Krankenhaus Rohrbach
Tote Patientin: Klinikum Wels hätte aufnehmen können
Wichtigste Erkenntnis: Das Klinikum Wels-Grieskirchen hätte die Patientin aufnehmen können, wegen fehlender "Flexibilität" im Intensivbereich kam es aber nicht dazu.
Mitte Oktober war eine Frau mit einem Aorteneinriss ins Krankenhaus Rohrbach gekommen. Sie hätte in eine Spezialklinik überstellt werden müssen, aber nirgends fand sich die Kapazität, sie rasch genug zu behandeln. Die 54-Jährige starb.
Kommission sollte Schwachstellen eruieren
Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP), die auch für Gesundheit zuständig ist, setzte im November eine Kommission mit sechs Expertinnen und Experten ein, um mögliche Schwachstellen im Notfallmanagement und in der Kommunikation zu finden.
Zuerst betonte Pammer, dass die Patientin aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Erkrankung und dem raschen Fortschreiten prinzipiell keine Überlebenschance gehabt hätte und sprach von einem Schicksalsschlag. Die Analyse der Experten hat ergeben, dass es historisch gewachsen im Klinikum Wels-Grieskirchen zwei Intensivbereiche gibt. Ein Festhalten an einer strikten organisatorischen und personellen Trennung in Notfallsituationen sei "nicht sinnvoll".
Im Fall der Rohrbacher Patientin hätte es zwar einen OP-Saal mit Team gegeben, wegen mangelnder Kooperation der Intensivbetteneinheiten konnte jedoch kein freies Bett zur Verfügung gestellt werden, so die Bewertung der Kommission. Haberlander erteilte noch am Donnerstag dem Klinikum Wels-Grieskirchen den Auftrag zur Überarbeitung ihrer Standards im intensivmedizinischen Bereich.
Regionalstrukturplan regelt Versorgung
Zu dem Punkt Kommunikation der Häuser miteinander führte Pammer aus, dass im Regionalstrukturplan zwar die Zuständigkeiten der Häuser geklärt seien, das "wird in Oberösterreich aber nicht gelebt". Die Häuser in der Peripherie sind für die Basisversorgung zuständig, die Zentrumsspitäler für Akutversorgung. Im Fall Rohrbach hätte das Linzer Kepleruniklinikum (KUK), das keine Kapazitäten frei hatte, die Überführung in ein Zentrumsspital organisieren müssen, nachdem auch Wels-Grieskirchen abgewunken hatte.
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Doch dies geschah nicht, vielmehr versuchte es Rohrbach weiter in mehreren anderen Häusern. Daher empfiehlt die Kommission, die "Ausarbeitung verbindlicher schriftlicher Standards zur Verbesserung einer standort- und trägerübergreifenden Versorgung". Das solle bis Ostern geschehen, so Haberlander. Außerdem müssen auch technische Lösungen für einen "sicheren Austausch von Befunden und Krankenakten" zwischen den Spitälern gefunden werden, so ein weiterer dringender Rat.
Was das Fehlen von Rettungshubschrauber-Einsätzen nachts in Oberösterreich angehe, sei eine Lösung in Arbeit. Am ÖAMTC-Stützpunkt Suben soll ein nachtflugtauglicher Hubschrauber stationiert werden.
Reformgruppe auch im Bund
Auch Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hatte nach dem Fall Rohrbach zwischen Bund und Ländern eine Reformgruppe "Notfallversorgung" eingerichtet. Ergebnisse wurden bisher noch nicht vorgestellt.
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Zusammenfassung
- Eine 54-jährige Patientin mit einem Aorteneinriss starb Mitte Oktober im Krankenhaus Rohrbach, weil keine Klinik in Oberösterreich sie rechtzeitig aufnehmen konnte.
- Laut einer sechsköpfigen Expertenkommission hätte das Klinikum Wels-Grieskirchen die Frau aufnehmen können, jedoch verhinderte mangelnde Flexibilität und Kooperation im Intensivbereich die Aufnahme.
- Die Kommission empfiehlt verbindliche schriftliche Standards und technische Lösungen für den Austausch von Befunden und Krankenakten zwischen den Spitälern, die bis Ostern umgesetzt werden sollen.
