APA - Austria Presse Agentur

Siegfried nach Tod von Roy - "Er ist immer noch bei mir"

10. Mai 2020 · Lesedauer 4 min

Trauer um eine weltbekannte Show-Größe: Der "Siegfried html5-dom-document-internal-entity1-amp-end Roy"-Magier Roy Horn ist im Alter von 75 Jahren in Las Vegas an den Folgen von Covid-19 gestorben. Der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und sein Partner Siegfried Fischbacher waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen berühmt. Ihre Karriere endete allerdings, als Roy bei einem Tiger-Angriff schwer verletzt wurde.

Trauer um eine weltbekannte Show-Größe: Der "Siegfried & Roy"-Magier Roy Horn ist im Alter von 75 Jahren in Las Vegas an den Folgen von Covid-19 gestorben. Der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und sein Partner Siegfried Fischbacher waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen berühmt. Ihre Karriere endete allerdings, als Roy bei einem Tiger-Angriff schwer verletzt wurde.

Jahrzehntelang konnte man sich die beiden Magier "Siegfried und Roy" nur zusammen vorstellen, nun trauert Siegfried Fischbacher und mit ihm viele auf der ganzen Welt um seinen Partner. "Heute hat die Welt einen der großen Magier verloren, aber ich habe meinen besten Freund verloren", erklärte Fischbacher. "Einen Siegfried ohne Roy hätte es nie gegeben, und keinen Roy ohne Siegfried." Horn war vor einer Woche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er starb in einem Krankenhaus in Las Vegas.

Im Gespräch mit der "Bild am Sonntag" sprach Fischbacher auch über die Zeit nach dem Tod seines Partners: "Er ist in Frieden gegangen, in eine Welt ohne Schmerzen. Und er ist immer noch bei mir, egal wohin ich mich drehe. Ich werde beim Abendessen weiterhin für ihn decken lassen, so wie es immer war. Ich bin nicht allein."

Noch vor einigen Tagen habe Siegfried Hoffnung auf eine Besserung von Roys Gesundheitszustand nach der Corona-Infektion gehabt, heißt es im Bericht der "Bild am Sonntag". Nach anfänglichen Behandlungserfolgen habe sich der Zustand dann aber verschlechtert. "Roy war sein ganzes Leben lang ein Kämpfer, auch in diesen letzten Tagen", erklärte Fischbacher. Er dankte den Ärzten und Krankenschwestern im Mountain View Hospital. Sie hätten "heldenhaft gegen das heimtückische Virus" gekämpft, "das am Ende Roy das Leben nahm".

Die beiden Magier wurden mit ihren Auftritten in extravaganten Kostümen und mit wilden Tieren - neben Tigern und Löwen auch Elefanten und Schlangen - weltberühmt. Allerdings kam es bei einer Show in Las Vegas im Oktober 2003 - ausgerechnet am 59. Geburtstag von Horn - zu einem schweren Unfall: Ein weißer Tiger packte den Dompteur am Hals und zerrte ihn von der Bühne. Horn verlor dabei viel Blut, zudem erlitt er einen Schlaganfall und eine einseitige Lähmung.

Mit einer dreistündigen Notoperation retteten die Ärzte dem Dompteur damals das Leben. Horn betonte nach dem Unfall immer wieder, dass der Angriff nicht die Schuld des weißen Sibirischen Tigers Mantecore gewesen sei. Nach dem Unfall traten Siegfried und Roy nur noch ein Mal im Jahr 2009 öffentlich auf, ein Jahr später zogen sie sich endgültig aus dem Showgeschäft zurück. In den letzten Jahren seines Lebens widmete sich Horn größtenteils dem Schutz von Wildtierbeständen.

Horn wurde 1944 in Nordenham bei Bremen geboren. Bereits bei der Auswahl seiner ersten Haustiere fühlte er sich zu exotischen Tieren hingezogen - einem Wolfshund namens Hexe und einem Geparden namens Chico, die er beide aus dem Bremer Zoo aufnahm.

1957 lernte er Fischbacher an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kennen, auf dem beide als Animateure arbeiteten. Seit 1959 gingen sie zusammen auf Tour - zunächst in Europa, später in den USA. Ende der 60er-Jahre gaben sie in Las Vegas ihr Debüt. Seit 1990 gehörten sie bis zu dem Tiger-Unfall zum festen Programm des berühmten Hotels Mirage in der US-Spielermetropole.

Der Modedesigner Wolfgang Joop würdigte die Leistung des Verstorbenen. "Siegfried und Roy waren nicht einfach zwei Deutsche, die nach Amerika gingen - sie wurden Amerika!", sagte Joop der "Welt am Sonntag". Zugleich wies er darauf hin, dass die Shows mit wilden Tieren "politisch nicht ganz korrekt" gewesen seien. "Tiere so zu domestizieren und mit ihnen zusammenzuwohnen - mich wundert, dass es keine Proteste gab."

Auch der Illusionist David Copperfield würdigte Roy in der Nacht auf Samstag als "wunderbaren Künstler" und "Legende". Er habe nicht nur für die Unterhaltung, sondern auch für die Gesellschaft viel getan, ergänzte Copperfield auf Twitter. Auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger twitterte betroffen: "Ich habe Roys Magie und seine Stunts geliebt. Ich kann nicht glauben, dass er nicht mehr da ist."

Quelle: Agenturen