Dubowy rechnet mit "Sozialprotesten" gegen Putin ab Ende des Jahres

22. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Alexander Dubowy, Politikanalyst und Osteuropaexperte, meint im PULS 24 Interview, dass die angekündigte Teilmobilisierung in Wirklichkeit eine Generalmobilisierung sei. Nicht veröffentlichte Teile des Präsidialdekret würden den Einzug von eine Millionen Russen vorsehen.

Um die Stimmung in der russischen Bevölkerung nicht zu verschlechtern, hat Putin eine Teilmobilmachung, statt einer Generalmobilmachung verkündet. Dieser Ansicht ist Alexander Dubowy, Politikanalyst und Osteuropaexperte.

Das russische Verteidigungsministerium würde bestimmen, wie viele Leute eingezogen werden. Die Zahlen könnten daher variieren. Putin spricht davon, dass 300.000 Reservisten eingezogen werden sollen. Russische Medien berichten jedoch, dass in nicht veröffentlichten Teilen des Präsidialdekrets die Einberufung von einer Millionen Menschen vorgesehen sei. 

Laut Dubowy würde Putin seine Haltung nicht ändern, da er die Bevölkerung dadurch noch mehr "verärgern" würde. Die Mobilisierung sei eine "unpopuläre" Maßnahme und führe zu Gegenreaktionen, wie man an den derzeitigen Protesten sehen könne. 

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Sozialproteste womöglich am Ende des Jahres

Diese hätten für Putin allerdings keine Bedeutung, denn ihm "dürfte die Stimmung egal" sein. Die Chance von großen politischen Protesten sei sehr gering, da die russische Zivilbevölkerung "zu schwach und atomisiert" sei. 

Allerdings könne sich bis zum Ende des Jahres aufgrund der Sanktionen und die wirtschaftliche Lage in Russland zu Sozialprotesten kommen, sagt Dubowy. Diese würden dann auch diejenigen erfassen, die bisher Putin-Unterstützer waren, deren Lebensstandard aber "rapide abgenommen hat". 

Atomwaffen

Die Atomwaffen-Drohnung sollte man laut dem Politikanalysten nicht "allzu ernst nehmen", da Putin seit Beginn des Kriegs damit drohe. Diese politische Eskalation gelte viele mehr dem Westen,  um sie davon abzuhalten die Ukraine weiter zu unterstützen. Putin versuche somit "günstige Verhandlungsbedingungen" zu schaffen.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz