Nahost-Eskalation
Trump signalisiert Bereitschaft zu Gesprächen mit Iran
Der US-Präsident Donald Trump sagte am Sonntag in einem Interview mit dem US-Magazin "The Atlantic", dass die neue Führung des Iran mit ihm Gespräche aufnehmen wolle und er dem zugestimmt habe.
"Sie wollen Gespräche führen, und ich habe zugestimmt, also werde ich mit ihnen sprechen. Sie hätten das schon früher tun sollen. Sie hätten schon früher etwas sehr Praktisches und Einfaches tun sollen. Sie haben zu lange gewartet", wird Trump aus seiner Residenz in Florida zitiert.
Auf die Frage, wann die Gespräche stattfinden könnten, sagte Trump: "Das kann ich ihnen nicht sagen." Auch mit wem der US-Präsident sprechen möchte, ist bisher unklar.
"Das war ein großer Schlag"
In Bezug auf die iranische Führung, die in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche mit den USA und anderen westlichen Regierungen geführt hat, sagte Trump allerdings: "Die meisten dieser Leute sind nicht mehr da."
"Einige der Leute, mit denen wir zu tun hatten, sind nicht mehr da, weil das ein großer - das war ein großer Schlag", sagte Trump offenbar mit Blick auf den US-israelischen Angriff, bei dem am Samstag der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie zahlreiche hochrangige Regierungsvertreter getötet worden waren.
Zuletzt verhandelten die Vereinigten Staaten unter Vermittlung von Oman mit Irans Außenminister Abbas Araqchi. Nach dem Tod von Khamenei bei den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf Teheran ist der weitere Kurs des Landes unklar.
Bis ein neues Staatsoberhaupt bestimmt wird, soll ein dreiköpfiger Rat seine Aufgaben übernehmen. Diese Rolle fällt laut offiziellen Angaben Präsident Massud Pezeshkian, Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Ejei sowie dem Mitglied des Wächterrats, Alireza Arafi, zu. Für die Wahl des neuen Staatschefs ist ein sogenannter Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, zuständig.
"Niemand kann unseren Erfolg fassen"
In einem weiteren Interview sagte Trump am Sonntag, dass 48 ranghohe Vertreter der iranischen Führung seit Beginn der US-israelischen Angriffe getötet worden seien. "Niemand kann unseren Erfolg fassen, 48 Anführer sind auf einen Schlag weg", wurde Trump vom Sender Fox News zitiert. Es gehe schnell voran.
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von Luftangriffen gegen den Iran gestartet und dabei unter anderem Chamenei getötet. Als Reaktion griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in Staaten der Golfregion an. Die gegenseitigen Angriffe dauerten am Sonntag an.
Video: Eskalation im Nahen Osten
Zusammenfassung
- Einem US-Medienbericht zufolge sei Donald Trump zu Gesprächen mit der neuen Führung des Iran bereit.
