APA/HERBERT NEUBAUER

Hacker kritisiert Corona-Datenchaos in Brief an Mückstein

24. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

In einem Brief hat Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) das anhaltende Chaos bei den täglichen Corona-Daten kritisiert. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) verweist auf hohe Fallzahlen.

"Ihr lasst uns völlig in der Luft hängen", beschwert sich Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in einem Brief an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein bitterlich. Seit Mitte vergangener Woche funktioniert die Veröffentlichung der täglichen Corona-Zahlen nicht oder nur kaum.

Für Hacker ist das ein "erhebliches Sicherheitsrisiko unserer Bemühungen für die Eindämmung der Covid-19-Pandemie", wie er laut "ORF Wien" schreibt. Elementare Vorgänge des medizinischen Krisenmanagements, wie die Erstellung eines aktuellen Lagebildes könnten nur mit Verzögerung erfolgen. "Ich hab heute den mit Abstand schlechtesten aktuellen Überblick über die Situation in der Bundeshauptstadt seit Beginn der Pandemie. Es ist unglaublich", so Hacker.

Mückstein antwortet

Hacker forderte den Gesundheitsminister auf, die Probleme offen zu kommunizieren und für ein stabiles System zu sorgen. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es gegenüber dem ORF dazu: "Die Erstellung des für die Auswertung herangezogenen Reports (Linelist) konnte optimiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Funktionsfähigkeit bei der Erstellung der regelmäßigen Auswertungen in den kommenden Tagen wieder gewährleistet werden kann. Nichtsdestotrotz werden laufend weitere Optimierungen durchgeführt."

In seiner Antwort von Montagabend, die der APA vorliegt, schlägt Mückstein einen betont freundlichen Ton an und erklärt dem "lieben Peter" und "geschätzten Stadtrat", dass die Probleme mit der schieren Menge an Fällen zusammenhingen. Die verantwortlichen Bereiche in seinem Ressort arbeiteten seit Tagen mit Hochdruck daran, auch die akut auftretende Herausforderung so schnell es geht zu bewältigen, ohne dass die Datenqualität Schaden nehme.

Ausführlich erklärt der Minister, wie aufwendig die Datengewinnung sei, da man teilweise auch händisch vorgehen müsse, was sehr ressourcenintensiv sei. Auch die unterschiedlichen Testsituationen in den einzelnen Bundesländern stellten den IT-Bereich vor völlig neue Herausforderungen.

Quelle: Redaktion / hos