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Teuerung? Inflation? Was ist der Unterschied?

17. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Inflation macht das Leben in Österreich teurer. Die Inflationsrate dürfte im Juli laut Schnellschätzung bei 9,2 Prozent gelegen haben. Aber was bedeutet das eigentlich? Ein Versuch, Inflation einfach zu erklären.

Es ist der höchste Wert seit der Ölkrise im Jahr 1975. Auf 9,2 Prozent stieg die Inflationsrate laut Schnellschätzung der Statistik Austria im Juli 2022. Vom Butter im Supermarkt bis zum Sprit an der Tankstelle, - dass das Leben teuer wird, merken wohl schon die meisten. Aber was bedeutet Inflation eigentlich konkret? 

Vereinfacht gesagt bedeutet Inflation, dass unser Geld weniger wert wird. "Inflare" bedeutet im Lateinischen so viel wie "aufblähen". Steigt die Inflationsrate "blähen" sich also die Preise auf - Produkte werden teurer, die Kaufkraft des Geldes nimmt ab. Für die gleiche Summe Geld kann nun weniger gekauft werden als in der Vergangenheit. 

Inflation betrifft den gesamten Markt

Gründe für steigende Preise bei einzelnen Produkte gibt es viele - Ernteausfälle, Streiks, hohe Nachfrage oder Lieferengpässe etwa. Geht es um einzelne Produkte bzw. Produktgruppen spricht man von Teuerung.

Inflation betrifft aber den gesamten Markt. Eine bestimmte Anzahl von Produkten und Dienstleistungen wird teuer. Ermittelt wird die Inflationsrate durch den Verbraucherpreisindex (VPI). Er zeigt die preislichen Veränderungen von vielen verschiedenen Konsumgütern an.

Bei der Schnellschätzung der Statistik Austria werden etwa 80 bis 90 Prozent der für die Inflationsberechnung nötigen Preise berücksichtigt. Im vollständigen Verbraucherpreisindex wird ein modellhafter Warenkorb aus zwölf unterschiedlichen Gruppen von Gütern und Dienstleistungen verwendet.

Ausgaben für Kleidung, Lebensmittel, Wohnung, Wasser, Energie, Verkehr, Freizeit und Kultur und unterschiedliche Dienstleistungen werden berücksichtigt. Der Warenkorb wird alle fünf Jahre neu gefüllt, um veränderten Konsumgewohnheiten gerecht zu werden. 

Ärmere stärker betroffen

Je nach Lebensweise - ob eine Person beispielsweise zur Miete wohnt oder im Eigentum, ob jemand täglich ins Auto steigen muss oder mit dem Rad fahren kann - kann die persönliche Inflationsrate von der eines Durchschnittshaushalts abweichen. Ebenso kann die gefühlte Teuerung von Emotionen und Erinnerungen beeinflusst werden. Steigende Preise bei Produkten des täglichen Bedarfs werden etwa schneller wahrgenommen. Aus diesen Gründen bietet die Statistik Austria auch einen persönlichen Inflationsrechner an.

Fest steht, dass Haushalte mit geringen Einkommen und fehlenden Ersparnissen von den aktuell stark steigenden Preise gleich dreifach negativ betroffen sind. Das zeigt ein Research Brief des Wifo von April: Ärmere Haushalte mussten schon vor der steigenden Inflation ihr gesamtes Einkommen ausgeben, um die Lebenserhaltungskosten zu decken. Preissteigerungen führen für sie deshalb unmittelbar zu Konsumeinschränkungen, höherer Verschuldung und dem Wechsel zu billigeren, aber weniger hochwertigen Produkten. 

Quelle: Redaktion / koa