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Alcaraz nach Fünf-Stunden-Krimi im US-Open-Halbfinale

07. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

Spaniens Tennis-Jungstar Carlos Alcaraz hat bei den US Open nach einem Fünfsatzkrimi das erste Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere erreicht. Der 19-Jährige setzte sich in einem hochklassigen Match gegen den Südtiroler Jannik Sinner mit 6:3,6:7(7),6:7(0),7:5,6:3 durch. Der über 5:15 Stunden dauernde Schlagabtausch im Arthur Ashe Stadium ging erst um 2.50 Uhr Ortszeit zu Ende. So spät wurde noch nie ein Spiel bei den US Open beendet. Den Aufstieg schaffte auch Frances Tiafoe.

Alcaraz vergab im Duell mit dem zwei Jahre älteren Sinner fünf Chancen auf eine 2:0-Satzführung, später schlug dieser beim Stand von 5:4 im vierten Satz zum Sieg auf. Der Südtiroler konnte aber seinen Matchball nicht nützen, er leistete sich einen letztlich teuren Rückhand-Fehler. Auch im fünften Durchgang führte Sinner nochmals mit einem Break 3:2, gab den Vorteil aber gleich wieder aus der Hand. Alcaraz ließ sich nach dem Sieg auf den Rücken fallen und genoss den Triumph.

"Ich kann nicht verstehen, wie ich das gemacht habe. Das Level, auf dem ich gespielt habe, das ist einfach unglaublich", sagte Alcaraz. Das Duell war das zweitlängste in der Geschichte des Turniers, der bisherige Rekord wurde nur knapp verpasst und liegt seit 1992 und dem Aufeinandertreffen von Stefan Edberg und Michael Chang bei 5:26 Stunden.

Alcaraz ist der jüngste Grand-Slam-Halbfinalist seit Landsmann Rafael Nadal (2005 bei den French Open). Zudem wahrte der in Flushing Meadows als Nummer drei gesetzte Spanier die Chance, nach dem Turnier die Führung in der Weltrangliste zu übernehmen. Dafür gilt es aber erst einmal das zweite Fünfsatzmatch in Folge wegzustecken. Bereits in der Nacht auf Samstag wartet mit Tiafoe die Nummer 22 des Turniers. Auch der 24-Jährige gibt sein Debüt in der Runde der letzten vier.

Tiafoe setzte seinen Siegeszug mit einem 7:6(3),7:6(0),6:4-Erfolg gegen den Russen Andrej Rublew fort und zeigte dabei vor allem in den Tie-Breaks seine enormen Qualitäten. Beim Heimturnier ist der Achtelfinal-Bezwinger von Rafael Nadal als erster US-Amerikaner seit Andy Roddick 2006 in der Vorschlussrunde vertreten. "Ich fühle mich auf Plätzen wie diesen wie zu Hause. Ihr steht so stark hinter mir, ich finde immer einen Ausweg", sagte Tiafoe, der 2021 Finalist des Wiener-Stadthallen-Turniers war und auch heuer wieder mit dabei sein wird, zu den Fans im Stadion: "Wir haben noch zwei Spiele vor uns, noch zwei."

Das zweite Halbfinale bestreiten Karen Chatschanow (RUS-27) und Casper Ruud (NOR-5). Ruud kämpft auch noch um die Nummer-Eins-Position im Ranking. Die muss Daniil Medwedew nach seinem frühen Aus fix abgeben. Nadal folgt auf den Russen, wenn sowohl Alcaraz als auch Ruud im Halbfinale ausscheiden. Kommt einer der beiden ins Finale, ist er der neue Branchenprimus, wenn es beide schaffen, ist es der Finalsieger.

Bei den Damen erreichte Iga Swiatek die Runde der besten vier. Die Weltranglisten-Erste setzte sich mit 6:3,7:6(4) gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula durch. Für die zweimalige French-Open-Siegerin ist es schon jetzt ihr größter Erfolg in New York. Im Kampf um den Finaleinzug trifft Swiatek bereits am Donnerstag (Ortszeit) auf die Belarussin Aryna Sabalenka, die zuvor nach einer souveränen Vorstellung gegen die lange Zeit enttäuschende Tschechin Karolina Pliskova mit 6:1,7:6(4) gewonnen hatte. Die zweite Halbfinal-Partie bestreiten die tunesische Wimbledon-Finalistin Ons Jabeur und Caroline Garcia aus Frankreich.

Quelle: Agenturen