APA/Herbert Pfarrhofer

Burgenland: Erneut schwerer Unfall mit Schlepperfahrzeug

07. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Im Burgenland ist es am Mittwoch erneut zu einem schweren Unfall mit einem Schlepperfahrzeug gekommen.

Drei Schlepper dürften sich mit ihren Autos eine Verfolgungsjagd mit der ungarischen Polizei bis über die Grenze geliefert und im Zuge dessen in Andau (Bezirk Neusiedl am See) einen Unfall verursacht haben, bestätigte ein Polizeisprecher auf APA-Anfrage einen Bericht der "Kronen Zeitung". Es gibt Verletzte - wie viele war laut Polizei zunächst noch unklar.

Die "Kronen Zeitung" berichtete von mindestens einem Schwerverletzten. Vonseiten der Polizei hieß es dazu lediglich, man müsse sich an Ort und Stelle noch einen Überblick über das Unfallgeschehen verschaffen.

Schlepperunfall bei Kittsee

Erst Mitte August hatte ein Schlepper bei Kittsee auf der Flucht vor der Polizei einen Unfall verursacht. Damals starben drei Flüchtlinge, 17 wurden verletzt.

Reaktionen aus der Politik

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betonte, der Vorfall zeige die "Skrupellosigkeit und Brutalität der international agierenden Schleppermafia". Die bisherige Kooperation mit den ungarischen Behörden werde weiter intensiviert. In Österreich seien heuer bereits 355 Schlepper festgenommen worden. Bei 150 Schwerpunktaktionen seien 115 Personen in Ungarn gefasst worden. Das österreichische Kontingent an der ungarisch-serbischen Grenze werde derzeit von 50 auf 70 Polizisten aufgestockt.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz warf dem Innenminister unterdessen sicherheitspolitisches Versagen vor und forderte seinen Rücktritt. Der dritte Nationalratspräsident und Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer urgierte Maßnahmen zur Bekämpfung der Schlepperei sowie die "konsequente Abschiebung krimineller Asylwerber".

SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst forderte ebenfalls Maßnahmen gegen Schlepperei von der Bundesregierung. Im Burgenland seien bis Juli im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Schlepper festgenommen worden, nämlich 145. Rhetorik und "Anti-Marketing-Kampagnen" würden dieses Problem nicht lösen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz