Karner zu Nord Stream: "Ganz klar russischer Sabotageakt"

28. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Für PULS 24 Militärexperte Gerald Karner ist "eigentlich relativ klar", wer hinter den Sabotageakten der beiden Nord-Stream-Pipelines steckt. Die EU könne auf die wahrscheinliche Sabotage nicht wirklich reagieren, meint Matthew Karnitschnig von POLITICO.

Für PULS 24 Militärexperte Gerald Karner sind die Unterbrechungen bei den Nord-Stream-Pipelines "natürlich kein Zufall". Spekulationen, wonach die Ukraine derartige Sabotageakte verübt haben könnte, tritt Karner entgegen - die Ukraine habe keine U-Boote, die zu solchen Aktionen in der Lage wären.

Russischer Sabotageakt

Es sei "ganz klar ein russischer Sabotageakt" gewesen. Bereits in der Vergangenheit habe Russland Kommunikationskabel angezapft - auch diese sollte man in Zukunft besser gegen mögliche Angriffe Russlands schützen, meint Karner.

Mit dem Sabotageakt wolle man die öffentliche Meinung bzw. die "Ängste vor einem kalten Winter" weiter befeuern. Zudem sollen damit westliche Regierungen weiter unter Druck gesetzt werden, "damit die wiederum ihre Unterstützung für die Ukraine zurückfahre bzw. zurücknehmen".

"Gas ist nicht wirklich das tolle Geschäft" für Putin

Für Matthew Karnitschnig Europa-Chefkorrespondent beim Magazin POLITICO, zeigten die Sabotageakte, "dass man sich nicht mehr auf die Russen verlassen kann". Putin wolle damit die "europäische Öffentlichkeit weiterhin verunsichern".

Karnitschnig meint auch, dass Putin das "Gas nach Europa schon abgeschrieben" habe und war deshalb bereit auf Gas als strategische Waffe "zu verzichten". Und zwar "weil er das Öl aus Russland um einen viel höheren Preis verkaufen kann als das Gas". "Gas ist nicht wirklich das tolle Geschäft, was wir uns eingeredet haben", meint Karnitschnig.

EU ist machtlos

Neben anderen Ländern hält auch die EU die Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 für wahrscheinlich und will mit den "stärksten möglichen Reaktion" antworten, hieß es von Kommissionspräsidenten Ursula Von der Leyen. "Die EU ist eigentlich ja machtlos in dieser Frage", meint Karnitschnig. Man habe in der Vergangenheit "bereits stark an der Sanktionsschraube gedreht", es sei deshalb schwierig, einen Schritt mit spürbaren Konsequenzen zu unternehmen, so Karnitschnig.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp