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Niederösterreich: Wahlspekulationen nach ÖVP-Umfragetief

06. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Laut einer aktuellen Umfrage steht die ÖVP in Niederösterreich nur noch bei 41 Prozent. Sie würde damit die absolute Mehrheit verlieren. Manche vermuten nun, dass sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf Neuwahlen im Bund drängen könnte.

Eine Umfrage der "Niederösterreichischen Nachrichten" rund ein halbes Jahr vor dem planmäßigen Termin der NÖ-Landtagswahl sieht die ÖVP bei 41 Prozent. Damit würde die Volkspartei die absolute Mandatsmehrheit verlieren und das bisher schwächste Ergebnis bei Landtagswahlen seit 1945 einfahren.

Im Plus im Vergleich zu 2018 wären SPÖ, FPÖ und NEOS. Die MFG würde es nicht in den Landtag schaffen. Mit 41 Prozent läge die ÖVP um mehr als acht Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis aus 2018 mit damals 49,6 Prozent. Die SPÖ würde 26 Prozent (2018: 23,9) erreichen. Der FPÖ wird mit 17 Prozent das bisher beste Resultat bei Landtagswahlen in Niederösterreich prognostiziert. 2018 kamen die Freiheitlichen auf 14,8 Prozent.

MFG würde nicht in Landtag kommen

Die Grünen stehen der Erhebung zufolge bei sechs Prozent (6,4), die NEOS ebenfalls (5,2). Die MFG würde mit drei Prozent den Einzug in den Landtag in St. Pölten verpassen. Anfang Februar hatte eine "NÖN"-Umfrage die impfkritische Partei noch bei sechs Prozent gesehen.

Wie könnte sich das Umfragetief der ÖVP unter Johanna Mikl-Leitner auf die Bundespolitik auswirken? Der "Standard" spekuliert nun schon darauf, dass sich die ÖVP-Niederösterreich für Neuwahlen im Bund im Herbst einsetzen könnte und bezieht sich dabei auf Strategen außerhalb der ÖVP: "Wenn ein Wahlverlust von Kanzler Karl Nehammer samt darauffolgender Neuaufstellung unvermeidbar ist, sollte man es aus niederösterreichischer Sicht hinter sich bringen. Dann wäre bei einer Landtagswahl im März genug Zeit für eine Abgrenzung zum Bund". 

Skandale in der ÖVP

Seit fünf Jahren ist Johanna Mikl-Leitner nun Landeshauptfrau. Von großen Skandalen wie etwa in Tirol - Stichwort Ischgl - oder Vorarlberg - Stichwort Wirtschaftsbund - blieb sie verschont. Der "Rote bleiben Gsindel"-Chat und ihr Ballkleider-Spartipp, für den sie sich entschuldigte, hängen ihr aber nach. Die Bundes-ÖVP befindet sich ohnehin in einer Umfrage-Flaute und kommt wegen Korruptionsvorwürfen, Corona, Krieg, Gaskrise und Teuerung nicht mehr in Fahrt.

Durchgeführt hat die Erhebung das Meinungsforschungsinstitut IFDD ("Institut für Demoskopie und Datenanalyse") von Christoph Haselmayer. Zeitraum war 24. Juni bis 1. Juli, 800 Online-Interviews wurden geführt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa