Luftraum gesperrt
Nahost: 17.000 Österreicher im Krisengebiet registriert
Laut dem Außenministerium sollen sich derzeit rund 17.000 Österreicher:innen im Krisengebiet registriert sein, davon 2.500 Urlauber:innen. Aufgrund der aktuellen Luftraumsperre ist die Rückkehr nicht möglich.
Laut Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wurde ein Krisenstab eingerichtet, der in Kontakt mit den Botschaften vor Ort steht. "Das Wichtigste ist, dass sich die Österreicherinnen und Österreicher registrieren. Dann gibt es laufend Informationen von den Botschaften bzw. im Fall von Iran von der Zentrale hier an die Registrierten mit aktuellen Updates", erklärt die Außenministerin im "Ö1-Morgenjournal" am Montag.
Die Reisewarnstufe wurde in der gesamten Region auf die höchste Stufe 4 erhöht. Die Außenministerin stehe in Kontakt mit EU-Partner:innen. Alle europäischen Staaten würden sich in der "gleichen Situation" befinden.
Gemeinsam soll geprüft werden, wie die jeweiligen Landsleute die Krisenregion verlassen können.
Meinl-Reisinger ruft zu einer "Rückkehr zur Diplomatie" auf
"Im Moment ist es so, dass die Behörden dazu aufrufen, vor Ort, vor allem im Fall von Alarm, Sirenen läuten, dass man Schutz sucht. Das heißt, eine Ausreise erfolgt immer nur, wenn sie individuell organisiert wird, auf Eigenverantwortung", erklärt Meinl-Reisinger.
Für die Außenministerin sei klar, "dass diese Angriffe des Iran auf unsere Partnerstaaten im Golf aufs Schärfste zu verurteilen sind." Schließlich seien sie nicht provoziert worden.
"Und das ist brandgefährlich und daher rufen wir, und das ist der zweite Punkt, insgesamt zur Deeskalation auf und auch zu einer Rückkehr zur Diplomatie", so die Außenministerin im "Ö1-Morgenjournal".
Der Wunsch der Iraner:innen nach Freiheit und Demokratie sei ihrer Meinung nach nachvollziehbar. "In diesem Sinne trauert jetzt niemand in der Europäischen Union dem Ayatollah nach, aber es ist die ganz große Frage, ob durch Bomben von außen ein Regimewechsel kommen kann", sagt Meinl-Reisinger.
Sie betont dabei auch, dass es letztlich es am iranischen Volk selbst liege, die Zukunft zu bestimmen.
Video: Nahost-Expertin Gudrun Harrer über den Krieg im Iran
Zusammenfassung
- 17.000 Österreicher sind im Nahen Osten registriert, davon können aktuell 2.500 Reisende wegen der Luftraumsperre nicht ausreisen.
- Das Außenministerium hat einen Krisenstab eingerichtet, die Reisewarnstufe für die gesamte Region wurde auf die höchste Stufe 4 angehoben und laufend werden aktuelle Informationen an die Betroffenen weitergegeben.
- Gemeinsam mit EU-Partnern prüft Österreich alle Möglichkeiten, um Landsleuten im Krisengebiet zu helfen, während Ausreisen derzeit nur individuell und auf eigene Verantwortung möglich sind.
