APA - Austria Presse Agentur

Amazon von neuer globaler Mindeststeuer womöglich nicht betroffen

16. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Gerade eben haben sich 130 Staaten auf eine weltweite Mindeststeuer von 15 Prozent für Konzerne geeinigt. Nun sind Unternehmen wie Amazon davon wahrscheinlich nicht betroffen.

Der US-Internet-Konzern Amazon fällt nach Ansicht von US-Finanzministerin Janet Yellen möglicherweise teilweise nicht unter den international erreichten Steuerdeal für Großkonzerne. "Es hängt davon ab, ob die Firma die Rentabilitätsschwelle erreicht oder nicht, und da bin ich mir nicht sicher", sagte Yellen am Donnerstag in einem Interview mit dem US-TV-Sender CNBC auf die Frage, ob Amazon unter die geplante Neuregelung zu den Besteuerungsrechten von Ländern fallen würde.

15 Prozent Mindeststeuer

Mehr als 130 Staaten hatten sich zum einen auf eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent geeinigt, die international agierende Firmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro zahlen sollen. Auch Amazon fällt in diese Kategorie. Zum anderen geht es in der sogenannten Säule eins des Deals um die Frage, welches Land künftig mehr der Steuerzahlungen der 100 größten und profitabelsten Konzerne abbekommt - ob etwa Schwellenländer einen Teil der Steuereinnahmen beanspruchen können, in denen ein Konzern Leistungen erbringt. Die Regelung könnte etwa nationale Steuern auf Digitaldienstleistungen ersetzen.

Gesamtkonzern oder einzelne Sparten?

Kriterien dafür, ob Konzerne unter diese Regeln fallen, sollen ein Umsatz von 20 Milliarden Dollar (17 Mrd. Euro) und eine 10-Prozent-Marge sein. Hintergrund der Yellen-Äußerung ist offenbar, dass bei einem Konzern wie Amazon eine Besteuerung als Gesamtkonzern oder der einzelnen Sparten infrage kommt.

44 Milliarden Euro Umsatz - 1,2 Milliarden Euro Verlust

Amazon erreichte im Vorjahr einen Rekordumsatz von 44 Milliarden Euro – zahlt aber in seiner europäischen Niederlassung in Luxemburg keine Steuern. Warum? Amazon gab einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro an. Das berichtet der britische "Guardian". Der "Guardian" veröffentlicht auch ein Steuerdokument. Das zeige laut dem Bericht, dass die Amazon EU Sarl durch Steuergutschriften in Höhe von 56 Millionen Euro in Zukunft sogar Steuerrechnungen ausgleichen könne, sollte der Konzern Gewinn machen.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / moe