Über 30 Lawinenabgänge
Lawinenabgänge in Vorarlberg und Tirol: Mehrere Tote
Bei zwei Lawinenabgängen Mittwochvormittag in Tirol sind zwei Wintersportler ums Leben gekommen. In Fiss im Bezirk Landeck ging ein Schneebrett auf eine gesperrte Skiroute ab. Ein 71-jähriger Urlauber wurde dabei verschüttet und tödlich verletzt. Im Navistal kam wiederum ein 44-jähriger deutscher Tourengeher ums Leben. Und in Kirchberg (Bezirk Kitzbühel) wurde ein junger Mann verschüttet und lebensgefährlich verletzt.
Das Schneebrett in Fiss war im Bereich der sogenannten Adlerroute abgegangen. Drei Wintersportler wurden dabei erfasst, zwei davon verschüttet. Betroffen war neben dem 71-jährigen Urlaubsgast auch zwei Urlauber im Alter von 41 und 34 Jahren. Beide wurden verletzt und in die Innsbrucker Klinik bzw. zu einem lokalen Arzt gebracht.
Der 71-Jährige hatte als einziger der drei Alpinisten kein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) bei sich. Der nähere Hergang des Lawinenunfalls sowie die genauen Identitäten der Wintersportler waren zunächst nicht bekannt. Weitere Personen wurden nicht verschüttet, die Suchaktion konnte beendet werden. Der betroffene Bereich war zuvor abgesperrt worden.
Tourengeher starb, Reanimation erfolglos
Beim dem tödlichen Unfall im Navistal hatten zwei Tourengeher auf den Geier in 2.857 Meter Seehöhe gehen wollen, drehten dann aber um, sagte eine Polizeisprecherin zur APA. Bei der Abfahrt im flacheren Gelände löste sich dann plötzlich bei einer Querung ein Schneebrett. Beide Skitourengeher wurden von den Schneemassen mitgerissen.
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Der 44-Jährige wurde komplett verschüttet, der andere teilverschüttet. Letzterer konnte sich selbst ausgraben und anschließend auch seinen Kollegen befreien. Er setzte die Rettungskette in Gang und begann mit der Reanimation, die der Notarzt eines Rettungshubschraubers fortsetzte. Doch der 44-Jährige verstarb schließlich noch an Ort und Stelle.
In Kirchberg war das Schneebrett im freien Skiraum, außerhalb der gesicherten und kontrollierten Pistenflächen abgegangen - und zwar konkret nahe der 8er-Sesselbahn "Brunn" im Bereich Pengelstein. Ein Wintersportler, laut ORF Tirol ein 21-Jähriger, wurde von Einsatzkräften aus den Schneemassen befreit und dann reanimiert. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Innsbrucker Klinik geflogen und auf der Intensivstation behandelt. Mitarbeiter der Bergbahn Kitzbühel sowie der Bergrettung Kirchberg waren ebenso an Ort und Stelle wie zwei Rettungshubschrauber.
Mehr als 30 Lawinenabgänge, weiter kritische Situation
Laut Leitstelle wurden bis zum frühen Nachmittag in Tirol mehr als 30 Lawinenabgänge gemeldet. Betroffen waren vor allem die Bezirke Landeck, Schwaz und Kitzbühel. In 14 Fällen standen Notarzthubschrauber im Einsatz. In vielen Fällen konnten nach Angaben der Polizei zum Glück letztlich keine Verschütteten festgestellt werden.
Video: Lawinen-Alarm in den Alpen
Wintersportler in Vorarlberg von Lawine getötet
Auch bei einem Lawinenabgang am Sonnenkopf im Klostertal im Süden Vorarlbergs ist am Mittwochmittag ein Mann verschüttet worden und noch an der Unfallstelle verstorben. Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle bestätigte gegenüber der APA entsprechende Berichte in Vorarlberger Medien. Details zum Unfallhergang und zur Identität waren vorerst nicht bekannt. Am Mittwoch herrschte in Vorarlberg wie in ganz Westösterreich eine sehr heikle Lawinensituation vor.
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Die zur Unglücksstelle gerufenen Einsatzkräfte vermochten den verschütteten Wintersportler zwar zu lokalisieren und auszugraben, dennoch kam jede Hilfe zu spät. Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg, hieß es.
Im Süden Vorarlbergs war am Mittwoch oberhalb von 1.800 Meter Seehöhe große Lawinengefahr der Stufe vier auf der fünfstufigen Gefahrenskala gegeben. Bereits einzelne Wintersportler waren in der Lage, Lawinen auszulösen, ebenso wurde vor spontanen Lawinenabgängen gewarnt. Für Aktivitäten abseits der gesicherten Pisten wurden die Verhältnisse als "gefährlich" beschrieben.
Zahlreiche Lawinenabgänge in Salzburg
Auch im Bundesland Salzburg sind am Mittwoch gleich eine ganze Reihe von Lawinen abgegangen, die zum Glück großteils glimpflich ausgingen. Im Großarltal wurde jedoch ein 70-jähriger Tourengeher komplett verschüttet. Seine Begleiter konnten ihn zumindest bis zum Kopf freischaufeln. Einsatzkräfte gruben ihn dann aus und der Notarzt versorgte den Mann, der zunächst nicht ansprechbar war, informierte die Bergrettung in einer Aussendung.
Die Gruppe aus drei Tourengehern hatte die Lawine im Bereich des Filzmooshörndl bei der Abfahrt selbst ausgelöst. Der 70-Jährige wurde vollkommen verschüttet, seine Begleiter konnten ihn aber mit ihren Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS) rasch lokalisieren und zum Teil ausgraben. Während der Bergung löste sich ein weiteres Schneebrett, dem der Auslöser aber noch ausweichen konnte. Bergretter und Alpinpolizisten gruben den Verschütteten schließlich aus, nach der Versorgung durch den Notarzt wurde er mit dem Hubschrauber ins Spital geflogen.
Weitere Lawinenabgänge gab es in Saalbach, Obertauern, Dienten, Zederhaus und Bad Hofgastein, bei denen zum Glück niemand verletzt wurde. In Saalbach ist ein Brite bei der Fahrt im freien Gelände von einem Schneebrett erfasst worden. Er wurde gegen eine Lawinenverbauung gedrückt und bis zur Hüfte verschüttet. Seine beiden Begleiter, ebenfalls Variantenfahrer aus England, konnten den Mann rasch ausgraben. Er blieb offenbar unverletzt, denn die Gruppe setzte die Abfahrt fort.
Video: Extreme Lawinengefahr in den Alpen
Zusammenfassung
- Am Mittwoch gab es mehrere Lawinenabgänge in Tirol, Vorarlberg und Salzburg.
- In den westlichen Bundesländern sind drei Menschen dadurch getötet worden.
