APA - Austria Presse Agentur

Aktuell so viele Intensivpatienten wie Mitte Oktober 2020

03. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Aktuell gibt es mit Stand Freitag 149 Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Gleichzeitig wurden 1.753 Neuinfektionen gemeldet. Ähnliche Zahlen gab es auch im Herbst 2020, damals allerdings erst Mitte Oktober - knapp einen Monat vor dem zweiten Lockdown.

Am Freitag näherte sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen mit 149 Personen der 150er-Marke - Tendenz stark steigend. Das entspricht einem Anstieg von 45 Patienten innerhalb nur einer Woche, denn am 27. August waren es noch 104 Intensivpatienten. Das Tempo des Anstieg macht Sorgen. In Kärnten werden bereits nicht-essentielle Operationen verschoben.

Zum Vergleich: Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des zweiten Lockdowns am 14. November 2020 befanden sich österreichweit 584 Corona-Patienten auf den Intensivstationen - das ist knapp das Vierfache der derzeitigen Belegung. Die Spitäler waren damals bereits überlastet.

Rund einen Monat vor dem zweiten Lockdown, am 17. Oktober 2020, entsprachen die Zahlen der Neuinfizierten und Intensivpatienten in etwa den aktuellen Zahlen. Damals gab es 1.747 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Auf den Intensivstationen lagen damals noch 133 Corona-Patienten.

Der 17. Oktober 2020 befand sich sozusagen am Fuße der steilen, exponentiellen Wachstumskurve. Zwei Wochen später, am 31. Oktober, hatte sich die Zahl der Neuinfektionen mit 5.349 Personen bereits verdreifacht. Die Zahl der Intensivpatienten lag damals bei 265 Personen, hatte sich also verdoppelt.

Delta-Variante viel ansteckender als Ur-Stamm vom Herbst 2020

Im Herbst 2020 grassierte allerdings noch der ursprüngliche Virusstamm von Covid-19. Die ansteckendere Alpha-Variante sorgte im Winter für den dritten Lockdown. Inzwischen dominiert die abermals infektiösere Delta-Variante das Infektionsgeschehen.

Mit Start von Schulen und Kindergärten am Montag könnte das Infektionsgeschehen weiter befeuert werden, da erst ab 12 Jahren geimpft werden kann. Während für die Schulen von Bildungs- und Gesundheitsministerium ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeitet wurde, beklagen die Elementarpädagogen, dass sie völlig im Stich gelassen und ignoriert würden.

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Impfung könnte helfen, aber Durchimpfung zu gering

Der große Vorteil gegenüber dem vergangenen Herbst ist die Impfung, die nicht nur die Weitergabe sondern auch schwere Verläufe deutlich verringert. Allerdings ist die Durchimpfungsrate in Österreich aktuell sehr schlecht und liegt mit 58,4 Prozent - 61,8 Prozent haben zumindest eine Impfung - weit unter den erforderlichen 70 bis 80 Prozent.

Simulationsforscher Niki Popper sagte im PULS 24 Interview am Donnerstag, man müsse "zeitnah eine Million Menschen impfen", um den Trend bei den Infektionen umzukehren. Er zeigte sich allerdings wenig optimistisch, dass dies in den nächsten Wochen gelingen könnte.

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Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos