Boltz zur Gas-Knappheit: Kommen "nicht über den Winter"

06. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der ehemalige Vorstand der E-Control, Walter Boltz, rät im PULS 24 Interview zu drastischen Gas-Einsparungen und erklärt, warum Gewessler nicht so einfach vorhersagen kann, wie viel Gas Österreich für den Winter tatsächlich bleibt.

Die Gasspeicher in Österreich sind derzeit zu 46 Prozent befüllt, das entspricht 43 Terrawattstunden. Doch nur ein Viertel davon ist für den österreichischen Verbrauch reserviert. Diese geringe Zahl ergebe sich daraus, dass ausländische Unternehmen in Österreich eingespeichertes Gas wohl für ihre jeweiligen Kund:innen im Ausland verwenden werden, so der ehemalige Vorstand der E-Control, Walter Boltz. Von österreichischen Unternehmen sei jedoch zu erwarten, dass sie das Gas für Österreich verwenden.

Mit dem aktuellen Füllstand werde man nur "bis zum Winter kommen". "Vier, fünf Monate" könne man auskommen. Aber "ohne drastische Einschränkungen" komme Österreich "nicht über den Winter".

Gas-Zukauf bereits im März oder April

Die Regierung hätte bereits im "März oder April" Gas zukaufen können, kritisiert Boltz. Zu dieser Zeit wären noch relevante Gasmengen zu kaufen gewesen. Außerdem sei Österreich an sich kein großer Gasverbraucher. Trotzdem gebe es "ein paar Möglichkeiten", einen kompletten Gas-Stopp teilweise zu kompensieren. Boltz verweist hierzu auf "Norwegen und LNG-Terminals in Italien".

Gasmengen für Winter schwer vorherzusagen

Dass Klima- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) nicht sagen kann, wie viel Gas im Winter tatsächlich zur Verfügung steht, sei nicht verwunderlich. Schließlich sei es "schwierig für die Ministerin zu wissen, welche Intention die Unternehmen mit dem Gas haben". Unternehmen würde liefern, "wenn der Preis passt". Diese "unternehmerische Entscheidung ist nicht vorhersehbar".

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp