AFP

Satanismus, Sabotage, Spezialoperation: Die wichtigsten Zitate aus Putins Rede

30. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

Der russische Machthaber Wladimir Putin hat die Annexion der vier besetzten Gebiete in der Ukraine besiegelt. Dabei holte er auch gegen den Westen aus und drohte: "Die Welt wird nie mehr so sein wie vor dieser Spezialoperation."

Bei einem von Fernsehen übertragenen Festakt am Freitag im Kreml unterzeichnete Putin die entsprechenden Dokumente, die international nicht anerkannt werden. Zuvor wetterte er in einer Rede gegen den Westen, Kolonialismus, Satanismus und Gendern.

"Ich will, dass der Westen das hört"

"Ich will, dass die Menschen im Westen zuhören und sich das merken: Die Menschen in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja werden ab heute Teil der Russischen Föderation, sie werden unsere Staatsbürger - für immer", so Putin.

Putin attackeirte den Westen, den er für seinen eigenen Angriffskrieg verantwortlich macht: "Ich möchte zeigen, mit welchem Feind wir es zu tun haben, wer uns gegenüber steht. Wer aus dieser Tragödie profitiert. Ein Teil unseres Volkes in der Ukraine hat mit eigenen Augen gesehen, was der Westen der ganzen Menschheit bereitet."

Doppelte Moral, dreifache Standards

"Der Westen behauptet ständig, er würde die Regeln der Weltordnung verteidigen. Welche Regeln? Doppelte Moral, dreifache Standards. Wen möchten sie für dumm erklären? Russland spielt bei diesen Scheinregeln nicht mit".

"Diese Habgier des Westens, das Ziel die eigene uneingeschränkte Macht über die Welt aufrecht zu erhalten, das sind die wahren Ursachen des Krieges, den der Westen gegen Russland provozierte."

Welt wird nie mehr dieselbe sein

"Verehrte Freunde, heute kämpfen wir für eine gerechte und freie Welt. Vor allem für uns selbst, für Russland. Dafür, dass Unterdrückung und Despotismus der Vergangenheit angehören. Wir befinden uns in einem Krieg um die Zukunft unseres Volkes. Die Welt wird nie mehr so sein, wie vor dieser Spezialoperation."

"Angelsachsen" schuld an Pipeline-Leck

Der russische Machthaber machte in seiner Rede auch den Westen für die Lecks an den Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 verantwortlich. "Sie ("die Angelsachsen", Anm.) sind zu Sabotage übergegangen. Unglaublich, aber wahr. Indem sie Explosionen an den internationalen Gas-Leitungen Nord Stream organisiert haben (...), haben sie faktisch mit der Zerstörung der gemeinsamen europäischen Energie-Infrastruktur begonnen", behauptet Putin.

"Gewisser Satanismus im Westen"

In seiner Hasstirade griff er zu weiteren unbelegbaren Aussagen: Die USA unternähmen "Versuche an lebenden Menschen", sogar "gewissen Satanismus" unterstellte er dem Westen. Mit "Plünderung und Zerstörung" hätten sie große Fluchtbewegungen ausgelöst, es laufe bereits eine "Deindustrialisierung Europas". Russland werde hingegen "immer Russland bleiben, wir werden unsere Werte bewahren", führte Russlands Machthaber aus.

Scheinreferenden: "Die Menschen haben ihre Wahl getroffen"

Zur Annexion selbst sagte er: "Die Menschen haben ihre Wahl getroffen, ihre eindeutige Wahl", erklärte Putin während seiner Rede und meint damit die vermeintlichen Mehrheiten in den Gebieten Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson, die laut Russland in den Scheinreferenden für die Annexion gestimmt hätten. "Ich bin zuversichtlich, dass die Föderationsversammlung die Verfassungsgesetze über die Aufnahme der vier neuen Föderationssubjekte in die russische Föderation unterstützen wird, denn das entspricht dem Willen von Millionen von Menschen."

"Die Wahl der Menschen steht nicht mehr zur Diskussion. Die Menschen haben ihre Wahl getroffen und Russland wird diese Wahl nicht verraten." Die Machthaber hätten die Entscheidung der Menschen zu akzeptieren, denn nur so könne "der Weg zu einem Frieden aussehen". 

"Russland wird sein Gebiet mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, verteidigen. Wir werden alles erdenkliche tun, um die Unabhängigkeit und Freiheit unserer Menschen zu verteidigen." Putin fordert die Ukraine außerdem auf, ihre "Kampfhandlungen und kriegerischen Aktivitäten einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren".

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj