APA/dpa/Moritz Frankenberg

Starke Regenfälle am Sonntag in Ostösterreich - Entspannung im Westen

20. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Aufatmen in Westösterreich und an der Alpennordseite bis nach Oberösterreich, wo Helfer nach den Unwettern mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind: Der Starkregen hört auf. Nach Mitternacht ist dafür dann in Niederösterreich, Wien und der Nordhälfte des Burgenlandes immer häufiger mit Regen zu rechnen.

Am Sonntag bedecken dann im Osten dichte Wolken den Himmel. Es regnet häufig, im Tagesverlauf auch teils anhaltend und kräftig. Auch in Salzburg, Oberösterreich und in der Steiermark ziehen noch einige Wolkenfelder durch, hier dürfte es aber bei einzelnen Regenschauern bleiben. Im Westen und Süden hingegen soll die Sonne scheinen.

Diese Aussichten dürften in den südlichen und westlichen Bundesländern mit Erleichterung aufgenommen werden, wo am Samstag erschöpfte Einsatzkräfte nach den Unwettern und Vermurungen mit Aufräumarbeiten begannen. Bei überwiegend trockenem Wetter wurden am Samstag in Vorarlberg die von den Rekordniederschlägen verursachten Schäden begutachtet und die Aufräumarbeiten begonnen bzw. fortgesetzt. Viele Feuerwehrleute hatten bereits die Nacht durchgearbeitet. Verkehrseinschränkungen gab es so gut wie keine mehr.

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Nach einem Hangrutsch war am Samstag die Straße zwischen Buch und Wolfurt im Bezirk Bregenz weiterhin gesperrt. Das Gebiet war vom Starkregen besonders betroffen gewesen. Das gilt auch für Dornbirn, wo die Furt über die Dornbirner Ache bis zumindest Dienstag geschlossen bleibt. Dort überschritt der Pegel der Ache die Marke eines 100-jährlichen Hochwassers am Freitagabend um 20 Zentimeter. Schäden habe es auch im Rappenloch und im Alploch gegeben. Auf den Wanderwegen war besondere Vorsicht geboten. 

Bodensee: 113,4 Millionen Kubikmeter mehr

Aufpassen muss man auch beim Baden im Bodensee. Eine vorübergehend erhöhte Keimbelastung könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Der Bodensee-Wasserstand - der See ist weiter sehr niedrig - legte von Freitagfrüh bis Samstagfrüh um 21 Zentimeter zu - das sind umgerechnet 113,4 Millionen Kubikmeter Wasser, die dazukamen. Vor den Unwettern führten Vorarlbergs Gewässer Niederwasser, verwandelten sich dann am Freitagnachmittag in reißende Flüsse und Bäche, und sanken anschließend auf das Niveau von "erhöhtem Mittelwasser".

Mehrere Regen-Rekorde gebrochen

Laut ZAMG wurden über das ganze Land verteilt neue Rekorde an 24-Stunden-Regenmengen gemessen: In Bregenz kamen am Freitag bis 16.30 Uhr über 200 Liter pro Quadratmeter zusammen (bisher Höchstwert: 174 Liter/1968), in Dornbirn waren es knapp 180 Liter (113 Liter/2013). In Fraxern im Bezirk Feldkirch wurden knapp 160 Liter (126 Liter/2013) verzeichnet, in der Stadt Feldkirch 150 Liter (122 Liter/1910). Zum Vergleich: Durchschnittlich fallen in Vorarlberg im ganzen Monat August nicht mehr als 100 Liter Regen.

Tirol: Straßen gesperrt, Ortsteile nicht erreichbar

Im Tiroler Bezirk Reutte hatte am Samstagvormittag nach starken Niederschlägen eine Mure die Tannheimer Straße (B199) verlegt. Sie war zeitweise nicht mehr passierbar. Innerhalb der Gemeinde Nesselwängle war der Ortsteil Rauth bis zum Abend nicht erreichbar. Zudem wurde auch in Nesselwängle ein Hangrutsch gemeldet.

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Auch in Kärnten, wo am Donnerstag zwei Mädchen im Alter von drei und acht Jahren starben, und in der ebenfalls stark betroffenen Steiermark gingen die Aufräumarbeiten nach den Wetterkapriolen weiter. In der Steiermark wurden rund 1.000 Einsätze aufgrund des Unwetters verzeichnet, in Kärnten waren 94 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Wasserrettung, Rettung sowie 16 Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz.

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Bilder der Unwetter-Schäden in Kärnten, der Steiermark und Niederösterreich: 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam