "Win now". Offensiv sind sie bereits sehr stark besetzt. Auf der Tight End Position könnte man hingegen noch etwas nachlegen, da man Noah Fant via Trade nach Seattle schickte. Auch auf der Running Back Position besteht nach dem Abgang von Melvin Gordon Bedarf. Einen zweiten Running Back zu verpflichten wäre sinnvoll, idealerweise ein Kandidat, der sich bestmöglich mit Starter Javonte Williams ergänzt. Auf der anderen Seite des Balles könnte man im Defensive Backfield noch etwas aufrüsten. Das Team ist jedoch bereits sehr stark besetzt und könnte schon in der nächsten Saison ganz oben mitspielen.

Houston Texans 

Bei den Houston Texans besteht im Grunde auf so gut wie jeder Position Verbesserungsbedarf. Die Wichtigste, jene des Starting Quarterbacks, ist für die nächste Saison bereits mit Davis Mills besetzt. In der Offensive Line und auf der Receiver Position besteht Handlungsbedarf. In der Defense sind so gut wie alle Positionen mangelhaft besetzt. Einzig auf der Cornerback Position ist man mit Steven Nelson und Desmond King gut aufgestellt. Die Texans verfügen jedoch über den 3. Pick im Draft und haben somit den Luxus, eine der erwähnten Lücken mit einem jungen talentierten Spieler zu füllen.    

Indianapolis Colts 

Die Colts befanden sich unter jenen Teams, die während der Offseason im "Quarterback-Karussell" involviert waren. Sie tradeten Carson Wentz und holten sich dafür den Routinier Matt Ryan aus Atlanta. Ein weiterer Fokus sollte auf die Left Tackle Position gelegt werden, da Eric Fisher - bis zum jetzigen Zeitpunkt - noch keinen neuen Vertrag unterschrieben hat. Des Weiteren sollte auf der Receiver Position nachlegt werden. Defensiv konnte man zuletzt das größte Need mit der Verpflichtung von Cornerback Stephon Gilmore füllen. Die Colts verfügen noch über einige Millionen an Cap Space und könnten demnach auch noch vor und nach dem Draft aktiv werden. 

Jacksonville Jaguars 

Bei den Jaguars stehen mit Neo-Coach Doug Pedersen alle Zeichen auf Umbruch. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Jaguars in der Free Agency so aktiv wie kaum ein anderes Team waren und sich infolgedessen auf sämtlichen Positionen zu verbessern wussten. Das größte Need besteht auf der Edge Rusher Position. Diese wird man aber aller Voraussicht nach bereits mit dem ersten Pick im Draft füllen. Auch auf der Safety Position besteht Verbesserungsbedarf. Und ebenso auf der anderen Seite des Balles, in der Offensive Line und auf der Wide Receiver Position, sollten sich die Jaguars noch verstärken. 

Kansas City Chiefs 

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Durch den überraschenden Trade von Tyreek Hill ist auf der Receiver Position eine kritische Lücke entstanden, die es adäquat nachzubesetzen gilt. Der primäre Fokus sollte in den nächsten Wochen jedoch im Hinblick auf die Mobilisierung der Defense gerichtet sein. Auf der Defensive End Position gilt es Frank Clark einen weiteren, starken Pass Rusher zur Seite zu stellen. Aber auch im Backfield gibt es Nachholbedarf, da Nummer 1 Cornerback, Charvarius Ward und Superstar, Safety Tyrann Mathieu, die Chiefs während der Offseason verlassen haben. Die Chiefs verfügen allerdings über zwei First Round Picks. Eine gute Ausgangsposition, um das Team mit jungen talentierten Spielern zu verstärken.

Las Vegas Raiders 

Nachdem die Raiders zuletzt für Devante Adams tradeten, existieren in der Offensive kaum noch Schwachstellen. Einzig die Offensive Line könnte noch zusätzlich verstärkt werden. Auf der defensiven Seite des Balles sollten die Raiders die Verstärkung der Defensive Tackle Position in Erwägung ziehen. Die Raiders hatten im letzten Jahr große Probleme den Lauf zu verteidigen und benötigen daher insbesondere auf dieser Position ein Upgrade. Die Cornerback Position wirkt auf den ersten Blick als gut besetzt, wobei in den vergangenen Wochen immer wieder Gerüchte rund um eine Verpflichtung von Stephon Gilmore aufkamen, der zuletzt von den Indianapolis Colts verpflichtet wurde. Der neue Defensive Coordinator Patrick Graham benötigt für sein System genau diese Art von Spielern, die vor allem in der Man Coverage brillieren, wie es u. a. Gilmore verkörpert.

Los Angeles Chargers 

Die Chargers haben im Zuge dieser Offseason bereits mächtig aufgerüstet. Sie tradeten zunächst für Khalil Mack von den Chicago Bears und verpflichteten überdies den stärksten Cornerback auf dem Markt, JC Jackson. Das Team befindet sich klar im "Win Now" Modus. Dennoch bestehen offensiv wie defensiv auch noch vereinzelt Schwachstellen. Offensiv ist die Position des Right Tackles noch völlig offen. Bernhard Raimann würde sich auf dieser Position perfekt anbieten. Die Chargers sind aber ebenso auf der Suche nach einem weiteren Wide Receiver. In der Defensive verfügt Head Coach Brandon Staley über mehrere Superstars in seinen Reihen. Einen Defensive Tackle könnten die ,,Bolts‘‘ aber noch gut gebrauchen.

Miami Dolphins 

Das größte Fragezeichen bei den Miami Dolpins besteht im Zusammenhang mit der Quarterback Position. Ist Tua Tagovailoa der Richtige oder nicht? Das wird sich in der nächsten Saison zeigen, denn die Dolphins haben ihm mit Tyreek Hill eine weitere Waffe zur Seite gestellt. Dennoch gilt die Offensive Line als eine der Schwachstellen im Team und müsste demnach verbessert werden. Außerdem sollte in die Besetzung der Edge Rusher Position investiert werden. Melvin Ingram, der ehemalige Spieler der Kansas City Chiefs, war zuletzt für Verhandlungen zu Gast im Trainingszentrum der Dolphins. 

New England Patriots 

Bei den Patriots war es bisher außergewöhnlich still. So wurden u. a. einige Abgänge verzeichnet, die bis dato nicht kompensiert wurden. Vor allem auf der Cornerback Position gilt nach dem Abgang von JC Jackson Handlungsbedarf. Ebenso müsste die Verstärkung der Linebacker Position ins Auge gefasst werden. In der Offense sollten die Patriots auch noch im Hinblick auf die Offensive Line Position handeln. Da Mac Jones nicht zu den mobilsten Quarterbacks zählt, wäre eine gute Offensive Line umso wichtiger.

New York Jets 

Die Jets haben in dieser Offseason bereits einige vielversprechende Verpflichtungen vollzogen. Dennoch befindet man sich noch im Aufbau und sieht demnach noch entsprechenden Nachbesserungsbedarf. In der Offensive Line wurde bereits gehandelt und Laken Tomlinson wurde von den San Francisco 49ers verpflichtet. Im Hinblick auf die Center Position könnten die Jets durchaus noch zuschlagen. Eine weitere Position, die es im Auge zu behalten gilt, ist die Position des Wide Receivers. Die Jets waren bereits aktiv am Markt betreffend Tyreek Hill und werden vermutlich auch um Deebo Samuel buhlen, sollte dieser verfügbar werden. Auf der defensiven Seite des Balles müssen die Jets auf der Edger Rusher- sowie auf der Cornerback Position nachlegen. Die Jets besitzen zwei Picks in den Top 10, sowie zwei weitere in den Top 35 des NFL Drafts. Gute Voraussetzungen für die Jets, um möglichst viele Lücken zu schließen.

Pittsburgh Steelers 

Wird Mitchell Trubisky der Nachfolger von "Big Ben", Ben Roehtlisberger, oder werden sich die Steelers im NFL Draft um eine langfristige Lösung bemühen? Das ist die große Frage aller Fragen! Das Team von Mike Tomlin sollte allerdings auch unter allen Umständen die Offensive Line verstärken. Dazu ist der Verlust von Wide Receiver, Juju Smith Schuster, zu kompensieren. In der Defense müssen die Steelers vor allem im Defensive Backfield nach Verstärkungen trachten. Nachdem die beiden Starter, Cornerback Joe Haden und Safety Terrell Edmunds, ihre Verträge zuletzt nicht verlängerten, besteht auch in dieser Hinsicht dringender Handlungsbedarf. 

Tennessee Titans 

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Der Nummer 1 Seed aus der AFC muss in dieser Offseason vor allem ein Plan-B Szenario finden, um die enorme und direkte Abhängigkeit von Running Back Derrick Henry auszugleichen. Demzufolge sollte ein adäquater Backup für Henry gefunden werden, der unter anderem den einen oder anderen Lauf übernehmen und Henry dadurch entlasten könnte. Außerdem sollte die Position Wide Receiver angemessen besetzt werden. Zwar gelang es, Robert Woods von LA nach Tennessee zu lotsen, wobei bis dato noch nicht feststeht, ab wann Woods zur Verfügung stehen wird, da ein zuletzt erlittener Kreuzbandrisses noch nicht komplett ausgeheilt wurde. In der Defense sind die Titans bereits stark besetzt. Eine weitere Verstärkung der Tiefe in der Defensive Line wäre aber noch wichtig.  

Quelle: Redaktion / Lukas Pesendorfer, Maximilian Patak