Didi Mateschitz mit seinem Sohn MarkAPA/Barbara Gindl

Mateschitz-Nachfolge: Kommt das große Hauen und Stechen?

24. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Nach dem Tod von Patriarch Didi Mateschitz stellt sich die Frage: Wie geht es ohne ihn bei Red Bull weiter? Sein Sohn Mark Mateschitz wird als Erbe gehandelt. Ob er im Unternehmen in die Fußstapfen seines mächtigen Vaters treten kann, ist eher unklar.

Der am Wochenende verstorbene Dietrich "Didi" Mateschitz war mit seinem Red-Bull-Konzern nicht nur der reichste Österreicher, sondern auch einer der wichtigsten Unternehmer und vor allem Investoren des Landes. Neben dem eigentlichen Geschäft mit dem Energy Drink betrieb Mateschitz auch einen TV-Sender, Magazine, ein Formel-1-Team sowie gleich mehrere Fußball-Klubs und Sponsorings von Extremsportlern und Wettbewerben als Teil seines Imperiums.

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Die stillen Eigentümer von Red Bull

Naheliegend wäre, dass Mateschitz' einziger Sohn Mark (aus einer früheren Beziehung) die Führung im Konzern übernimmt. Doch so einfach soll das nicht sein, denn Red Bull gehört Mateschitz nicht allein. Der Österreicher gründete Red Bull zusammen mit dem inzwischen verstorbenen thailändischen Unternehmer Chaleo Yoovidhya, dem Erfinder der Red-Bull-Vorlage "Krating Daeng".

Die Red Bull GmbH gehört laut mehreren Medienberichten drei Gesellschaftern: zu 49 Prozent der "Distribution & Marketing GmbH" von Mateschitz, zu 49 Prozent der "TC Agro Agrotrading Company" der Familie Yoovidhya und zu zwei Prozent Yoovidhyas Erben Chalerm Yoovidhya. Die thailändische Familie ist somit insgesamt Mehrheitseigentümer und hat dadurch das letzte Wort bei Entscheidungen.

Thailänder müssen alles absegnen

Der Gesellschaftervertrag sieht laut einem Bericht des "Manager Magazin" von 2017 vor, dass die Thailänder sogar die Weitergabe der Anteile von Mateschitz - also seiner 49 Prozent am Unternehmen - absegnen müssen. Und: Chalerm Yoovidhya machte in den vergangenen Jahren immer wieder Anstalten, selbst mehr in die Führung des Weltkonzerns eingreifen oder zumindest die Machtfülle des Geschäftsführers nach der Ära Mateschitz beenden zu wollen.

Der weitreichende Einfluss, den Mateschitz in der Führung des Weltkonzerns hat, endet laut Vertrag mit seinem Rückzug. Eventuelle Nachfolger hätten nur noch bei grundlegenden Entscheidungen wie Fusionen, Kapitalveränderungen oder der Liquidation eine Sperrminorität.

Was Mateschitz-Sohn Mark bisher bereits machte

Mark Mateschitz soll bisher auch deshalb noch keine leitende Funktion im Red-Bull-Mutterkonzern haben, weil Yoovidhya dies angeblich verhindert. Stattdessen leitet er seit knapp vier Jahren die Thalheimer Heilwasser GmbH samt der dazugehörigen Brauerei.

2021 wurde er darüber hinaus Chef der Mark Mateschitz Beteiligungs GmbH, die 34 Prozent an deaurea hält, einer Immobilien-Firma des Red Bull Imperiums, berichtet etwa "News". Der 29-Jährige ist zudem in der Führungsriege bei "Wings for Life" - Firmenchefin dort ist seine Mutter, Anita Gerhardter.

Sponsorings mit Zukunft?

Red Bull ist vor allem bekannt für seine zahlreichen Sponsorings im Sport- bzw. Extremsport-Bereich. Diese sind von Beginn an Teil des Marketingkonzepts gewesen und haben sich als solche auch durchaus bewährt. Trotzdem lässt sich Mateschitz die Markenpflege einiges kosten. Hinzu kommen mehrere Medienprojekte wie etwa ServusTV. Dabei handelt es sich weitgehend um Minusgeschäfte. Mateschitz' Händchen für Vermarktung sicherte ihm stets das Vertrauen der thailändischen Geschäftspartner. Sein Nachfolger würde es sehr viel schwerer haben, Investitionen dieser Größenordnung zu rechtfertigen.

Zudem sind nicht alle Sponsorings unumstritten. Mehrere von Red Bull gesponsorte Extremsportler - meist Basejumper - sind in den vergangene Jahren tödlich verunglückt. Die hauseigenen Sport-Teams von den Fußball-Klubs bis hin zu vor allem dem Formel-1-Team brauchen viel Geld. Die Teams müssten bei einem Führungswechsel womöglich um die Existenz bangen.

Quelle: Redaktion / hos