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Sexuelle Belästigung: Ex-"Bild"-Mitarbeiterin klagt gegen Springer Verlag

06. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Affäre um Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt hat für den Medienkonzern Axel Springer in den USA ein juristisches Nachspiel. Eine ehemalige Mitarbeiterin der Boulevardzeitung "Bild" reichte im August vor einem Gericht in Los Angeles eine Zivilklage gegen das Unternehmen ein, wie aus der Gerichtswebsite hervorgeht. Dort ist auch ein Anhörungstermin im Dezember genannt.

Die frühere Mitarbeiterin des "Bild"-Chefredakteurs Julian Reichelt, Johanna Sophie Gerber, hat in den USA Klage gegen den Ableger Axel Springer Services eingereicht, so die "Medieninsider" und die "Zeit Online". Es seien elf Vorwürfe gegen den Verlag aufgelistet: Gerber wirft dem Unternehmen unter anderem sexuelle Belästigung, unfaire Entlohnung, Vergeltungsmaßnahmen und Beihilfe zur Belästigung vor. 

Klage wird derzeit geprüft

Ein Sprecher von Axel Springer teilte am Dienstag auf Anfrage mit: "Wir prüfen die Klage und werden zu gegebenem Zeitpunkt dazu Stellung nehmen."

Der "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt musste im Oktober 2021 gehen, Hintergrund waren Vorwürfe des Machtmissbrauchs in Verbindung mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen. Springer hatte im Frühjahr 2021 ein internes Verfahren gegen Reichelt zur Überprüfung der Vorwürfe angestoßen und war dabei zum Schluss gekommen, ihm eine zweite Chance zu geben.

Ein Medienbericht der "New York Times" griff den Fall im Oktober 2021 erneut auf, parallel dazu hatte es Presserecherchen eines Investigativ-Teams der Mediengruppe Ippen gegeben. Springer zog dann einen Schlussstrich und entband Reichelt von seinen Aufgaben. Der Journalist selbst sprach später von einer "Schmutzkampagne" gegen ihn.

Kurz wird in Klage erwähnt

Laut "Medieninsider" wird der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Anklage erwähnt. Die Ex-"Bild"-Mitarbeiterin soll Kurz 2018 bei den Salzburger Festspielen kennengelernt haben. Laut Reichelt, habe der Ex-Kanzler sie "sympathisch" gefunden und Reichelt habe ihm Gerbers private Telefonnummer "einfach zum Spaß" weitergegeben.

Quelle: Redaktion / ddj