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Facebook ohne Jugend: Studie stellt Abwanderung fest

12. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Eine neue Studie hat aufgezeigt, dass immer mehr junge Leute das soziale Netzwerk Facebook verlassen. Jugendliche wandern stattdessen zu den Plattformen Instagram und TikTok ab. Jede:r zweite Jugendliche gab zudem an, dass er oder sie gänzlich auf Social Media verzichten könnte.

Im Zuge einer aktuellen Studie hat das US-amerikanische Pew Research Center 1.316 US-Teenager über ihr Nutzungsverhalten der sozialen Netzwerken befragt. Hier wurde festgestellt, dass die Abwanderung von Facebook im größer wird. Die ehemals wichtigste Social-Media-Plattform gilt inzwischen als Plattform der Eltern. 32 Prozent der 13- und 17-Jährigen, die sogenannte Generation Z, gaben an nur gelegentlich auf der sozialen Plattform zu sein. Bei einer Erhebung im Jahr 2014 waren es noch 71 Prozent.

2021 konnten bereits 13 Prozent weniger Junge auf Facebook verzeichnet werden. Diese Zahl soll in den nächsten zwei Jahren auf 45 Prozent anwachsen. Die Whistleblowerin Frances Haugen hat bei ihrer Aufdeckung im vergangenen Jahr bereits erwähnt, dass Jugendliche Facebook als "Plattform der 40- und 50-Jährigen" sehen.

Kein Mehrwert für Jugendliche 

Der Content-Schaffende Jules Terpak hat gegenüber dem Online-Nachrichtenportal "TechCrunch" analysiert, dass diese Generation Z Plattformen bevorzuge, die einen Mehrwert besitzen. Dass viele Jugendliche trotzdem gelegentlich auf Facebook unterwegs sind, geschieht laut Terpak aufgrund eines Gefühl von "Verpflichtung" und "gewohntes Verhalten".

Die Inhalte würden generell als "langweilig, irreführend und negativ" empfunden. 2013 gaben bereits ein Viertel der Jugendlichen an, dass sie gegenüber Facebook negative Gefühle hegen. 

Instagram ist "in"

Die Bild- und Videoplattform Instagram, ebenfalls Teil des Facebook-Mutterkonzerns Meta, ist von der Jugendflucht nicht betroffen. Seit der letzten Umfrage im Jahr 2015 konnte das Netzwerk sogar 15 Prozent an Nutzer:innen gewinnen und schafft damit einen Nutzungswert von 62 Prozent. Sie liegt damit auf Platz zwei hinter TikTok (67 Prozent). Nummer eins bleibt jedoch die Videoplattform YouTube, die von 95 Prozent der Jugendlichen verwendet wird. 

"Fast ständig" nutzen würden die befragten Jugendlichen die Plattformen Tiktok (16 Prozent), Snapchat (15 Prozent) und Instagram (10 Prozent). Facebook wurde lediglich von zwei Prozent genannt. 

Zu viel Social Media-Konsum

Zwei Drittel der Jugendlichen meinten sie würden zu viel Zeit auf sozialen Netzwerken verbringen. Jeder Zweite (54 Prozent) sagte sogar aus, dass das Aufgeben von jeglichen Social-Media-Aktivitäten für sie kein Problem wäre. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz