Bisher keine Anzeige bei StA Wien wegen Nowitschok

30. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Marsalek soll vertrauliche Unterlagen über ein russisches Nervengift aus Österreich gehabt haben. Die Ministerien sind wenig auskunftsfreudig.

Ex-Wirecard Manager Jan Marsalek soll vertrauliche Unterlagen zum russischen Nervengift Nowitschok mehreren Personen in London gezeigt haben. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um geleakte Dokumente Österreich.  Eine Anzeige von Außen-, Verteidigungs- und Wirtschaftsministerium wegen einer möglichen Weitergabe der Unterlagen ist bei der Staatsanwaltschaft Wien bisher nicht eingelangt.

Das sagte die Behörde auf Anfrage der APA am Donnerstag. Auch aus dem Justizministerium, das die Anzeige erhalten haben soll, war vorerst nichts Näheres zu erfahren.

Laut Medienberichten hat der untergetauchte Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek aus Österreich stammende Unterlagen zu Nowitschok im Sommer 2018 mehreren Personen in London gezeigt. Darin enthalten gewesen sein soll auch die Formel für das noch in der Sowjetunion entwickelte Nervengift. Das Dokument soll aus der Abrüstungsabteilung des Außenamtes stammen und von diesem in Kopie auch an die Abteilung Militärpolitik des Verteidigungs- sowie an das Wirtschaftsministerium weitergeleitet worden sein.

Außenministerium bestätigt Anzeige

Das Außenministerium bestätigte Mittwochabend die Anzeige: "Da die mögliche Weitergabe vertraulicher Dokumente an unbeteiligte Dritte eine gerichtlich strafbare Handlung darstellt, wurde im Einvernehmen mit dem zuständigen BMDW und dem BMLV eine Sachverhaltsdarstellung an die zuständige Staatsanwaltschaft übermittelt." Die Frage, ob die Ministerien interne Ermittlungen eingeleitet haben, blieb am Donnerstag vorerst ebenfalls unbeantwortet.

Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ), in dessen Amtszeit die Vorkommnisse geschehen sein sollen, hielt auf APA-Anfrage neuerlich fest, dass er Marsalek nicht kenne.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe