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Rätsel um Stiftung: Was passiert mit den Mateschitz-Medien?

27. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Kurz vor seinem Tod hat Didi Mateschitz die Stiftung, die die von ihm gegründeten Journalismus-Projekte finanziert, umbenannt. Was das für ServusTV und Co bedeuten könnte.

Red-Bull-Chef Didi Mateschitz war nicht nur Getränkehersteller und Sport-Großsponsor, sondern auch ein umtriebiger Medienunternehmer. Neben mehreren Magazinen wie dem "Red Bulletin" oder "Speedweek" ist vor allem der TV-Sender ServusTV ein Aushängeschild. Die Medien sind im Besitz des hauseigenen Red Bull Media House. Hier könnte sich nach dem Ableben des Red-Bull-Patriarchen Mateschitz etwas ändern.

Anlass zu Spekulationen gibt vor allem die Umbenennung der "Quo Vadis Veritas"-Stiftung. Die Stiftung wurde 2017 von Mateschitz gegründet, um die Recherche-Plattform "Addendum" zu finanzieren, nach deren Einstellung 2020 verwaltet sie nun das Magazin "Pragmaticus". Am 1. August, also wenige Wochen vor seinem Tod, ließ Mateschitz sie in "Kunst und Kultur DM Privatstiftung" umbenennen. Ende August wurde noch einmal ein neues Vorstandsmitglied für die Stiftung bestellt, berichtet der "Kurier".

Soll Erbe Mark übernehmen?

Immer wieder wird spekuliert, dass die Leitung des Mateschitz-Medienimperiums an dessen einzigen Sohn Mark Mateschitz gehen soll. Der 30-Jährige dürfte es nämlich schwer haben, von den thailändischen Mehrheitseigentümern, der Familie Yoovidhya, mit derselben Machtfülle oder gar demselben Chefposten ausgestattet zu werden wie sein Vater.

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Unter der Ägide der Yoovidhyas blicken vor allem die Medienunternehmen in eine unsichere Zukunft. Besonders ServusTV ließ sich Mateschitz einiges kosten. Hochwertige Eigenproduktionen und vor allem exklusive Sportrechte sind nicht billig. Kostendeckend ist ServusTV trotz zuletzt guter Quoten nicht.

Der Marktumsatz dürfte beim Red Bull Media House nach "Standard"-Schätzungen bei rund 60 bis 70 Millionen Euro liegen. Der Red-Bull-Konzern selbst lässt sich wie gewohnt nicht in die Karten blicken und gibt keine Daten heraus. Die übrigen 370 bis 380 Millionen Euro des Gesamtumsatzes kommen von Red Bull selbst. Denn die Medienproduktion sind eine der wichtigsten Vermarktungsschienen des Energydrinks.

Mark Mateschitz als Medien-Boss?

Derart hohe Marketing-Kosten war unter der Führung von Didi Mateschitz, dessen Marketing-Talent Red Bull zur Weltmarke machte, möglich. Ob die Thailänder diese hohen Investitionen aufrecht erhalten wollen, bleibt abzuwarten. Die Umbenennung der Stiftung könnte darauf hinweisen, dass Mark die Medien über die Stiftung leiten könnte, wird spekuliert.

Quelle: Redaktion / hos