Wie man sich bei einer Infektion mit Omikron richtig verhält

11. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Allgemeinmediziner Alireza Nouri erklärt im Gespräch mit PULS 24 Anchor René Ach, wie man eine Omikron-Infektion erkennt, wie man sich richtig verhält und wie man erkennt, ob man in Gefahr ist, einen schweren Verlauf zu haben.

Die rasch um sich greifende Omikron-Variante verunsichert viele Menschen, auch solche, die bereits geimpft sind. Zuletzt hat sich auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) infiziert. Im Gespräch mit PULS 24 Anchor René Ach beantwortet Allgemeinmediziner Alireza Nouri häufige Fragen dazu, wie man sich bei einer Omikron-Infektion richtig verhält.

Wie kann man Omikron von Grippe unterscheiden?

Eine Omikron-Infektion beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen. Auf Anhieb ist die Unterscheidung praktisch unmöglich. Die einzige und sicherste Möglichkeit ist ein PCR-Test, sagt Nouri. Einen solchen empfiehlt er auch bei grippeähnlichen Symptomen als erstes zu machen. Einen Arztbesuch sollte man unbedingt zuvor mit dem Hausarzt per Telefon besprechen, viele Mediziner haben entsprechende Vorkehrungen.

Was mache ich, wenn ich positiv bin?

Nouri empfiehlt bei einer Omikron-Infektion grundsätzlich mit dem Hausarzt zu sprechen. "Er kennt die Krankengeschichte" und könne daher oft am besten beraten. Auch die Corona-Rufnummer 1450 kann jederzeit angerufen werden, um sich Informationen zum weiteren Vorgehen zu holen.

Welche Hausmittel helfen bei milden Symptomen?

Bei milden, grippeähnlichen Symptomen rät Nouri zu ähnlichen Behandlungen wie bei einer Grippe: "Arzneimittel wie Paracetamol oder Ibuprofen, also schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente, sollte jeder zu Hause haben", sagt er. Auch Inhalieren mit Kochsalzlösung kann helfen.

Nouri betont allerdings, man solle nur auf zugelassene und sichere Medikamente zurückgreifen. Sämtliche rezeptpflichtige Medikamente dürfen nur in Rücksprache mit dem Hausarzt eingenommen werden. Ausdrücklich warnt er davor, das als Corona-Heilmittel immer wieder kolportierte Entwurmungsmittel Ivermectin einzunehmen. Dies helfe nicht und könne bei falscher Anwendung zu Vergiftung führen.

Was mache ich, wenn sich mein Zustand verschlechtert?

Grundsätzlich rät der Mediziner, regelmäßig mit dem Hausarzt in Kontakt zu bleiben, dieser könne den Verlauf wahrscheinlich am besten abschätzen und beobachten, auch übers Telefon. Sollte man das Gefühl haben, der eigene Zustand verschlechtert sich, empfiehlt er, den Ärztenotdienst 141 zu wählen.

Sollte sich der eigene Zustand sehr verschlechtern, solle man auch keine Scheu haben, den Notruf 144 zu wählen. "Lieber einmal zuviel den Notruf wählen als einmal zu wenig. Da ist niemand böse", versichert Nouri.

Wie erkenne ich, ob Gefahr eines schweren Verlaufs besteht?

Einen schweren Verlauf erkennt man oft daran, dass die Sauerstoffsättigung stark abfällt. Diese kann mit einem sogenannten Pulsoximeter selbst gemessen werden. Einen genauen Schwellenwert könne man nicht definieren, aber "der Wert sollte nie unter 90 Prozent fallen", sagt Nouri. Entsprechende Geräte gibt es bereits ab 25 Euro zu kaufen.

Wie sich geringe Sauerstoffsättigung anfühlt, beschreibt der Arzt so: "Ein Engegefühl, man hat Atemnot, man kriegt weniger Luft, man hat das Gefühl, es sitzt einem jemand auf der Brust". Sollte dies der Fall sein, solle man unbedingt den Notruf 144 wählen, so der Mediziner.

Impfen schützt

Nouri betont, dass eine Impfung und vor allem auch die Boosterimpfung zu 90 Prozent vor einem schweren Verlauf schütze. Die Impfung sei nach wie vor der beste und sicherste Schutz, auch wenn man sich trotzdem mit der Omikron-Variante infiziere.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos