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Mastodon: Neue Heimat für Twitter-Gemeinde?

07. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Twitter-Chef Elon Musk sorgt mit seinem Vorgehen auch bei Twitter-Nutzer:innen für Irritationen. Sie wechseln massenweise zu Mastodon. Doch was ist Mastodon?

Elon Musk will aus Twitter ein rentables Unternehmen machen - dafür kündigte er verschiedenste Maßnahmen an. Ob das mit den jüngsten Maßnahmen gelingt, ist jedoch fraglich. So teilte Musk vergangene Woche eine Verschwörungstheorie zum Angriff auf den Ehemann der demokratischen Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi, will verifizierte Twitterkonten kostenpflichtig machen und begann mit der Entlassung tausender Mitarbeiter:innen, die nun teilweise zurückgeholt werden sollen.

Rasantes Wachstum

Für manche mag sich nun die Frage stellen: Gibt es eine Alternative zu Twitter? Von der Twitter-Übernahme durch Musk profitierte vor allem die Plattform Mastodon. Eigenen Angaben zufolge hat Mastodon über 655.000 Nutzer:innen, allein letzte Woche sollen 230.000 dazugekommen sein - von einem rasanten Wachstum ist die Rede.

Gegründet wurde Mastodon 2016 vom deutschen Entwickler Eugen Rochko. Im Gegensatz zu Twitter ist Mastodon dezentral und kommt ohne Werbung aus. Auf seiner Startseite verspricht Mastodon "Soziales Netzwerken, zurück in deinen Händen".

Tröten statt twittern

Die Funktionen von Mastodon sind im Vergleich zu Twitter ähnlich. Auch Mastodon hat zum Zweck, kurze Nachrichten, Bilder, Texte, Videos oder Links zu verbreiten. Mit 500 Zeichen dürfen Kurznachrichten auch deutlich länger als bei Twitter, das nur 280 Zeichen erlaubt, ausfallen.

Was bei Twitter der Vogel ist, ist bei Mastodon der Elefant (das Amerikanische Mastodon war ein Rüsseltier mit Stoßzähnen und gehörte zur Familie der Mammuts). Dementsprechend twittert man nicht sondern trötet wie ein Elefant. Das Logo ist eine weiße Sprechblase mit angedeutetem Rüssel. Verifizierte Nutzer:innen gibt es nicht.

Über 3.000 Instanzen

Der Aufbau unterscheidet sich jedoch von dem von Twitter, so ist Mastodon ein Open-Source-Project und baut auf einem dezentralen System aufbaut. Bei der Anmeldung auf der Plattform muss man sich für einen Server - die sogenannte Instanz - entscheiden, die in Länder, Städte oder Interessen - wie Musik, Essen oder Technologie - eingeteilt sind. 3.800 Instanzen stehen derzeit zur Auswahl. Wo man sich anmeldet ist nicht wichtig, es soll jemandem aber bereits zu Beginn eine Startgemeinschaft geben.

Durch die verschiedenen Server ist Mastodon nicht ein Ganzes und wird auch nicht von einer Person oder Firma geführt. Alle Server sind miteinander verbunden und bilden ein Netzwerk, werden aber von unterschiedlichen Personen und Organisationen betrieben. Gerade die Dezentralisierung kommt an - so können die einzelnen Server nicht nur von einer Person geführt bzw. gekauft oder verkauft werden. Wird ein Server jedoch nicht mehr betrieben, verliert man seinen Account.

Wenig Moderation, keine Werbung

Die Moderation von Inhalten ist nicht in einer Hand - jeder Server hat eigene Regeln oder auch gar keine. Wenn Accounts Hassinhalte verbreiten, können sie von Serverinhaber:innen gesperrt bzw. blockiert werden. Posts können auch an die Serverinhaber:innen gemeldet werden.

Werbung an sich gibt es auf Mastodon keine. Jedoch wird auch niemand daran gehindert, in einem Post Werbung für Unternehmen oder Produkte zu machen.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp