APA - Austria Presse Agentur

"Ihr habt dafür bezahlt": Kritik an Bezos nach Ausflug ins All

21. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Nach seinem Flug ins Weltall am Dienstag bedankte sich Amazon-Gründer und Milliardär Jeff Bezos bei Arbeitern und Kunden. Diese hätten den zehn-minütigen Ausflug ermöglicht.

"Ich möchte jedem Angestellten und Kunden von Amazon danken, weil ihr dafür bezahlt habt", sagte der Milliardär nach seinem Ausflug ins Weltall. Diese Aussage sorgt nun für Kritik und Lacher. 

Denn Amazon gilt nicht gerade als der beste Arbeitgeber:  In den vergangenen Jahren wurde oftmals Kritik an den Arbeitsbedingungen bei dem Konzern laut. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hatte Bezos bereits 2014 zum "schlimmsten Chef des Planeten" gewählt. Laut einer aktuellen Liste des Wirtschaftsmagazins "Forbes" ist der 57-Jährige mit einem derzeit geschätzten Vermögen von umgerechnet etwa 174 Milliarden Euro der reichste Mensch der Welt. Schlechte Bezahlung, Zeitdruck und lange Arbeitszeiten stehen bei Amazon und seinen Subunternehmen schon lange in der Kritik.

 

Wie die Ausbeutung bei Lieferfirmen abläuft

Dazu kommt, dass der US-Handelsriese kaum Steuern zahlt. Amazon gehört zu den großen Gewinnern der Corona-Pandemie. Amazon erreichte im Vorjahr einen Rekordumsatz von 44 Milliarden Euro – zahlt aber in seiner europäischen Niederlassung in Luxemburg keine Steuern. Warum? Amazon gab einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro an. Das berichtete der britische "Guardian" im Mai.

Weitere Flüge geplant

Der "Guardian" veröffentlichte auch ein Steuerdokument. Das zeigt, dass die "Amazon EU Sarl" durch Steuergutschriften in Höhe von 56 Millionen Euro in Zukunft sogar Steuerrechnungen ausgleichen könne, sollte der Konzern Gewinn machen.

 Jeff Bezos kündigte unterdessen schon kurz nach seinem Flug ins All an, noch für dieses Jahr mindestens zwei weitere Flüge unternehmen zu wollen. "Die Nachfrage ist sehr hoch", sagte der 57-Jährige nach der Landung am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Wir gehen auf 100 Millionen Dollar in Ticketverkäufen zu." Nach den zwei Flügen noch in diesem Jahr müsse man sehen, wie es im nächsten Jahr weitergehe.

Quelle: Redaktion / koa