Corona: EU berät über Umgang mit China

02. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Nach Chinas Abkehr der strikten Null-Covid-Politik rollt eine Corona-Welle durch das Land. Die EU will daher über mögliche Einreisebeschränkungen beraten.

Vertreter der EU-Staaten wollen am Mittwoch über ein einheitliches Vorgehen in ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Welle in China beraten. Dies teilte die amtierende schwedische Ratspräsidentschaft am Montag in Brüssel mit. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie mit Einreisenden aus China umgegangen werden soll. Die französische Regierung hatte die anderen EU-Staaten am Sonntag aufgefordert, aus China kommende Reisende auf eine Infektion mit dem Virus testen zu lassen.

Einreisebestimmungen an Flughäfen

Verkehrsminister Clement Beaune begründet seine Forderungen damit, das Passagiere aus China über den Umweg über andere Länder ungetestet nach Frankreich einreisen könnten. "Darum müssen wir uns abstimmen, damit wir effektiver sein können." An französischen Flughäfen werden Einreisende aus China bereits generell auf das Virus getestet. Auch Italien und Spanien haben mit entsprechenden Regelungen reagiert.

Warnung vor wirtschaftlichen Folgen

Österreich sieht dazu bisher keine Veranlassung. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) plädierte am Montag am Rande eines Besuchs des indischen Außenministers Subrahmanyam Jaishankar in Wien aber für ein konzertiertes Vorgehen der EU in dieser Frage. "Der Großteil der EU-Staaten hat keine Regelungen. Ich glaube, das ist auch momentan nicht notwendig", sagte er.

Die deutsche Ulrike Malmendier warnte vor den wirtschaftlichen Folgen der neuen Welle in China und dringt auf einen Notfallplan. "Wenn die chinesischen Häfen und Fabriken geschlossen werden, weil fast alle Beschäftigten krank sind, zieht das dramatische wirtschaftliche Folgen nach sich", sagte die Ökonomin von der US-Universität Berkeley dem deutschen "Handelsblatt". Nach ihrer Ansicht würden dann die Lieferketten wieder zusammenbrechen und damit die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte enorm in die Höhe treiben.

Abwasser-Tests aus Flugzeugen

Belgien will angesichts der Corona-Welle in China Abwasser von Flugzeugen aus der Volksrepublik auf neue Covid-19-Varianten testen. Mit dieser neuen Maßnahme wolle das Land die Ausbreitung des Coronavirus im Blick halten, teilte die Regierung am Montag mit. Belgien bitte die Reisenden aus China, sich selbst auf Corona zu testen, wenn sie sieben nach ihrer Ankunft Symptome zeigten. Die Regierung in Belgien werde dies aber nicht vorschreiben.

Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sagt, dass eine europaweite Abstimmung notwendig sei.

Proteste gegen Null-Covid-Politik

Die Regierung in Peking hatte Anfang Dezember unter dem Druck von Protesten und einer schwächelnden Wirtschaft eine abrupte Abkehr von ihrer strikten Null-Covid-Politik verkündet. Seitdem rollt eine Corona-Welle durch das Land mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern.

Quelle: Agenturen / pea