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"Lächerlich": USA weisen russischen Sabotage-Vorwurf zurück

28. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Als "lächerlich" hat die US-Regierung Andeutungen Russlands zurückgewiesen, sie könnte hinter den Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines stecken.

"Wir alle wissen, dass Russland eine lange Geschichte der Verbreitung von Falschinformationen hat, und es tut es hier jetzt wieder", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, Adrienne Watson, am Mittwoch.

Sabotage auf Anordnung von Biden?

Zuvor hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums angedeutet, US-Präsident Joe Biden könnte eine Sabotage der Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 angeordnet haben. "Der US-Präsident muss auf die Frage antworten, ob die USA ihre Drohung umgesetzt haben", schrieb Maria Sacharowa im Onlinedienst Telegram. "Europa muss die Wahrheit kennen."

"Wir werden dem ein Ende bereiten"

Sacharowa verwies dabei auf Äußerungen Bidens im Februar bei einem Washington-Besuch von Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Biden hatte mehrere Wochen vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewarnt, sollte Russland im Nachbarland einmarschieren, "dann wird es kein Nord Stream 2 mehr geben". Das "verspreche" er, betonte der Präsident, ohne nähere Angaben zu machen. "Wir werden dem ein Ende bereiten."

Damals stand die Frage im Raum, ob die USA mit Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG versuchen könnten, eine Inbetriebnahme der Pipeline zu verhindern. Es war dann die Bundesregierung, die Nord Stream 2 ein Ende setzte: Kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine legte Berlin das Projekt auf Eis. Scholz reagierte damit auf die Anerkennung der Unabhängigkeit der Separatisten-Gebiete in der Ostukraine durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Biden hat Druck auf Scholz ausgeübt

Das Weiße Haus betonte am Mittwoch, Biden habe damals starken Druck auf die deutsche Bundesregierung ausgeübt, Nord Stream 2 zu begraben. Die USA waren schon seit langer Zeit entschiedene Gegner des Pipeline-Projekts, das sie als geopolitisches Machtmittel des Kreml ansahen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz