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Bluttat bei US-Feiertags-Parade: Täter hat gestanden

07. Juli 2022 · Lesedauer 4 min

Zwei Tage nach der Gewalttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago hat der mutmaßliche Täter gestanden, auf die Menschenmenge geschossen zu haben. Das sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Mittwoch.

Nach Angaben des Polizeisprechers Christopher Covelli hatte der 21-Jährige nach der Tat "ernsthaft in Erwägung gezogen", mit einer weiteren Waffe ein zweites Attentat in der etwa zweieinhalb Autostunden entfernten Stadt Madison im Bundesstaat Wisconsin zu begehen.

Sieben Tote und über 30 Verletzte

In Highland Park hatte der Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem Sturmgewehr vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Nachdem am Dienstag ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt. Erst Stunden nach der Tat wurde der Mann in seinem Fluchtauto gefasst. Der Mann trug bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter fliehen zu können. Seine Waffe ließ er am Tatort zurück.

Anklage wegen Mordes in sieben Fällen

Der mutmaßliche Täter ist wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt - weitere Anklagen dürften nach Aussagen des Staatsanwaltes folgen. Im Falle einer Verurteilung würden bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Staatsanwalt Rinehart sagte am Mittwoch, das zuständige Gericht habe entschieden, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen - ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Es gebe "hinreichenden Grund", den Mann zu diesem Zeitpunkt wegen siebenfachen Mordes ersten Grades festzuhalten.

Zu den Plänen eines weiteren Attentats sagte Polizeisprecher Covelli: Die Polizei gehe davon aus, dass der mutmaßliche Täter nach dem Blutbad in Highland Park mit seinem Fluchtauto herumgefahren sei, in Madison eine andere Feier entdeckt und überlegt habe, dort ein weiteres Attentat zu verüben. Die Waffe in seinem Auto habe zu diesem Zeitpunkt noch über etwa 60 Schuss verfügt. Er habe dann aber davon abgesehen, weil die Tat nicht durchdacht gewesen sei.

Waffe 2020 legal erworben

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe im Jahr 2020 legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei. Insgesamt habe der Verdächtige zwischen 2020 und 2021 fünf Feuerwaffen gekauft, die nun allesamt sichergestellt worden seien. Da er bei den Waffenkäufen damals teils jünger als 21 gewesen sei, habe sein Vater für ihn gebürgt, um eine der Voraussetzungen für den Erwerb von Schusswaffen zu erfüllen.

Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen 16 Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. Er habe damals laut einem Verwandten damit gedroht, "alle zu töten". "Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl", betonte der Sprecher. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte - etwa ethnische oder religiöse - Gruppe richtete, gibt es nicht.

Anderes Attentat in Virginia verhindert

Die Polizei in Richmond im US-Staat Virginia hat nach eigenen Angaben einen weiteren Schusswaffen-Angriff auf Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag vereitelt. Ein 38-Jähriger und ein 52-Jähriger seien festgenommen worden, sagte Richmonds Polizeichef Gerald Smith am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Zwei Sturmgewehre, eine Pistole und 223 Schuss Munition seien beschlagnahmt worden.

Die Absicht der beiden Männer sei gewesen, das Feuer auf die Menge bei den Feierlichkeiten in Richmond am vergangenen Montag zu eröffnen, sagte Smith. "Wir wissen nicht, was ihr Motiv war." Die Polizei sei durch einen Tipp aus der Bevölkerung alarmiert worden. "Ein Anruf hat am 4. Juli zahlreiche Leben gerettet."

Bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag in Highland Park im US-Staat Illinois hatte ein 21-Jähriger das Feuer eröffnet. Sieben Menschen wurden getötet, zahlreiche weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden, auf die Menschenmenge geschossen zu haben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp