APA/APA (AFP/GETTY)/JOE RAEDLE

Musk teilt nach drei Tagen erste Verschwörungstheorie auf Twitter

31. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Nur drei Tage nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk und Spekulationen darüber, wie dieser den Kurznachrichtendienst umbauen könnte, teilt der neue Twitter-Chef eine Verschwörungstheorie und legt sich mit der "New York Times" an.

Seit der Twitter-Übernahme durch Tesla-Chef Elon Musk sind viele Nutzer besorgt, wie es mit der Plattform weitergeht. Wie wird Twitter unter Musk mit Falschnachrichten, mit der Sperre von Ex-US-Präsident Donald Trump oder gezielter politischer Propaganda umgehen? Schon drei Tage nach Amtsantritt fühlen sich Twitter-User nun in ihren Befürchtungen bestätigt:

Rein spekulative Verschwörungstheorie

Am Sonntag verbreitete Musk unter seinen 112 Millionen Followern eine rein spekulative Verschwörungstheorie über den Angriff auf den Politikergatten Paul Pelosi, wie unter anderem die "New York Times" berichtete. Der 82-jährige Ehemann der Vorsitzenden des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, war im Haus des Paars angegriffen und mit einem Hammer am Kopf verletzt worden.

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, kritisierte danach auf Twitter Republikaner, die "Hass" und "geistesgestörte Verschwörungstheorien" verbreiten würden und teilte einen Artikel der "Los Angeles Times". Demnach soll der Pelosi-Angreifer Inhalte der antisemitischen Verschwörung "QAnon" und andere rechtsextreme Inhalte verbreitet haben.

Musk antworte auf Clintons Tweet: "Es gibt eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass hinter der Geschichte mehr steckt, als zunächst bekannt ist" und teilte einen Link zu einem Artikel der Plattform "Santa Monica Observer". Laut "Los Angeles Times" handelt es sich dabei um eine Website, die sich als Lokalmedium ausgibt, aber bekannt dafür ist, Lügen zu verbreiten - etwa im Wahlkampf 2016 über den angeblichen Tod von Hillary Clinton und dass eine Doppelgängerin mit Donald Trump diskutieren würde. 

Polizei spricht von Einbruch

In der von Musk retweeteten Verschwörungstheorie wurde grundlos gemutmaßt, dass Pelosi in einen Streit mit einem Mann geraten sein könnte, den er selbst ins Haus gelassen habe. Die Polizei spricht hingegen eindeutig von einem Einbruch. Einige Stunden später löschte Musk den Tweet wieder, legte sich dann aber mit den "New York Times" an, die über die von ihm verbreitete Lüge berichteten. 

Die Zeitung titelte: "Elon Musk teilt in einem Tweet einen Link zu einer Seite, die bekannt dafür ist, Falschnachrichten zu verbreiten". Musk bezeichnete den Bericht als "Fake", denn er habe ja keinen Artikel der "New York Times" geteilt.

Gleichzeitig begann Musk dem Online-Dienst seinen Stempel aufzudrücken. Unter anderem will er ein neues Gremium zum Umgang mit kontroversen Inhalten schaffen. Bevor ein solcher Rat zusammentrete, werde es keine großen Entscheidungen zur Inhalte-Politik oder der Wiederherstellung von Accounts geben, kündigte er an. 

Die in den vergangenen Monaten ins Gespräch gebrachte Freischaltung des Accounts von Ex-Präsident Donald Trump wäre damit eventuell wieder möglich. Trump kündigte aber selbst schon an, nicht auf Twitter zurückkommen zu wollen: "Ich mag Elon, aber ich bleibe auf Truth", sagte Trump am Freitag in einem Interview mit Fox News. 

Mehr dazu:

Konstantin AuerQuelle: Agenturen / Redaktion / koa