Bahnstreik nach Zugunglücken in Spanien
Sowohl hunderte Fernzüge als auch viele Nahverkehrsbahnen und Güterzüge könnten durch den Streik ausfallen, berichteten spanische Medien am Montag übereinstimmend. In Katalonien kam es in der Früh bei den notorisch unzuverlässigen Bahnen des Nahverkehrs bereits zu mehr Verspätungen als sonst, wie die Zeitung "La Vanguardia" berichtete.
Wegen der vom spanischen Gesetz vorgeschriebenen "Mindestdienste" bei Streiks darf jedoch jeweils nur ein Teil der Beschäftigten gleichzeitig die Arbeit niederlegen. Das Verkehrsministerium ordnete an, dass bis zu 73 Prozent der landesweiten Fernzüge fahren müssten. Für Nah- und Regionalzüge wurden niedrigere Mindestdienste festgelegt, wie die staatliche Bahngesellschaft Renfe mitteilte.
Zugkatastrophen in Andalusien und Katalonien
Am 18. Jänner waren in Andalusien zwei in entgegengesetzte Richtungen fahrende Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert. Neben 46 Toten wurden mehr als 120 Menschen verletzt. Als wahrscheinliche Ursache des Unglücks wird der Bruch einer Schiene vermutet. Nur zwei Tage später krachte ein Nahverkehrszug bei Barcelona in die Trümmer einer Stützmauer, die auf die Schienen gestürzt war. Der Zugführer kam dabei ums Leben, Dutzende Passagiere wurden verletzt.
Zusammenfassung
- Nach zwei schweren Zugunglücken mit insgesamt 46 Todesopfern und über 120 Verletzten in Spanien haben die Lokführer einen dreitägigen Streik begonnen.
- Die Gewerkschaften fordern mehr Sicherheitsinvestitionen und klare Krisenregeln, während durch den Streik hunderte Fern-, Nahverkehrs- und Güterzüge ausfallen könnten.
- Spanische Gesetze schreiben Mindestdienste vor, sodass bis zu 73 Prozent der Fernzüge trotz Streik weiterfahren müssen, während für Nah- und Regionalzüge niedrigere Quoten gelten.
