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Salzburg

Lawinenabgang in Bad Gastein: 13-Jähriger Bub gestorben

Heute, 14:35 · Lesedauer 3 min

Bei einem Lawinenabgang in Bad Gastein ist am Dienstag ein 13-jähriger Bub ums Leben gekommen.

Der Bub wurde im Skigebiet Sportgastein in den Hohen Tauern im freien Skiraum von der Lawine erfasst und total verschüttetet. 

Der junge Tscheche wurde von Einsatzkräften geborgen und rund 45 Minuten lang reanimiert. Doch jede Hilfe kam zu spät. Trotz aller medizinischen Maßnahmen konnte der Notarzt nur mehr den Tod des Kindes feststellen.

Kind in Lawinenverbauung eingeklemmt

Laut einer Aussendung der Gasteiner Bergbahnen war es gegen 13.00 Uhr zwischen den Stützen Nummer sieben und acht der Goldbergbahn zu dem Lawinenabgang gekommen. 

Das Kind wurde bei dem Unfall in einer Lawinenverbauung eingeklemmt und konnte von einem Bergretter aus Bad Gastein, dem Team des Notarzthubschrauber Christophorus 7 und Augenzeugen geortet und ausgegraben werden.

Nach aktuellem Kenntnisstand kam es zu dem Lawinenabgang, nachdem die betroffene Person in Begleitung weiterer Personen in den freien Skiraum eingefahren ist und die Lawine dadurch auslöste. 

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang werden von den zuständigen Behörden geführt. Das Skigebiet Sportgastein und die Gasteiner Bergbahnen stehen in engem Austausch mit den Behörden und unterstützen diese bei der Aufklärung des Vorfalls, hieß es. Die Bergrettung Bad Gastein wurde kurz nach 13.00 Uhr alarmiert und rückte zum Einsatz aus.

Skitourengeherin in Untertauern von Lawine verschüttet

Ebenfalls zu Mittag wurde in Untertauern (Pongau) eine Skitourengeherin und ihr Begleiter von einer Lawine verschüttet. Der Mann konnte sich befreien und seine Begleiterin ausgraben. 

Sie wurde offenbar leicht verletzt. Das Paar war laut einer Aussendung der Salzburger Bergrettung während des Aufstieges in Richtung "Hengst" (2.074 Meter Seehöhe, Radstädter Tauern) gegen Mittag von der Lawine erfasst worden. Der Begleiter konnte die Frau mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät lokalisieren und von den Schneemassen befreien. 

"Die Frau war ansprechbar, leicht unterkühlt und wurde vom Hubschrauberteam von Martin 1 mittels Taubergung ausgeflogen und zur weiteren medizinischen Versorgung nach Obertauern gebracht", wurde Christian Binggl, Hundeführer und Einsatzleiter der Ortsstelle Obertauern in der Aussendung zitiert. 

Die Frau dürfte keine schweren Verletzungen erlitten haben. Im Einsatz standen rund 20 Bergretter aus Obertauern und Mauterndorf und mehrere Hundeführer der Bergrettung.

Bevor es zu dem tödlichen Lawinenabgang zu Mittag in Sportgastein gekommen ist, war bereits am Vormittag ein Schneebrett abseits der Piste unterhalb des Salesenkogels (2.680 Meter Seehöhe) abgegangen. 

Die Bergrettung Bad Gastein wurde um 11.20 Uhr alarmiert. "Ein lokaler Skiführer hatte den Abgang von der Gondel aus beobachtet und die Einsatzkräfte alarmiert", erklärte Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau und Bergretter der Ortsstelle. 

Innerhalb kürzester Zeit waren 15 Bergretter aus Bad Gastein, Hundeführer der Bergrettung sowie zwei Rettungshubschrauber und ein Polizeihubschrauber vor Ort. Der Einsatz konnte rasch beendet werden. 

"Der Freerider wurde beim Abgang des Schneebrettes nicht verschüttet. Er hatte sich auch gleich bei den Einsatzkräften gemeldet", sagte Kremser.

Lawinengefahr derzeit oberhalb der Waldgrenze erheblich

In Bad Hofgastein im Bereich des Siebenspitzes (2.555 Meter Seehöhe), in Thomatal im Lungau und in Zell am See (Pingzau) im Bereich des Maurerkogels (2.074 Meter Seehöhe) wurden in der Mittagszeit ebenso zeitnah Lawinenabgänge gemeldet, die aber alle ohne Personen-Verschüttung glimpflich verliefen.

Kremser appellierte an die Wintersportler um Zurückhaltung im freien Gelände: "Die Lawinengefahr ist derzeit oberhalb der Waldgrenze erheblich. Es gibt sehr viele ältere Triebschneeansammlungen, die teilweise schwer zu erkennen sind. Dazu ist einiges mit Wind an Neuschnee gefallen."

Lawinengefahr: Auf diese Warnzeichen gilt es zu achten

Zusammenfassung
  • Bei einem Lawinenabgang in Bad Gastein ist am Dienstag ein 13-Jähriger ums Leben gekommen.
  • Laut einer Aussendung der Gasteiner Bergbahnen wurde um etwa 13.00 Uhr im Skigebiet Sportgastein ein Lawinenabgang im freien Skiraum im Bereich zwischen den Stützen Nummer sieben und acht der Goldbergbahn gemeldet.
  • Das Kind ukrainischer Staatsangehörigkeit wurde von Einsatzkräften geborgen und rund 20 Minuten lang reanimiert.
  • Doch jede Hilfe kam zu spät.