Lockl: Es gab keinen türkis-grünen ORF-Deal für Weißmann

11. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Die Wahl des neuen ORF-Chefs Roland Weißmann von Seiten der Grünen sei eine Sachentscheidung gewesen, sagt der ORF-Stiftungsrat der Grünen, Lothar Lockl. Man werde Weißmanns Team nun "daran messen, ob tatsächlich diese Unabhängigkeit gewährleistet ist."

Der 53-jährige gebürtige Linzer Roland Weißmann wurde am Dienstag im Stiftungsrat mit türkis-grüner Unterstützung mit 24 Stimmen gewählt. Er gilt als der von der ÖVP favorisierte Kandidat. Die drei grünen Stiftungsräte wurden für ihr Abstimmungsverhalten kritisiert, es hieß zuletzt, dass sie dafür zwei Direktorenposten bekommen könnten. NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter etwa bezeichnete den Bestellungsprozess als "Farce". Die FPÖ sprach von einer türkischen Umfärbung des ORF. 

ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann ist am Dienstag im Stiftungsrat zum ORF-Generaldirektor gewählt worden. 

Im PULS 24 Interview betonte der ORF-Stiftungsrat der Grünen, Lothar Lock, hingegen, "eine Sachentscheidung" getroffen zu haben. Roland Weißmann habe im Hearing vor der Abstimmung "glaubwürdig versichert", auf ein starkes Team zu setzen. Das Team werde laut Lockl aus nachweislich kompetenten Personen bestehen. Herausforderungen wie die Digitalisierung könne man nur im Team stemmen. 

Laut NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter haben die Grünen bei der ORF-Wahl jeden Anstand vermissen lassen.

Kritik an jeder Entscheidung

Dennoch spricht Lockl von einem "Vertrauensvorschuss" für Weißmann. Weißmann habe betont unabhängig zu sein und die zukünftigen Direktoren und Direktorinnen im ORF vor politischem Einfluss zu schützen. Man werde nun schauen, ob das tatsächlich so ist, sagt Lockl.

Er glaubt außerdem, dass es an jeder Entscheidung Kritik gegeben hätte. Wäre Alexander Wrabetz gewählt worden, hätte es Kritik am Stillstand gegeben und auch Lisa Totzauer und Thomas Prantner würde Nähe zu Parteien vorgeworfen, so der Stiftungsrat. "Alle wurden im Vorfeld komplett politisch eingefärbt in der Wahrnehmung", meinte Lockl, der dies als "Unkultur" bezeichnete.

Kein Deal für Direktorenposten

Lockl bestreitet, dass auf Grund von politischem Druck gehandelt habe, gegen Druck sei er "unempfindlich". Er betont, dass auch ein eher FPÖ-naher Stiftungsrat für Weißmann gestimmt hätte und dieser eine Zweidrittel-Mehrheit bekommen hat. Auch habe es keinen "Deal" für Direktorenposten für die Grünen gegeben". Es gebe aber "eine Übereinstimmung", dass es "starke" Direktoren im ORF brauche.

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Quelle: Redaktion / koa