Martin Holzner/PULS 24

Der einzig wahre Jahresrückblick – die Pornhub Statistik 2022 ist da!

16. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Von wegen trockene Zahlen. PULS 24 Kolumnistin Theresa Lachner bringt zusammen, was zusammen gehört: Sex und Statistik.

Es ist so eine Art Nationalfeiertag im Leben von Menschen, die sich mit Sex und Statistik befassen: die Veröffentlichung von Pornhubs Year in Review. Denn egal, ob man Mainstreampornografie jetzt gut findet oder nicht: die größte Pornowebsite der Welt – im Dezember 2021 wurde sie eine Milliarde Mal aufgerufen – liefert die wahrscheinlich umfassenste Datensammlung der Welt, was unsere sexuellen Vorlieben, Fantasien, Wünsche, und sagen wir es so wie´s ist: Wichsvorlagen betrifft. Und das anonymisiert und somit deutlich unverfälschter und ehrlicher, als es eine wissenschaftliche Studie erheben könnte – oder was würden Sie einem Forschenden mit Klemmbrett antworten, der wissen will, wann, wie lange, und wozu Sie so masturbieren? Eben.

Pornhub ist da deutlich unbürokratischer – Google Analytics sei dank.

Wichtigste News zuerst, die eigentlich fast niemanden mehr überraschen dürfte: Frauen schauen deutlich mehr Pornos als noch vor ein paar Jahren. In den USA machen sie schon rund 29 Prozent aller Zuseherinnen aus, vier Prozent mehr als im letzten Jahr. Um so viel stiegen die Zahlen auch international, nämlich auf immerhin 36 Prozent.

Und was schauen sie da am liebsten? Auch hier keine große Überraschung: Lesbenpornos. Das ist seit Beginn der Datenaufzeichnungen nach Geschlecht anno 2014 der meistgesuchte Begriff bei Frauen. "Scissoring" als Sexualpraktik, bei der Frauen ihre Vulven aneinander reiben, wurde von Frauen in diesem Jahr 155 Prozent mehr gesucht als von Männern, "Pussy Licking" 78% häufiger.

Mashable schlussfolgerte hierzu scharfsinnig, dass das wohl daran liegt, dass Lesbenpornos weniger "aggressiv" seien als Heteropornos – und der Fokus hierbei auf Frauen und ihrer Lust liege. Oder, naja, ich weiß es klingt abwegig, aber: vielleicht weil sie einfach gerne Frauen beim Sex zusehen, weil Frauen beim Sex sehr sexy sind? Nur so ein Gedanke.

Auch Männer blieben ihrer Lieblingskategorie treu: Japanese. Hier erspart sich Mashable einer tiefschürfenderen Analyse, aber ich mutmaße, es könnte damit zusammen hängen, dass Männer Japaner*innen sexy finden.

Ein spannender Neuzugang in den Top 20 most viewed für beide Geschlechtskategorien: Reality Porn. Als jemand, die sehr viele Datingshows schaut, kann ich das nachvollziehen - die Pornhub- Statistiker*innen vermuten aber, dass es daran liegt, dass sich in den letzten Jahren Amateur- Darsteller*innen zunehmend professionalisiert haben und sich die Qualität ihrer Videos verbessert hat. Pornhub Besucher*innen suchen aber die unverfälschte, hausgemachte Experience – Suchanfragen nach "Real Amateur Homemade" stiegen um 179 Prozent weltweit, in den USA sogar um ganze 310 Prozent. Meistgesuchte Begriffe waren "homemade swingers" und "homemade threesome" - Hausfreund lässt also grüßen. "Echte" Orgasmen, "echte" Paare und "echte" Massagen waren auch sehr gefragt – Suchanfragen mit dem Begriff "real" stiegen um 42 Prozent, ja, echt.

A propros Hausfreund – oder besser Freundin: Dreier sind en vogue – als viertmeistgeklickte Kategorie weltweit. Frauen schauen übrigens 40 Prozent mehr Dreiervideos als Männer, 29 Prozent öfter "Gangbang", 25 Prozent mehr Doppelpenetration und 12 Prozent mehr Orgienvideos. Spannend hierbei: Suchanfragen nach FFM, also Frau + Frau + Mann waren geschlechtsunabhängig 84 Prozent häufiger als die nach MMF, also Mann + Mann + Frau, und Frauen suchen 24 Prozent mehr nach einem Dreier mit zwei Frauen und einem Mann als nach zwei Männern. Ob das daran liegt, dass sie andere Frauen auch einfach sehr sexy finden? Die Antwort ist irgendwo da draußen.

Theresa Lachner ist systemische Sexualberaterin und Gründerin des größten deutschsprachigen Sexblogs LVSTPRINZIP sowie des gleichnamigen Podcasts und Buchs.

Quellen

https://www.pornhub.com/insights/2022-year-in-review

https://mashable.com/article/pornhub-year-in-review-2022

Theresa LachnerQuelle: Redaktion