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Anschlag von Wien: Strafe für Kontaktmann erhöht

25. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Schon im Oktober wurde ein wichtiger Kontaktmann des Attentäters, auch als "Alpha-Tier" bekannt, zu 19 Monaten Haftstrafe verurteilt. Er wurde damals gleichzeitig aus der Haft entlassen - er saß schon in Untersuchungshaft. Nun hat das Oberlandesgericht die Strafe auf 27 Monate erhöht.

Der Kontaktmann des Attentäters von Wien wurde im Oktober des Verbrechens der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation nicht rechtskräftig schuldig gesprochen. Der Beschuldigte nahm das Urteil damals an, die Staatsanwaltschaft ging allerdings in Berufung. Am 18. Jänner hat das Oberlandesgericht die Haftstrafe auf 27 Monate erhöht, wie PULS 24 nun von seinem Anwalt erfuhr. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Im Oktober war der 24-jährige Nordmazedonier, der auch als das "Alpha-Tier von St. Pölten" bekannt ist, nach seiner Verurteilung aus der Haft entlassen worden. Er war kurz nach dem Anschlag am 3. November 2020 verhaftet worden. 

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Strafe erhöht

Bei dem Anschlag wurden vier Passanten getötet und 23 Menschen zum Teil schwer verletzt, bevor der Attentäter von der Polizei erschossen wurde. Der 24-jährige Kontaktmann des Attentäters wurde verurteilt, weil er dem Attentäter das ideologische Rüstzeug geliefert haben soll. In seiner Wohnung in St. Pölten fanden mehrere Treffen mit dem späteren Attentäter statt. 

Der 24-Jährige hatte sich in seinem Schlusswort im Oktober klar vom Anschlag in Wien distanziert und um einen Freispruch ersucht. Das Schöffengericht sah das anders. "Sie sind ein IS-Mann. Davon sind wir überzeugt", sagte der vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung damals. Das Oberlandesgericht hat die Strafe nun sogar auf 27 Monate erhöht. Laut seinem Anwalt werde man nun versuchen, dass ihm die höhere Strafe bedingt nachgesehen wird oder der Mandant eine Fußfessel bekommen kann.

Im aktuell laufenden Terror-Prozess sagte der 24-Jährige als Zeuge aus - eine direkte Beteiligung am Anschlag konnte ihm nicht nachgewiesen werden - deshalb wurde er in einem extra Prozess verhandelt. Im laufenden Prozess werden am 31. Jänner die Schlussplädoyers gehalten, Urteile werden am 1. Februar erwartet.

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Konstantin Auer, Magdalena PunzQuelle: Redaktion / koa