Israel: Neuer iranischer Raketenangriff
Infolge der vorigen Angriffswelle starb am Samstagabend eine Frau in Tel Aviv. Sie sei den Folgen ihrer schweren Verletzungen erlegen, hieß es vom Rettungsdienst. Mindestens 21 Menschen seien bei dem Raketeneinschlag zudem verletzt worden, die meisten von ihnen leicht. Mit der ersten israelischen Toten und einem Schwerverletzten war es der bisher folgenreichste Zwischenfall seit dem Angriff Israels auf den Iran am Samstag in der Früh, der mit Drohnen- und Raketenangriffen aus dem Iran erwidert wurde. Mehrere Häuser in Israel wurden durch Einschläge oder Trümmerteile beschädigt.
Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Luftwaffenstützpunkt des US-Militärs in Saudi-Arabien angegriffen. Der Stützpunkt Prinz Sultan sei von Raketen und Drohnen getroffen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die der staatliche Rundfunk veröffentlichte. Aus Saudi-Arabien und den USA gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff. Hingegen meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate die Abwehr von zahlreichen iranischen Raketen.
Man habe nach eigenen Angaben 132 ballistische Raketen und 195 Drohnen abgewehrt, teilte das Verteidigungsministerium der VAE mit. Zudem seien fünf ballistische Raketen des Irans ins Meer gefallen. Vierzehn Drohnen seien ebenfalls über Wasser oder an Land abgestürzt, wodurch es einige Schäden gegeben habe, teilte das Ministerium mit. Auch aufgrund abgeschossener Projektile sei es zu kleineren Schäden an zivilem Eigentum gekommen.
Offenbar wurde dabei auch der internationale Flughafen von Dubai getroffen. Das Medienbüro der Metropole bestätigte, dass bei einem "Vorfall" vier Menschen verletzt worden seien. In einer der Wartehallen des Flughafens in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe es geringe Schäden gegeben. Die meisten Terminals des Flughafens, der zu den wichtigsten Knotenpunkten für Flugreisende im Nahen Osten zählt, seien vorab aber bereits geräumt worden.
Brand in Luxushotel Burj al Arab
Durch einen mutmaßlichen Drohnenangriff kam es auch am bekannten Luxushotel Burj al Arab zu einem Brand. Das "kleinere" Feuer habe die äußere Fassade des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers auf einer künstlichen Insel betroffen, hieß es vom Medienbüro der Stadt Dubai. Zivilschützer hätten umgehend reagiert und das Feuer unter Kontrolle gebracht, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben. Ein Video des Vorfalls zeigte ein Feuer, das in der Nacht über mehrere Stockwerke an einer Außenwand des Hotels brennt. Das Gebäude mit der Silhouette in Form eines Segels gilt als Wahrzeichen Dubais. Zimmer kosten dort von 800 Euro aufwärts.
Arabische Länder verurteilen iranische Gegenschläge
Mehrere arabische Länder verurteilten die iranischen Gegenschläge scharf. "Wir machen die iranische Regierung für diese Angriffe voll verantwortlich und weisen jegliche Rechtfertigungen oder Erklärungen für dieses feindselige Verhalten zurück", sagte Bahrains UNO-Botschafter Jamal Fares Al Rowaiei, der während einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York eine Erklärung stellvertretend für die Länder des Golfkooperationsrates sowie Syrien und Jordanien verlas.
Der iranische UNO-Botschafter Amir Saeid Iravani erhob bei der Sitzung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen die USA. Durch die Angriffe seien "hunderte" von Zivilisten getötet oder verletzt worden. Konkret seien auch "mehr als 100 Kinder bei einem Angriff auf eine Schule getötet" worden. Teheran agiere in Reaktion auf die Angriffe in legitimer Selbstverteidigung. Alle Stützpunkte der feindlichen Kräfte in der Region seien dabei "legitime militärische Ziele".
Der UNO-Botschafter der USA, Mike Waltz, berief sich in der Sitzung ebenfalls auf Artikel 51 der UNO-Charta, das Ländern ein Selbstverteidigungsrecht zubilligt. Waltz argumentierte, "das Regime im Iran" sei verantwortlich für eine Reihe bewaffneter Angriffe auf die Vereinigten Staaten und Israel, Verstöße gegen die UN-Charta sowie Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten. "Es hat sogar versucht, Präsident (Donald) Trump zu ermorden", behauptete er. Das US-Justizministerium hatte dem Iran im November 2024 vorgeworfen, eine Ermordung Trumps geplant zu haben. Der Iran wies das damals vehement zurück.
Zusammenfassung
- Der Iran hat erneut Raketen auf Israel abgefeuert, Israels Luftabwehr wurde aktiviert und die Bevölkerung zu Schutzmaßnahmen aufgerufen.
- Bei einer vorherigen Angriffswelle starb eine Frau in Tel Aviv, mindestens 21 weitere Menschen wurden verletzt und mehrere Häuser beschädigt.
- Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten die Abwehr von 132 ballistischen Raketen und 195 Drohnen, während bei Angriffen in Dubai vier Menschen am Flughafen verletzt und das Luxushotel Burj al Arab beschädigt wurden.
