Popper: Gehen von bis zu 5.000 Corona-Neuinfektionen aus

02. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Simulationsforscher Niki Popper sagt im PULS 24 Interview, dass die Dunkelziffer bei den täglichen Neuinfektionen in Österreich hoch sei. Er geht davon aus, dass sich derzeit täglich 4.000 bis 5.000 Österreicher mit Corona infizieren.

Derzeit steigen die Neuinfektionszahlen und die Zahlen auf den Intensivstationen in Österreich stark an - am Donnerstag wurden 1.510 neue Fälle registriert. Niki Popper, Simulationsforscher an der TU Wien, blickt diesbezüglich mit Sorge auf das derzeitige Impftempo.

Am 7. Mai seien in Österreich halb so viele Menschen geimpft worden, wie im gesamten Monat August. "Der Impfmotor hat nicht nur gestottert, sondern er ist zum Erliegen gekommen", beschreibt Popper im PULS 24 Interview, die derzeitige Situation.

Eine Million Neuimpfungen

Aus diesem Grund sei es unabdinglich, dass in den nächsten Wochen eine Million Menschen geimpft werden, sagt Popper. Sollte dies gelingen, würden nur "relativ niedrige Maßnahmen" notwendig sein, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Sollte dies jedoch nicht gelingen, müsse sich die Politik einen "Plan B" überlegen.

Dann würde Impfen allein nicht mehr ausreichen, meint Popper. Sollte der Fall eintreten, seien effektives PCR-testen und das Setzen neuer Hygienemaßnahmen unabdinglich.

Testeffekt durch Schulöffnungen

Der Schulbeginn in den kommenden Wochen im Osten und dann im Westen Österreichs, werde einen Testeffekt mit sich bringen, prognostiziert Popper. Durch die vermehrten Testungen werden Fälle erkannt werden, "die wir bisher nicht gesehen haben".

Die Corona-Zahlen werden seiner Ansicht nach also weiter steigen. In Modellen bei denen die Dunkelziffer miteinberechnet wird, gehe die Forschung derzeit von 4.000 bis 5.000 täglichen Neuinfektionen aus, sagt Popper im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros.

Außerdem werde sich zwei bis drei Wochen nach Schulbeginn ein Anstieg in den Zahlen zeigen. Dies sei nicht zu vermeiden, erklärt Popper, da dies ein Nebeneffekt der Rückkehr ins normale Leben sei. Wie stark dieser Anstieg ausfallen wird, sei derzeit noch nicht vorauszusagen.

"Epidemie der Ungeimpften"

"Es ist eine Epidemie der Ungeimpften und Ungenesenen", sagt Popper. Dies zeige sich in den Corona-Zahlen sehr deutlich. Ungeschützte Personen würden sich achtmal mehr mit Corona infizieren als Geimpfte und Genesene. Dieser Faktor sei bei der Schwere des Krankheitsverlaufs noch höher.

Deshalb sei es so wichtig, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen. "Impfen ist die beste Variante" im Kampf gegen die Pandemie, betont der Forscher.

Quelle: Redaktion / apb