APA - Austria Presse Agentur

Wrabetz will Armin Wolf als Digitalchef im Newsroom

10. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Noch-ORF-Generaldirektor Wrabetz will vor seiner Ablöse noch die Newsroom-Führung bestellen. Armin Wolf soll Digitalchef werden. Wrabetz kündigte an, die Redaktionen stärken zu wollen, damit es zu keiner Orbanisierung kommt, selbst wenn jemand "solche Träume" haben sollte.

Nach der Verkündung des ORF-Wahlergebnisses und der Bestätigung, dass Roland Weißmann mit Anfang 2022 Alexander Wrabetz als Generaldirektor ablösen wird, trat der noch amtierende ORF-Chef vor die Presse. 

 

Dass er nach 15 erfolgreichen Jahren abgesetzt wurde sei die Entscheidung des Stiftungsrates. "Es hat die Regierung entschieden mich abzusetzen und das ist auch zu respektieren in einer Demokratie", nahm Wrabetz die Entscheidung zur Kenntnis. "Es passiert auch niemandem was, wenn er abgesetzt wird."

Er sei noch bis zum 31.12. im Amt und trage die alleinige Verantwortung laut ORF-Gesetz, "was in den nächsten vier Monaten geschieht." Er wolle in dieser Zeit noch wichtige Projekte vorantreiben. Es sei keine Zeit zu Warten "bis jeder seinen Platz gefunden hat". Als Priorität nannte er das Standortprojekt. Man müsse schon bald im medialen Newsroom arbeiten. 

Armin Wolf Wunschkandidat als Digital-Chef

Für den Newsroom und dessen Führung hat Wrabetz schon genaue Vorstellungen, wie der "Standard" schreibt. Armin Wolf sei schon jetzt in der "ZiB"-Chefredaktion für Digitales zuständig. Ihn kann sich der Noch-Generaldirektor auch als Digital-Chef im Newsroom vorstellen. Ebenfalls auf einer möglichen Kandidatenliste sind ORF-2-Chefredakteur Matthias Schrom für die TV/Audio-Chefredaktion und Gabi Waldner, momentan Vize-Chefin fürs Radio für die Abteilung Audio/Radio. 

Auch das neue Digitalgesetz stehe im Raum. Das umzusetzen gehe jetzt sicher besser nachdem "die, die das entschieden haben eine Verantwortung haben gegenüber dem, der das Amt jetzt innehat". Auch bei der GIS will Wrabetz noch mitreden, bevor er seinen Posten mit Jahreswechsel übergibt. 

Den Bach hinunter ...

Es ist bekannt, so Wrabetz, dass "keines der Mitglieder, weder der kommende Generaldirektor noch die jetzt noch im Raum stehenden Direktorinnen und Direktoren Erfahrung in der Geschäftsführung haben." Deshalb werde es in den kommenden Monaten darauf ankommen "das Wissen, die Erfahrung, die ich habe auch weiterzugeben". Wrabetz habe das Unternehmen mit "viel Herzblut und Energie" geleitet und wolle nicht, dass jetzt alles "den Bach hinuntergeht". Er werde alles dafür tun, dass alles gut für die Zukunft aufgestellt ist und neue Mitglieder gut eingeschult werden. 

Negative Vorschusslorbeeren

Die neue Geschäftsführung starte jetzt "mit einem großen Korb an negativen Vorschusslorbeeren". Es sei "eindeutig klar, wie dieser Bestellungsprozess gelaufen ist", deshalb sei die Erwartungshaltung an die Geschäftsführung eine besonders große. Man müsse jetzt schauen, dass es "nicht in diesem Ausmaß eintritt, wie es sich so mancher erwartet". Deshalb müsse man "den Kollegen Weißmann" im Vorfeld unterstützen. Über parteipolitische Absprachen wolle Wrabetz erst in seinen Memoiren schreiben. 

Orbanisierung

Auf die Frage, ob es unter seinem Nachfolger zu einer "Orbanisierung" kommen werde, antwortete der noch amtierende ORF-Generaldirektor: "Ich glaube, dass wird die Geschichte zeigen, das brauch' ich jetzt nicht einschätzen." Er wolle jedoch in den nächsten Monaten die Rechte der Redaktionen besser absichern. Er vertraue auf die Redakteure des ORF, "wenn jemand solche Träume hätte", dass das nicht eintreten werde. 

Gute Ratschläge

Zu den Stimmen gegen ihn bei der Wahl ortet Wrabetz "eine gewisse Regierungs- und Koalitionspolitik", die er auch verstehe. Von seinem Nachfolger Roland Weißmann wünscht er sich, dass er ihm "in den kommenden gut Monaten zuhört, welche Ratschläge ich ihm gebe." 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam