APA - Austria Presse Agentur

Causa Wirecard: Marsalek-Vertrauter in Singapur verhaftet

01. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Henry O'Sullivan, ein enger Vertrauter des untergetauchten Wirecard-Vorstands Jan Marsalek und mutmaßliche Schlüsselfigur im Betrugsskandal, ist in Singapur verhaftet worden.

Der 46-jährige britische Geschäftsmann Henry O'Sullivan gilt als enger Vertrauter des nach wie vor untergetauchten Wirecard-Vorstands Jan Marsalek und als mutmaßliche Schlüsselfigur im Bilanzfälschungsskandal rund um den einstigen Zahlungsanbieter. Nun wurde er in Singapur verhaftet, berichtet die "Süddeutsche" am Mittwoch.

Gegen O'Sullivan wird in München wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Wirecard-Vermögen ermittelt. Er soll Marsalek und dessen mutmaßlicher Bande geholfen haben, hohe Millionenbeträge beiseite zu schaffen. Mit diesem Geld soll der einstige Börsenliebling Wirecard Geschäfte in Asien vorgetäuscht haben, die es nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft München I aber real nie gab. Gegen Marsalek und andere wird unter anderem wegen Betrugsverdachts in Milliardenhöhe ermittelt.

Bis auf weiteres in Singapur in Haft

In Singapur sitzt O'Sullivan jetzt bis auf weiteres im Gefängnis. Die Polizei im Stadtstaat hat ihn am Montag festgenommen. Am Mittwoch wurde er dann per Video von einem Bezirksgericht angehört, wie die Tageszeitung  "The Straits Times" berichtet.

Demnach liegt bereits eine Anklage gegen O'Sullivan vor, sie lautet: Beihilfe zur Fälschung eines Dokuments. Er soll die in Singapur ansässige Firma Citadelle im Jahr 2016 dazu angestiftet haben, eine Saldenbestätigung zu fälschen. Mit diesem Dokument wiederum sei Wirecard-Vermögen auf einem angeblichen Treuhandkonto vorgegaukelt worden, das gar nicht existiert habe - es geht also im Kern um genau jenen Schwindel, mit dem Wirecard im Juni 2020 aufgeflogen war. 

O'Sullivans Anwalt beantragt offenbar die Freilassung seines Mandanten auf Kaution. Er habe mit den Behörden bei Ermittlungen kooperiert. Die Entscheidung über eine Freilassung wurde auf den 8. September verschoben.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos