Corona-Gipfel: Welche Verschärfungen kommen könnten

22. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und die Landeshauptleute beraten am Freitagabend über die steigenden Infektionszahlen. Umstellung auf 2,5G - auch am Arbeitsplatz - steht im Raum.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt in Österreich weiter über der 3.000er-Marke und damit sehr hoch: Seit dem gestrigen Donnerstag sind 3.582 Neuerkrankungen dokumentiert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte mit dem heutigen Freitag einmal mehr deutlich nach oben. Derzeit liegt der Wert österreichweit bei 224,8 nach 212 am Donnerstag.

Nach Salzburg wurden nun auch Niederösterreich und Oberösterreich auf der Corona-Ampel auf Rot gestellt. In mehreren Gemeinden gibt es Ausreisekontrollen.

Gleichzeitig gehen in Österreich die Impfwilligen aus. Nur ein Prozent der Österreicher sei im September noch impfbereit gewesen, acht Prozent zögerlich oder unentschlossen und 17 Prozent nicht impfbereit, zeigt eine aktuelle Umfrage

Welche neuen Corona-Maßnahmen am Freitag kommen könnten

Die Bundesregierung wird sich deshalb am Freitagabend einmal mehr mit den Landeshauptleuten zusammensetzen. Um 20 Uhr beginnt eine gemeinsame Videokonferenz. Pressestatements von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wurden für 22 Uhr angekündigt.

Es geht darum, wie man mehr Menschen zum Impfen bewegen kann. Auch über mögliche Maßnahmen-Verschärfungen soll beraten werden. Experten gehen davon aus, dass sich die steigenden Infektionszahlen bald auf den Intensivstationen bemerkbar machen werden - hier steigen die Zahlen derzeit leicht an. 

Weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen

In Österreichs Spitälern liegen erstmals seit Mitte Mai wieder mehr als 1.000 Covid-Patientinnen und -Patienten, konkret 1.004. Das sind um 36 mehr als am gestrigen Donnerstag und um 131 mehr als noch vor einer Woche. 224 Menschen werden auf Intensivstationen betreut. Das sind zehn Schwerkranke mehr als gestern und acht mehr als noch vor einer Woche.

Wo nun welche Corona-Maßnahmen gelten

Bereits am Donnerstag hatte Schallenberg beim EU-Gipfel in Brüssel ein Treffen mit Mückstein und den Landeshauptleuten für Freitag angekündigt: "Da werden wir die nächsten Schritte beraten." Weitere Maßnahmen seien "nicht ausgeschlossen". Sie werden vor allem Ungeimpfte treffen - das betonten beinahe alle Landeshauptmänner. Dem Vernehmen nach könnte bundesweit - wie in Wien - auf die 2,5G-Regel umgestellt werden, auch am Arbeitsplatz. Auch der Stufenplan könnte überarbeitet werden.

Wien drängt auf strengere Regeln

Gesundheitsminister Mückstein hofft, dass die Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz noch einen "Impfturbo" zündet. Die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz gilt ab 1. November. Ungeimpfte werden sich dann vermehrt um gültige Tests kümmern müssen. Das ist je nach Bundesland mehr oder weniger leicht. Auch welcher Test gilt, ist je nach Bundesland verschieden. 

Ludwig vor dem Corona-Gipfel: Werden "Weg der Sicherheit" weitergehen

Wien hat diesbezüglich strengere Regeln - es gelten nur PCR-Tests. Die Regeln wurden am Donnerstag auch nochmals bis Ende November verlängert. Man werde den "Weg der Sicherheit" laut Bürgermeister Micheal Ludwig (SPÖ) fortsetzen. In den anderen Bundesländern reichen derzeit noch Wohnzimmertests oder Antigentests. Ab der Stufe 2 (über 300 belegte Intensivbetten) gelten auch dort nur noch Antigentests, ab der Stufe 3 müssen auch österreichweit die Ergebnisse von PCR-Tests vorgelegt werden. Ludwig wünsche sich bundeseinheitliche Regeln - er wolle sich aber vorerst "anhören", was die Bundesregierung "zu sagen hat".

Quelle: Redaktion / koa