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Strom, Heizen, Sprit: So viel sind die Preise schon gestiegen - und was noch kommt

12. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Benzin, Diesel, Heizöl, Gas, Pellets: Bei allen schoss der Preis in die Höhe. Während sich die Spritpreise aktuell leicht entspannten, haben viele Anbieter die Preise für Strom und Gas angehoben - und sie werden noch weiter steigen.

Die Preisspirale dreht sich weiter: Im Juni stiegen allein im Vergleich zum Mai laut Energiepreisindex (EPI) die Energiepreise für Haushalte um 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Energiepriese aber um satte 45,1 Prozent, im Mai waren es erst rund 38 Prozent.

Strom- und Gas-Preise: Noch lange kein Ende in Sicht

Die Preiserhöhungen bei Strom und Erdgas sind noch lange nicht vorbei. Die Großhändler geben Preiserhöhungen meist verzögert an Einzelkunden weiter. Der von der Energieagentur berechnete Strompreisindex war im Juni dreimal so hoch wie im Vorjahr, der Gaspreisindex um 424 Prozent höher. Dementsprechend hätten bereits zahlreiche Energieversorger die Preise angehoben oder dies angekündigt, so die Energieagentur.

Energieversorger: Viermal Teuerungen bis Ende 2023

Bei den Preisen sei "das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht", sagt auch Josef Baumgartner, Ökonom beim Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) im PULS 24 Newsroom LIVE. Während Verträge mit Energieversorgern bisher für mindestens ein Jahr galten, hoben laut Baumgartner etwa Wien Energie und die EVN die Preise zu Jahresbeginn an, am 1.9. kommt die nächste Verteuerung und weitere Anpassungen sind für April und Oktober nächsten Jahres geplant.  

Gas: 72,1 Prozent teurer

Der Strompreis für Haushaltskunden war im Juni im Durchschnitt noch relativ stabil (plus 0,2 Prozent im Jahresvergleich). Das liegt an Entlastungsmaßnahmen, verschiedene Kundengruppen seien von Preissteigerungen aber sehr unterschiedlich betroffen. Gas war im Durchschnitt um 72,1 Prozent teurer als im Juni vergangenen Jahres. Im Monatsvergleich gab es bei Strom und Gas einen leichten Anstieg um je 0,3 Prozent.

 Fernwärme kostete um 16,6 Prozent mehr als im Jahr davor und war gegenüber Mai unverändert. Holzpellets waren um 52,7 Prozent teurer als im Juni 2021 und kosteten um 5,9 Prozent mehr als im Mai 2022. Der Brennholzpreis stieg im Jahresabstand um 33,9 Prozent und im Monatsvergleich um 5,0 Prozent

WIFO-Ökonom Baumgartner erwartet, dass Konjunktur "weiter abschwächt"

Leute kaufen weniger ein, Konjunktur wird schwächeln

Die höheren Preise für Privatpersonen werden sich auch auf die Wirtschaft auswirken. Die Reallöhne gehen zurück, dadurch werden die Leute weniger ausgeben können und weniger einkaufen. Noch stehe die österreichische Wirtschaft vergleichsweise gut da. In den nächsten Monaten - dauernd bis ins nächste Jahr - rechnet der Ökonom aber damit, dass die Wirtschaftsdynamik schwächelt "und da reden wir aber noch gar nicht davon, was passiert, wenn uns Russland den Gashahn abdreht".

Es bestehe sogar noch ein "Risiko nach unten". Baumgartner rechnet für Herbst oder nächstes Jahr mit weiteren "deutlichen Preisanstiegen" und einer Inflation von mindestens acht Prozent im Jahresdurchschnitt.

Benzin und Diesel: Vorerst keine Preiserhöhungen mehr

Sprit kostete im Juni und Juli erstmals großräumig mehr als 2 Euro je Liter. Kurzfristig könnte bei den Preisen für Diesel und Benzin ein Plateau erreicht sein, hier ist eine leichte Entspannung zu sehen.  Mit Preissteigerungen wie im Juni sei bei Diesel, Superbenzin und Heizöl vorerst nicht zu rechnen. Die Kosten für Heizöl allerdings haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Im Juni war Superbenzin laut EPI um 60,5 Prozent teurer als im Jahr davor und kostete um 13,9 Prozent mehr als im Mai 2022. Eine Tankfüllung (50 Liter) kam im Schnitt auf mehr als 100 Euro, damit musste man um etwa 40 Euro mehr bezahlen als im Jahr davor und um etwa 14 Euro mehr als im Mai. Diesel kostete im Jahresvergleich um 65,3 Prozent mehr, im Monatsabstand um 7,0 Prozent mehr. Der Heizölpreis hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt (plus 109,6 Prozent) und stieg gegenüber dem Vormonat Mai um 9,3 Prozent. Eine typische Füllung von 3.000 Litern kostet im Juni deutlich mehr als 4.500 Euro.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam