Varwick: Sanktionen "werden uns hohen Preis abverlangen"

22. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Westen müsse weiterhin versuchen, mit Diplomatie den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine "einzufrieren", sagt der Politikwissenschaftler Johannes Varwick. Eine Lösung könne derzeit nicht gefunden werden. Trotzdem "können wir nicht so weiter machen wie bisher", betont er im PULS 24 Interview.

"Wir müssen uns auf stürmische Zeiten einstellen in Osteuropa", sagt Johannes Varwick, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Halle. Dennoch müsse man weiterhin auf Diplomatie setzen, meint er im PULS 24 Interview. Wichtig sei es nun, zu versuchen, den "Konflikt einzufrieren, nicht ihn zu lösen". Gemeinsam müsse man Russland helfen, einen "Platz im europäischen Sicherheitsnetzt" zu finden.

Dauereskalation vermeiden

"Wir können nicht so weiter machen wie bisher", betont Varwick im Interview. Der Westen werde daher "geschlossen" Sanktionen gegen Russland verhängen. Jedoch werden uns diese "einen hohen Preis abverlangen".

Die derzeitigen Entwicklungen seien "wirklich brisant". Daher gäbe es aktuell auch "nicht wirklich einen Handlungs- und Verhandlungsspielraum zwischen Russland und dem Westen". Ziel müsse es daher sein, dass es nicht zu einer Dauereskalation kommt, denn derzeit herrsche eine "Eiszeit", so der Politikwissenschaftler.

Bei Sanktionen "leiden alle darunter"

Auch Völkerrechtsexperte Ralph Janik ist sich sicher, dass Sanktionen kommen werden. "Es wird kein anderes Land Soldaten hinschicken, um sich mit dem russischen Bären anzulegen", so Janik im PULS 24 Interview. Dabei seien Sanktionen zwar "oft nicht in der Lage die Situation umzudrehen", bewirken allerdings, dass beide Seiten "darunter leiden". Denn man müsse sich laut dem Völkerrechtsexperten hier im Klaren sein, dass "man sich bei Sanktionen in eigene Bein schießt".

Ralph Janik, Experte für Menschenrechte & Völkerrecht, spricht im Interview bei PULS 24 über die Konsequenzen von Sanktionen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea