APA/AFP/Pool

"Wird lustig": Springer-Chef Döpfner drängte Musk zu Twitter-Kauf

30. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Bevor Elon Musk im April diesen Jahres ankündigte, den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen zu wollen, soll er von mehreren Unternehmern dazu ermutigt worden sein. Einer davon war offenbar auch der Chef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner.

Der angekündigte Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk wurde für letzteren zum Debakel. Nach einer Ankündigung im April folgte eine wochenlange PR-Schlacht, bevor Musk im Mai doch einen Rückzieher machte. Seitdem läuft ein Prozess zwischen Musk und Twitter.

Mehr dazu:

Zu dem öffentlichen Kaufangebot war Musk offenbar von mehreren einflussreichen Personen aus der Geschäftswelt ermutigt worden. Wie der "Business Insider" berichtet, soll auch Springer-Chef Mathias Döpfner Musk in SMS zum Kauf gedrängt haben. Ende März schrieb Döpfner demnach an Musk: "Wieso kaufst du Twitter nicht einfach?"

"Interessante Idee." - "Wird lustig."

Döpfners Ermutigung war wohl nicht ganz uneigennützig. "Wir managen es (gemeint ist Twitter, Anm.) für dich. Und wir etablieren eine echte Plattform für Redefreiheit. Wäre ein echter Beitrag zur Demokratie", fand Döpfner.

Musk schien anzubeißen: "Interessante Idee", antwortete er demnach kurz darauf. Und Döpfner ließ nicht locker: "Ich mein's ernst. Es ist machbar. Wird lustig", so der Springer-Chef, der die SMS gegenüber dem "Business Insider" (der auch zum Springer-Verlag gehört) nicht kommentieren wollte.

Döpfner kommt nicht aus den Schlagzeilen

Der Chef des Springer-Verlags, zu dem unter anderem die "Bild-Zeitung" gehört, kommt aktuell immer wieder selbst in die Schlagzeilen. Nach einer erfolgreichen Expansion auf den US-Medienmarkt kochte die Affäre rund um Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt wieder hoch. Dieser soll junge Frauen gegen Sex gefördert haben, eine Betroffene klagt den Springer-Verlag in den USA.

Zudem waren Mails von Döpfner rund um die US-Präsidentenwahl 2020 aufgetaucht. Darin lobte er die Präsidentschaft von Donald Trump und bat: "Lasst uns für Trump beten." Er behauptete später, die Formulierung sei ironisch gewesen.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos