APA - Austria Presse Agentur

Corona-Herbst: Drei-Stufen-Plan bringt FFP2-Maskenpflicht zurück

08. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Nach Beratungen mit den Bundesländern hat die Regierung den Maßnahmenkatalog für den Herbst vorgestellt. Anhand eines Drei-Stufen-Plans sollen strengere Maßnahmen, darunter auch eine teilweise FFP2-Maskenpflicht, in Kraft treten.

Die Infektionszahlen explodieren, die Intensivstationen füllen sich immer mehr. Angesichts der vierten Welle greift die Regierung - in Abstimmung mit den Bundesländern - wieder zu Verschärfungen.

Kurz setzt auf Impfung statt Lockdown

"Wir leben in einer Pandemie der Ungeimpften", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu Beginn seiner Rede. Als positives Beispiel nannte er dabei Dänemark. Das Land hat aufgrund der hohen Durchimpfungsrate die Corona-Maßnahmen bereits aufgehoben. Das zeige, "dass die Impfung wirkt", sagte Kurz. "Die Antwort muss daher auf steigende Infektionszahlen die Impfung und nicht der Lockdown sein", so der Kanzler. Er betone dies deshalb so vehement, da die bereits Geimpftem sich mit den Maßnahmen "nicht beschäftigen müssen".

"Selbstverständlich" werde man auch die Einhaltung der Maßnahmen durch die Polizei kontrollieren, sagte Kanzler Kurz. Man setzte aber auf die "persönliche Verantwortung" eines jeden Einzelnen, so Kurz. 

Mückstein: "Müssen Ungeimpfte schützen"

Auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) appellierte in seiner Rede erneut zur Corona-Impfung. "Das Virus unterscheidet zwischen Ungeimpft und Geimpft", erklärte er weiters. Man müsse nun laut Mückstein mit diesen Maßnahmen die Ungeimpften schützen. Die Maßnahmen richten sich, so der Entwurf von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), nach der Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten und umfasst drei Stufen. Dabei sei besonders die Maskenpflicht ein "einfaches, aber effektives Mittel zur Eindämmung der Pandemie ist".

Platter: "Ein Schulterschluss ist essenziell"

Laut dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) habe es hier einen "Schulterschluss" zwischen Bund und Länder gegeben. Man begrüße den Paradigmenwechsel und "das es einen klaren Stufenplan gibt". Die Maßnahmen wurden laut Platter in Einvernehmen aller Bundesländer getroffen und würden zeigen, "das an einem Strang gezogen wird", so Platter.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kritisierte am Vortag noch das Vorpreschen des Bundeskanzlers und forderte  vor den Gesprächen ein "konsequentes Maßnahmenpaket".

Ludwig fordert "konsequentes Maßnahmenpaket"

Vor dem Treffen der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten gibt der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ein Statement ab.

Das ist der Plan:

1. Stufe - 10 Prozent Belegung (200 Betten), ab 15. September

  • Antigen-Tests nur mehr 24h gültig - gilt auch für die Schultestungen
  • FFP2-Maskenpflicht wo derzeit MNS (Täglicher Bedarf, öffentliche Verkehrsmittel)
  • FFP2-Maskenpflicht für Ungeimpfte auch im Handel, für alle anderen Empfehlung (stichprobenartige Kontrollen durch Polizei)
  • 3-G bei Veranstaltungen ab 25 Personen (bis jetzt ab 100 Personen)

2. Stufe - 15 Prozent Belegung (300 Betten), ab 7 Tage nach Überschreitung

  • 2-G-Regelung für Nachtgastro (und ähnliche Settings) sowie Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze >500 Personen
  • Antigen-Tests mit Selbstabnahme (Wohnzimmer-Tests) nicht mehr für 3-G-Regel gültig

3. Stufe - 20 Prozent Belegung (400 Betten), ab 7 Tage nach Überschreitung

  • Für das "getestet" in 3-G-Regelung gelten nur mehr PCR-Tests

Haslauer: Corona-Stufenplan "ist bedeutender Paradigmenwechsel"

Vor dem Treffen der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten gibt der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ein Statement ab.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos