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Personalnot: Wo die meisten Jobs offen sind

04. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Laut dem Wirtschaftsministerium lag die Arbeitslosenquote Ende Dezember 2022 bei 7,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2008. Arbeitskräfte werden händeringend gesucht - PULS 24 hat den Überblick, in welchen Bereichen.

Obwohl der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Österreich eine freudige Nachricht ist, trübt die Zahl der offenen Stellen diese Euphorie. Viele Branchen suchen händeringend nach Arbeitskräften.

Laut Arbeitsmarktservice (AMS) gebe es derzeit 109.797 vakante Stellen und 374.871 Personen, die arbeitslos oder in Schulung sind. Die digitale AMS-Plattform "alle jobs" weist bundesweit sogar 250.000 offene Arbeitsplätze aus. Auch der Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes kommt aktuell auf 220.844 offene Stellen. Die verschiedenen Zahlen ergeben sich aus unterschiedlichen Zählweisen.

Wo es offene Stellen gibt

Wo sich die meisten offenen Stellen befinden, lässt sich im Dezember-Bericht des Wirtschaftsbundes finden. Im Bundesländervergleich weisen Oberösterreich (48.019), Wien (42.093) und Niederösterreich (36.335) die meisten vakanten Stellen auf.

Die größte Personalnot (45.221) gibt es im Bereich "Handel, Logistik und Verkehr", gefolgt von "Büro, Marketing, Finanz, Recht und Sicherheit" mit 33.596 offenen Stellen und in "Tourismus, Gastgewerbe und Freizeit" (23.935). Die wenigsten offenen Stellen gibt es im Bereich "Bergbau, Rohstoffe, Glas, Keramik, Stein". Insgesamt gibt es acht Bereiche, in denen es eine fünfstellige Zahl an offenen Stelle gibt.

Im Bereich Bildung sind laut AMS aktuell 11.500 Lehrstellen offen. Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, hat Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) eine Verkürzung der Ausbildung für Lehrer der Sekundarstufe verkündet.

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Betriebe kämpfen

Der Fachkräftemangel bleibt also ein Riesenproblem für Österreichs Wirtschaft - Betriebe können fehlende Stellen nicht besetzen, was wiederum die wirtschaftliche Gesamtentwicklung trübt. Dazu kommen noch Pensionierungswellen. Dem Arbeitsmarkt werden bald jährlich mehr als 100.000 Menschen abhandenkommen, ohne dass junge Menschen nachkommen, schreibt die "Kleine Zeitung". Das bedeutet eine Erhöhung des demografischen Drucks.

Eine Entlastung ist aber in Sicht. Zum einen gab es schon immer "gute Zuwanderung in den Arbeitsmarkt", sagte AMS-Chef Johannes Kopf in einem Gespräch mit der "Presse". Zum anderen setzt Kopf auf die stufenweise Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen ab 2024. Damit würden jährlich 20.000 Arbeitskräfte bestehen bleiben.

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Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz