Gewessler: Vorerst keine Alarmstufe im Gas-Notfallplan, aber Haushalte sollen sparen

05. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) wird die Alarmstufe im Gas-Notfallplan (noch) nicht ausrufen, Österreich bleibt vorerst weiter in der Frühwarnstufe. Großverbrauchern wird angeordnet auf Alternativen zum Erdgas umzurüsten, private Haushalte sollen sparen, denn die Lage sei "unsicher", Prognosen nicht möglich.

Wegen des Rückgangs der Gas-Einspeicherungen beriet die Bundesregierung am Montag mit energieintensiven Unternehmen, wie Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Dienstag mitteilte. Am Dienstagvormittag erstellte der Krisenrat eine Einschätzung, am Dienstagabend ab 18.00 Uhr wird der Nationale Sicherheitsrat einberufen.  

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Einspeicherwert gestiegen - keine Alarmstufe

Es bestehe vorerst kein Anlass, die Alarmstufe im Gasnotfallplan auszurufen, sagte Gewessler bei ihrem Pressestatement am frühen Nachmittag. "Die Einspeicherung ist in den vergangenen Tagen am Samstag und am Sonntag wieder über 350 Gigawattstunden gelegen, am Sonntag wurde der höchste Einspeicherungswert der vergangenen zwei Wochen erzielt." Die "Delle" bei der Einspeicherung habe sich nicht verfestigt, so die Ministerin. 

"Situation unsicher"

Der aktuelle Speicherstand betrage 43,9 Terrawattstunden Erdgas in den Speichern und damit knapp die Hälfte des österreichischen Jahresverbrauchs. Der Bund kaufe nun erstmals selbst Erdgas an. Die Situation sei aber unsicher, Prognosen nicht möglich. 

Frühwarnstufe bleibt

Österreich bleibt vorerst weiter in der Frühwarnstufe -  der erste Teil des dreistufigen Gas-Notfallplans. Mit der angekündigten Wartung der Pipeline Nord Stream 1 ab 11. Juli stehe jedoch das nächste kritische Ereignis unmittelbar bevor.

Großverbraucher müssen umrüsten, Haushalte sparen

Großverbrauchern wird angeordnet, soweit wie möglich auf alternative Energieträger, vor allem Erdöl, umzurüsten. Außerdem appelliert die Regierung an die Bevölkerung, sich auf die kommende Heizsaison vorzubereiten und beim Einsparen von Strom und Gas mitzuhelfen. Eine entsprechende Verordnung zur Energielenkung werde laut Gewessler in Begutachtung geschickt.

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam