Dubowy: "Russische Bevölkerung ist kriegsmüde"

30. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Wladimir Putins Rede, bei der er die Annexion vier ukrainischer Gebiete offiziell verkündete, sei eine "Hassrede" gewesen, so Osteuropaexperte Alexander Dubowy. Putin sei überzeugt davon, er befinde sich "im Krieg mit dem gesamten Westen".

"Zu einem gewissen Zeitpunkt hat man das Gefühl bekommen, dass Wladimir Putin jetzt unmittelbar den Vereinigten Staaten den Krieg erklären wird", sagt Politikanalyst und Osteuropaexperte Alexander Dubowy in Bezug auf die Rede des russischen Staatschefs, bei der er die Annexion vier ukrainischer Regionen offiziell verkündete.

Im Krieg mit dem gesamten Westen

Putins Rede sei definitiv eine "Hassrede" gewesen. Laut Dubowy habe man erkennen können, "dass Wladimir Putin davon überzeugt ist, sich nicht nur mit der Ukraine im Krieg zu befinden, sondern mit dem gesamten Westen". 

 

"Bevölkerung ist kriegsmüde, weiß aber nicht weiter"

Der Osteuropaexperte bezweifelt außerdem, dass die russische Bevölkerung diese Rede genauso auffassen wird. Denn "sowohl die Eliten als auch die Bevölkerung sind bereits kriegsmüde, wissen aber nicht weiter". Zu diesem Zeitpunkt sei die Bevölkerung nicht bereit "massiv auf die Straße zu gehen", sozial motivierte Proteste sind laut Dubowy jedoch Ende des Jahres möglich und sogar wahrscheinlich.

Besonders die Eliten seien "keinesfalls bereit" Putin zu stürzen - sie seien finanziell von ihm abhängig. Außerdem seien die Elitengruppen untereinander so stark verfeindet, sodass "in einer Zeit nach Putin bewaffnete Konflikte zwischen ihnen ausbrechen könnten". 

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj