Kindergarten-Personalvertreterin: "Regierung hat kein Recht, mit Menschenleben zu spielen"

02. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Julia Fichtl, Kindergarten-Pädagogin und Personalvertreterin, schildert, welche Tragödien sich beim ungeschützten Kindergartenpersonal bereits abspielten. Von der Regierung fühlt sie sich im Stich gelassen.

Übersehen, ignoriert und im Stich gelassen - so fühlt sich das Personal in den Kindergärten, die am Montag wieder öffnen, aber von Seiten der Politik kein Sicherheitskonzept haben. "In Wirklichkeit hat sich bis jetzt nichts verändert seit Beginn der Pandemie", beklagt Personalvertreterin und Pädagogin Julia Fichtl von der Gewerkschaft Younion im PULS 24-Interview.

"Die Bundesregierung lässt die Kolleginnen und Kollegen vor Ort nach wie vor im Stich", kritisiert sie. Dabei würde der Kindergarten-Alltag von "großen Sorgen und Ängsten" begleitet. Kinder können nicht geimpft werden, für Kindergartenkinder gibt es auch keine Tests. Einen Sicherheitsabstand einzuhalten ist in der Kindergarten-Praxis nicht möglich.

Man fühlt sich nicht ernst genommen, "es fehlt die Wertschätzung", so Fichtl. Die Zuständigkeit werde zwischen Bund und Ländern hin und her geschoben.

Emotionale Schilderungen

Die Gefahr für die Elementarpädagogen ist groß, schildert Fichtl emotional. "Uns erreichen wirklich Tragödien", sagt sie und kämpft im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros mit den Tränen.

Eine Kollegin habe sich beispielsweise nachweislich am Arbeitsplatz angesteckt und das Virus unwissentlich mit nach Hause gebracht. Dort habe sie ihren Mann angesteckt, der anschließend daran verstarb.

"Die Bundesregierung hat kein Recht, mit Menschenleben zu spielen", sagt sie.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos